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Bergkvist K9 Taschenmesser Test – das fast legale Schnäppchen

Review of: Bergkvist K9
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5
On 22. April 2017
Last modified:9. Mai 2017

Summary:

Ein sehr schicker und hochwertiger Tactical Folder im Einhand-Messer-Stil im unteren Preissegment.

Bergkvist K9 Taschenmesser - das legale SchnäppchenDer Bergkvist K9 Folder besticht zunächst durch seinen lässigen taktischen Look. Vor allem die schwarze Beschichtung und die Klinge machen einen sehr schicken ersten Eindruck.

Ein Einhand-Folder aus Edelstahl – das ist zwar nichts neues, aber ich bin bereits jetzt neugierig. Doch dann fällt mein Blick auf den Preis und spätenstens da weiß ich: ein so guter Eindruck bei einem Preis von unter 20 Euro – das schreit nach einem Messertest!

Die Eckdaten

Hier zunächst einmal die technischen Details des Bergkvist K9 im Überblick:

  • Gesamtlänge 20 cm,
  • Klingenlänge: 8, 7 cm,
  • Klingenstärke: 3 mm,
  • Gewicht: 140 Gramm,
  • Gürtelclip.

Das heißt also, es handelt sich um einen kleinen und feinen Linerlock Folder mit Verriegelung.

Achtung: Das Bergkvist hat jeweils einen Daumenpin auf jeder Seite, womit sich das Messer in der Theorie einhändig öffnen ließe und dank Linerlock auch verriegeln. Somit fällt es unter Führungsverbot gemäß 42a waffg.

Auch wenn ich der Meinung bin, dass es sich beim Bergkvist in der Praxis nicht um ein Einhandmesser handelt (mehr dazu später), so machen die Daumenpins das Messer rein technisch zu einem Einhandmesser.

Wenn Sie das Messer modden und die Daumenpins entfernen, dann fällt es nicht mehr unter Führungsverbot.

Die bebilderte Anleitung, wie man die Daumenpins bei diesem Klappmesser entfernt sehen Sie weiter unten.

Das Bergkvist K9 ist noch leicht genug und nicht zu groß, also ein perfektes EDC Messer. Und der Gürtelclip könnte dem einen oder anderen auch gefallen (und falls nicht: den Clip kann man auch leicht entfernen, wenn man die 3 Torx-Schrauben aufdreht).

Handling und Griffe

Es fällt auf, das die gesamte Verarbeitung und das Material überraschend hochwertig sind. Es gibt keine Plastikelemente, sogar die Griffschalen sind aus Aluminium. Mein Modell hatte leichte Dellen auf dem Griffrücken (dem Produktionsprozess geschuldet, nehme ich an), die das Handling oder den Eindruck in keinster Weise stören.

Das Bergkvist K9 ist als Einhandmesser konzipiert, das sich über einen Daumenpin öffnen lässt. Ich persönlich finde den Daumenpin aber recht schwergängig und ausschließlich mit Nachteilen verbunden:

  1. Nicht wirklich nutzbar
  2. Ohne Daumenpins würde das Messer nicht dem Führungsverbot unterliegen

Dennoch, ist diese Tatsache bei dem Preis verschmerzbar und die Daumenpins kann man auch entfernen.

Anleitung zum Entfernen der Daumenpins beim Bergkvist Taschenmesser

Wegen oben genannter Gründe, macht es Sinn die Daumenpins zu entfernen.

Manche Pins sind draufgeschraubt, die von Bergkvist sind einfach draufgesteckt und können ganz einfach mit 2 Zangen entfernt werden.

Dazu müssen Sie die Pins auf jeder Seite jeweils mit einer Zange greifen und leicht in entgegengesetzte Richtungen bewegen, bis sich die Pins lockern.

Dann einfach auseinanderziehen und fertig. Bedenken Sie aber, dass Sie dann ein Loch in der Klinge haben, wo die Pins früher waren.

