Das beste Bushcraft-Messer 2017 – Outdoor Extravaganza

Wir stellen heute die besten Bushcraftmesser vor und zeigen, worauf es bei einem guten Bushcraftmesser ankommt. Ich selbst stand erst vor kurzem vor der Aufgabe, einem Laien genau diese Frage zu beantworten. Es ging um ein Geschenk, und der Beschenkte wünschte sich einen Survival-Allrounder, bekam aber ein Bushcraft-Messer – wenngleich ein sehr schönes.

Doch worin genau besteht der Unterschied?

Diese und andere Fragen werde ich im Folgenden beantworten, um möglichst genau die wesentlichen Merkmale eines guten Bushcraftmessers zu bestimmen.

Für Eilige aber erst einmal unsere Testsieger:

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Bushcraft ungleich Survival? Abgrenzung zu anderen Messern

Das erste, was mir also zu diesem Thema einfällt, ist eine naheliegende Frage: was ist eigentlich der Unterschied zwischen Bushcraftmesser und einem guten Survival-Messer?

Denn oft werden die Begriffe Bushcraft-, Outdoor- und Survival-Messer synonym verwendet. Und zugegebenermaßen gibt es auch eine gehörige Schnittmenge.

Da es bei der Frage, was ein Bushcraftmesser ausmacht, schließlich um Details geht, ist es hilfreich zunächst einmal ganz grundsätzlich diese Kategorie von anderen Messerarten abzugrenzen.

Hauptsächlich beleuchte ich die Unterschiede zu Survival-Messern, Taschenmessern, taktischen Messern und Jagdmessern.

1. Bushcraftmesser vs. Survival-Messer

Die so genannten Survival-Messer haben zumeist eine feststehende Klinge – im Idealfall einen Full Tang – und besitzen gute Allround-Eigenschaften. Man kann sie für eine ganze Bandbreite and Arbeiten einsetzen.

Denn dieser Joker unter den Messern ist gedacht für „alle Fälle,“ inklusive dem Aufhebeln von Fenstern oder dem Schneiden von sehr festem Material und sogar Metall.

Wir haben diese Art von Messer ausführlich als „Outdoor-Messer“ beschrieben und eine Liste von 13 typischen Aufgaben zusammengestellt, an denen wir in der Folge schon einige Tests bemessen haben.

Eines der besten und auch eines der schönsten Survival-Messer ist das CDS Celtibero.

2. Bushcraftmesser vs. Taschenmesser

Taschenmesser sind typischerweise Klappmesser oder neudeutsch „Folder“. Sie sind für jeden Tag gedacht, ein Every Day Carry oder kurz EDC.

Sie sind wesentlich kleiner und die Klinge ist weniger stark. Auch die Tatsache, das die meisten einfach Klappmesser, so genannte „Slip Joints“ ohne Verriegelung sind, schränkt den Aufgabenbereich wesentlich ein.

Taschenmesser dienen einfachen täglichen Aufgaben und sind zumeist legal mitführbar. Ein Bespiel für ein wunderbar vielseitiges Slip Joint ist das Spyderco UKPK.

3. Bushcraftmesser vs. Taktisches Messer

Ein taktisches Messer ist, wie der Name schon verrät, zur Selbstverteidigung gedacht. Auf den ersten Blick leuchtet das bei recht martialisch anmutenden Messern wie Karambit-Messern wohl sofort ein.

Oft sind taktische Messer für den professionellen Einsatz designed, oder zumindest inspiriert von der Arbeit der professionellen Einsätzkräfte.

Polizei oder Rettungskräfte müssen diverse Arbeiten mit nur einem Messer ausführen können, wie zum Beispiel Fenster einschlagen, Gurte durchschneiden, Fenster aufhebeln, Gegner außer Gefecht setzen etc.

Ein gutes taktisches Messer vereint Stärke mit Flexibilität wie beim Eickhorn KM 4000.

Hier ist die starke feststehende Klinge, oft als Kombiklinge, mit guten Schneide- und Sägeeigenschaften versehen und zusätzlich so flexibel, dass das Messer auch bei schwerer Hebelbelastung nicht bricht.

4. Bushcraftmesser vs. Jagdmesser

Das Bushcraftmesser ist gewissermaßen in der Survival-Kategorie inbegriffen was die Arbeiten angehen, aber beim Jagdmesser kommt schon sehr nah an die eigentlichen Merkmale und Anforderungen heran.

Insbesondere wenn es um das Häuten geht, kommt die Drop Point Klinge, der ausgeprägter Bauch und ein einfacher Flachschliff eines Jagdmessers, dass insbesondere für größeres Wild designed ist, einem Bushcraftmesser schon sehr nahe.

5. Bushcraftmesser

Nun kommen wir zum eigentlichen Bushcraftmesser (manchmal auch eingedeutscht als Buschcraftmesser bezeichnet). Der Name hat seinen Ursprung in Australien im Zusammenhang mit dem Australischen Busch.

Das zeigt schon, welche Arten von Arbeiten ein gutes Bushcraftmesser verrichten soll.

Es geht hauptsächlich um Holzarbeiten, also Hacken oder Spalten, Anspitzen, Durchbohren oder um Späne herzustellen.

Aber auch darum, kleineres Jagdgut zu häuten und zu zerlegen.

Damit lassen sich die zentralen Eigenschaften, die ein gutes Bushcraftmesser haben sollte, schon gut bestimmen. Und die Schnittmenge zum Cousin, dem Survival-Messer, aber auch zum Jagdmesser wird noch einmal deutlicher.

Wie finde ich das beste Bushcraftmesser?

Doch egal, wie detailliert wir auf die einzelnen Elemente und Charakteristika eingehen und Empfehlungen aussprechen, das eine perfekte Messer für alle gibt es natürlich nicht.

Zu unterschiedlich sind die Ansprüche und Bedürfnisse, gerade im Outdoorbereich. Und auch die Frage, was gute Funktionalität ist oder welcher Stahl sich zum Beispiel besser eignet, ist oft eine Sache der Interpretation.

Es hängt immer davon ab, welche Funktionen, also Arbeiten und Leistungen, man eigentlich erwartet.

Die Bewertung eines guten Bushcraftmessers hängt also letztlich immer von den eigenen Kriterien ab. Dennoch denke ich, dass ich mich mit den folgenden groben Eckpunkten nicht zu weit aus dem Fenster lehne:

Die wichtigsten Merkmale

Ein gutes Bushcraftmesser hat

  • eine feststehende Klinge und einen Vollerl (Full Tang),
  • eine mittlere Größe, nicht länger als 15 cm,
  • ist stark und robust,
  • mit sehr scharf geschliffener Schneide,
  • einem Flachschliff und Drop Point.

Das ideale Bushcraftmesser ist strapazierfähig und dennoch flexibel genug, um eine ganze Palette an Aufgaben zu verrichten (wenn vielleicht nicht die “wilde 13” unserer Survival-Messer Liste).

Und es sollte nach einem Tag Outdoor-Arbeiten wie Äste abhacken, Löcher bohren und Wild häuten am Abend immer noch relativ scharf zur Essenszubereitung sein.

Ich gehe weiter unten näher auf diese Richtlinien ein und werde erklären, wie wir auf diese Kategorien und Eigenschaften kommen.

Doch zunächst zum Test, denn Beispiele veranschaulichen ja bekanntermaßen am besten.

Bushcraftmesser-Test 2017

1. CDS Trapper Bushcraftmesser TestsiegerCDS Trapper Bushcraftmesser Testsieger, Bushcraft-messer

  • Klingenlänge: 11,5 cm, 24 cm gesamt
  • Stärke: 5 mm
  • Stahl und Härte: (MOVA-58) / HRC 56-58.
  • Griffe: Micarta

Der spanische Hersteller macht seit einigen Jahren mit seinen Spezialanfertigungen von sich reden. Produziert wird nur auf Bestellung, alles ist Handarbeit. Wir haben zum Beispiel neben dem oben genannten CDS Celtibero auch das CDS Axarquia getestet und waren sehr positiv überrascht.

Kein Wunder, denn die Verarbeitung und die Qualität des Materials (bis auf die Lederscheide, die bei CDS immer schwächelt) können absolut überzeugen. Und dafür ist der Preis, der mit circa 120 Euro beim Test vielleicht etwas höher liegt, durchaus angemessen.

Vorteile: Im Lieferumfang enthalten sind eine Lederscheide und Feuerstahl, das Messer hat einen schön ausgeprägtern Bauch.

Nachteile: Das Messer ist mir persönlich für ein Bushcraft-Messer zu grifflastig, das ist aber Geschmackssache.