Falls Sie die Pins nicht zerkratzen möchten, dann klemmen Sie zwischen Zange und Pin etwas weiches, aber festes Material, wie beispielsweise ein Stofftuch.

Siehe Fotos – mit dem kleinen Loch in der Klinge habe ich nun ein kleines Möchtegern-Spyderco!

Der Linerlock

Bergkvist linerlockDie Seitenplatine beim Linerlock rastet sicher in die Nut des Klappgelenks der Klinge ein.

Könnte die Nut etwas tiefer sein? Absolut! Macht es mir etwas aus? Überhaupt nicht!

Da ich mit dem Messer keine Konservendosen durchstechen möchte, habe ich keine Bedenken, dass mir das Messer beim Einstechen zuklappt.

Generell sollte man den EDCs dieser Preisklasse harte Einsätze, wie oben beschrieben ersparen, da man ansonsten Verletzungen riskiert.

Klingenform und Schliff

Auch der Schliff und die Klingenform garantieren beste Allround-Eigenschaften. Das Bergkvist K9 hat einen wunderbar ausgeprägten Bauch bei einer gut kontrollierbaren, mittigen Drop Point-Klinge.

Auch der einfache Flachschliff fördert – im Gegensatz zu einer Kombiklinge – den vielseitigen EDC-Einsatz.

Beschichtung

Über die genaue Art der Beschichtung ist nicht viel in Erfahrung zu bringen, aber wenn ich einmal gemein bin und das Bergkvist K9  mit meinen anderen, extrem korrosionsbeständigen Pulverbeschichtungen vergleiche, dann erwarte ich nicht, dass diese Beschichtung ewig hält.

Aber mal ehrlich, bei einem einfachen EDC für das tägliche Schnitzen, Schlitzen und Schneiden freue ich mich zwar über einen zusätzlichen Rostschutz, erwarte aber auch keine Panzerknackerbeschichtung wie bei meinem ESEE 6.

Und das bringt mich gleich zum interessantesten Merkmal des Bergkvist K9, dem Stahl.

Nicht zu verachten: 7Cr17er Edelstahl

Sowohl Amerikanische wie auch Chinesische Hersteller stellen den so genannten 7CR17 Edelstahl her. Dieser ist durchaus vergleichbar mit dem Amerikanischen 440A.

Doch  7CR17er ist wesentlich günstiger und stellt damit die populäre Alternative dar, die für die Budget-Serien sehr beliebt ist.

Wie auch der 440A-Stahl, ist 7CR17 relativ günstig in der Herstellung und somit ideal für die Massenproduktion. So lassen sich hochwertige, formschöne Messer zu einem spektakulären Preis herstellen.

Lesenswert: unser Artikel zu verschiedenen Stahlarten

Was sind die Eigenschaften?

Der 7CR17 Edelstahl lässt sich gut schleifen. Wie alle rostfreien Edelstähle verfügt er über eine relativ hohe Korrosionsbeständigkeit und ist recht widerstandsfähig, wenn man ihn pfleglich behandelt.

Unterschiede zu 440A

Der größte Unterschied zwischen 7CR17 und 440A sind die zusätzlichen Komponenten von Molybdenum and Vanadium.

Diese Verbindungen sind zu einem ganz bestimmten Zweck hinzugefügt, und ironischerweise machen die Zusatzstoffe den Stahl auch besonders günstig.

Molybdenum und Vanadium

Molybdenum erhöht die Robustheit des Stahls, also auch die Stärke bzw. Widerstandsfähigkeit. Weiterhin lassen sich diese Metallverbindungen bei der Herstellung besser härten, was die Herstellung noch einmal effizienter und damit günstiger macht.

Vanadium unterstützt diese Eigenschaften noch zusätzlich. Das Metall ist noch einmal zäher gegen Abnutzungserscheinungen.

Zusammengenommen sorgen beide chemischen Elemente also dafür, dass das Metall härter wird, was für Klingen natürlich sehr gut ist. Doch das heißt auch gleichzeitig, dass die Klingen leichter brechen können und weniger flexibel sind. Gegen das Absplittern hilft Vanadium.

Die Klingen aus 7CR17 lassen sich noch relativ gut schärfen.

Bergkvist K9 – Ein lohnenswertes Schnäppchen

Für unser Bergkvist K9 ist das aber, wie man landläufig sagt, ein „Leiden auf hohem Niveau“. Man wird kaum versuchen, mit diesem Allrounder und ganz wunderbar vielseitigem, einfachen EDC eine Dose zu öffnen oder gar ein Fenster aufzuhebeln.

Dennoch kann man einiges erwarten. Man bekommt gerade für diesen spektakulären Preis unter 20 Euro (zum Testzeitpunkt) einen wunderbaren Linerlock, der einem lange solide Dienste leisten wird.

Das Bergkvist K9 ist schön alltagstauglich und liegt bei allen EDC-Arbeiten gut in der Hand. Es lässt sich gut schärfen und ist dennoch relativ schnitthaltig.

Und schließlich, ist das Bergkvist K9 mit einer kleinen Modifikation auch noch legal zu führen.

Kennen Sie dieses relativ junge Messermodell? Haben Sie schon Erfahrungen damit sammeln können?

Ein sehr schicker und hochwertiger Tactical Folder im Einhand-Messer-Stil im unteren Preissegment.

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Simon

Das Messer ist wirklich ziemlich gut! Habe es vor etwas längerer Zeit gekauft und den Kauf auf keinen Fall bereut! 🙂

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    MaxW

    Hallo Simon,

    ich bin bisher auch ganz zufrieden damit – für mich ist das das Klappmesser-Äquivalent eines Mora oder Fiskars K40.

    Reply
Felix

Besitze das Messer selbst und bin hoch zufrieden mit ihm. Ich muss aber dazu sagen, dass es kein slip-joint folder ist, sondern ein liner-lock Einhandmesser und als solches ist es in der Öffenlichkeit nicht legal zu führen.

Reply
    MaxW

    Gutes Auge. Danke für den Hinweis. Ich habe den Artikel um entsprechende Hinweise ergänzt.

    Reply
HP

Habe mir das Messer aG dieses Berichtes auch zugelegt; es ergeben sich jetzt zwei Fragen für mich: ( ich sag gleich dazu: bin sehr frisch in der Szene )

Erstens: wie entfernt man die Daumenpins korrekt? Im Netz finde ich dazu leider wenig bis gar nichts Sinnvolles?!

und Zweitens: bei meinem Modell hält der Linerlock nur, wenn ich das Messer mit einem gewissen Schwung öffne. Öffne ich es langsam, kann ich es auch wieder schliessen. Wenn ich mir den Mechanismus betrachte, so sieht es so aus, als ob die “ Sperrplatte“ nur gaaaaanz eben überhaupt die Klinge blockiert. Groovt sich das noch ein nach ein paar mal öffnen? Bzw. „schabt“ sich das noch etwas ab?

So oder so: es hält fest geöffnet, ohne wenn und aber. Für den Preis will ich mich auch nicht beschweren, ggf. ist es eben so verarbeitet. Bin nur an den Details interessiert

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    MaxW

    Gute Fragen!

    Ich habe den Beitrag entsprechend um Anleitungen und Hinweise ergänzt.

    Speziell zu deiner zweiten Frage: ich gehe davon aus, dass sich da ohne manuellen Eingriff wenig ändern wird.

    Ich habe noch keine Langzeiterfahrungswerte mit diesem Messer im Speziellen, aber allgemein kann ich sagen, dass es zum Schneiden, Schnitzen und Bohren ausreicht.

    Zum Stechen und Hebeln würde ich ganz klar ein feststehendes Messer nehmen.

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