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2. Fällkniven F1Fällkniven F1

  • Klingenlänge: 9,7 cm, 21 cm gesamt
  • Stärke: 4,5 mm
  • Stahl und Härte: VG10, laminiert
  • Griffe: Thermorun

Der schwedische Outdoor-Klassiker Fällkniven F1, ein Allround-Talent und immer empfehlenswert. Der zweite Platz ist absolut verdient. Warum nicht Platz 1? Nicht zuletzt drückt der Preis (zum Testzeitpunkt knapp 140 Euro) bei einer Massenanfertigung wie dieser die Begeisterung, erst recht im Vergleich mit CDS.

Vorteile: Leichter mit nur 150 Gramm, wird mit einer Zytel-Scheide geliefert.

Nachteile: Ist etwas schwerer zu schleifen.

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3. Condor BushloreCondor Bushlore Knife Bushcraft Messer

  • Klingenlänge: 11 cm, 23,5 cm gesamt
  • Stärke: 3,8 mm
  • Stahl und Härte: 1075CS Carbonstahl
  • Griffe: Holz

Wir haben unserer Begeisterung bereits an anderer Stelle Ausdruck verliehen. Das Condor Bushlore ist ein fantastisches Allrounder-Messer für einen fantastischen Preis.

Aber als Bushcraftmesser ziehe ich rostfreien Stahl, Klingenstärke um 5 mm vor sowie Micarta (Begründung siehe unten).

Vorteile: Loch für einen Fangriemen (Lanyard-Hole), das sichert den Griff zusätzlich.

Nachteile: Das Messer ist etwas schwerer.

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4. Morakniv Mora Bushcraft SurvivalMora Bushcraft Survival Black

  • Klingenlänge: 11 cm, 24 cm gesamt
  • Stärke: 3,2 mm
  • Stahl und Härte: High Carbon
  • Griffe: Gummi

Dies ist ein günstiges Bushcraftmesser – es kostet um die 60 Euro und hat allerhand Extras im Lieferumfang. Der Skandischliff ist interessant für Bushcraft-Arbeiten (siehe unten), aber die Qualität des High Carbon lässt in diesem Fall stark zu wünschen übrig.

Auch die Klingenspitze ist zu fein und die gesamte Klingenstärke nicht für harte Bushcraft-Arbeiten geeignet. Gerade im Vergleich mit den anderen Messern daher nur der vierte Platz.

Vorteil: Lieferumfang enthält Diamant-Messerschärfer und Feuerstahl.

Nachteile: Das Messer ist relativ schwer mit 230 Gramm.

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5. Linder Jagdmesser Super Edge 1 – Der Preis-LeistungssiegerLinder Super Edge 1 buschcraft messer

  • Klingenlänge: 9 cm, 24 cm gesamt
  • Stärke: 5mm
  • Stahl und Härte: ATS 34 Stahl / 60 HRC
  • Griffe: Kraton

Unser Preis-Leistungs-Sieger aus der deutschen Traditionsschmiede Solingen. Es kostet zum Zeitpunkt des Vergleichs knapp 80 Euro und hat alles, was ein Bushcraftmesser unter 100 Euro braucht.

Vorteil: Hochwertiges Material, § 42a WaffG – konform.

Nachteile: Schwerer schleifbar.

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Die 7 Testkriterien und wichtigste Eigenschaften

Alle oben besprochenen Messer werden gute Dienste leisten, wie gesagt, es kommt immer auf die eigenen Vorstellungen und Ansprüche an.

Messer sollten immer als “Gesamtkunstwerk” verstanden werden. Jedes Messer hat viele Elemente, die aufeinander abgestimmt sind. Einen Aspekt herauszugreifen und zu kritisieren, macht also nur bedingt Sinn.

Deshalb möchte ich nun noch ausführlich auf die einzelnen Bewertungskriterien und damit auf die wichtigsten Eigenschaften eines guten Bushcraftmessers eingehen.

1. Bushcraft-Messer Must-Have: Full Tang

Ein Full Tang, das heißt eine durchgehende feststehende Klinge, die aus einem Stück gefertigt ist, ist einfach unabdingbar.

Das liegt auf der Hand, wenn man sich die wesentlichen Bushcraft-Aufgaben anschaut: permanentes Batoning, das heißt das Eintreiben des Messers in einem Holzblock mit einem anderen Stück Holz, Holzfällen kleinerer Bäume und andere Spalt- und Hackarbeiten setzen die Klinge großer Belastung aus.

Ist dies nicht der Fall, dann wird die Klinge über kurz oder lang Spiel bekommen. Insbesondere durch Arbeiten, die direkt auf den Sitz der Klinge einwirken. Auch mit Blick auf das Bohren von Löchern, das ebenfalls auf die Stabilität und Robustheit der Klinge angewiesen ist, empfiehlt sich ein Full Tang.

Manchmal haben diese Messer auch gleich einen integrierten Schlagdorn, der ebenfalls neben seiner offensichtlichen Funktionalität dem Messer nochmals Robustheit verleiht.

Und noch ein Vorteil: selbst, wenn die Griffe irgendwann einmal aus welchen Gründen auch immer kaputt gehen, kann man das Messer immer noch benutzen. Dann wickelt man zum Notbehelf eine feste Kordel oder Lanyard, oder vielleicht ein Stück Tuch um den Stahlgriff.

2. Klingenstahl

Jeder Stahl hat seine Vor- und Nachteile. Je härter der Stahl, desto schwerer ist er zu schleifen, und umgekehrt.

Besonders die Schleifeigenschaft ist aber interessant bei einem Bushcraftmesser – wir erinnern uns, man ist vielleicht lange unterwegs und braucht ein Messer für´s Grobe.

Bushcraftmesser sind generell entweder aus rostfreiem Edelstahl oder aus Carbon. Welche Legierungen besser sind, oder gar die beste, ist umstritten.

Wie beim Material des Heftes ist das also schwer zu sagen, aber die wesentlichen Unterschiede sollen hier trotzdem kurz benannt werden.

Die Stahlhärte für ein Bushcraftmesser

Man sollte grundsätzlich einen Stahlhärte zwischen 56 und 64 wählen, die Werte beziehen sich auf die so genannte Rockwell-Skala und werden als HRC angegeben. Je niedriger die Zahl, desto weicher der Stahl.

Um eine gute Mischung zwischen Härte und Schnitthaltigkeit zu haben, sollte man einen Stahl zwischen HRC 57 to HRC 60 wählen.

Darüber hinaus ist es sehr wichtig, verschiedene Messer zu vergleichen und sich genau zu überlegen, was man mit dem Messer machen will – und auch, wo man es benutzen will.

Warum der Ort interessant ist, oder besser das Klima, erkläre ich im Folgenden.

Rostfrei und korrosionsresistent

Wie der Name schon sagt, ist rostfreier Stahl weniger rostanfällig. Das liegt zumeist am Chromgehalt, der allerdings zu Lasten der Härte geht.

Rostfreier Stahl ist korrosionsresistenter und sollte bei guter Pflege lange halten. Aufgrund der guten Anti-Rost Eigenschaften sind diese Messer auch für Nässe und allgemein feuchteres Klima gut geeignet.

Auch ist er kaum kaputt zu bekommen, da muss man sich im Normalfall schon sehr anstrengen. Allerdings heißt es, die Schnitthaltigkeit sei weniger gut. Das heißt, man muss öfter schleifen. Und das heißt, es könnte etwas unpraktisch im Felde sein.

Ansonsten ist rostfreier Stahl aber wesentlich pflegeleichter als Carbon. Gute Stähle, die sich bewährt haben, sind aus der 400er Serie:

  • 420er,
  • 440er A/B/C);

aus der AUS Serie

  • AUS-6,
  • AUS-8,
  • AUS -10;

sowie der BG42, und natürlich Böhler, S30V, sowie VG10. Unter 420er Stahl sollte man nicht gehen.

Carbon ist schnitthaltiger

Carbon hingegen das genaue Gegenteil. Es ist rostanfälliger, aber die Schnitthaltigkeit ist besser. Und da man draußen den Elementen ausgesetzt ist und so allerhand mit seinem Messer anstellen möchte, gereicht einem das vielleicht zum Nachteil.

Diese Messer haben kaum oder gar kein Chrom, so dass der Stahl zwar härter ist, aber eben rostanfälliger. Man sollte eine Carbon-Klinge öfter ölen, um sie vor Rost zu schützen, besonders bei nassem Wetter.

Diese Messer sind also gut für ein eher trockenes Klima.

Gute Carbon Stähle, die sich aus Erfahrung empfehlen, sind aus der 1000 Serie (1045, 1095, etc.), aber auch 5160, O1, O6, und W2. High-End sind A2 und VG-10, der in Japan hergestellt wird.

Super-Stähle und Laminierter Stahl für Bushcraft

Alternativen zum herkömmlichen Stahl oder Carbon sind Laminierungen und sogenannter Super Stahl.

  • Beim laminierten Stahl findet sich eine Kombination von einer Carbonschicht mit einem Mantel aus rostfreiem Stahl. Die Vorteile von beiden vereint, das ist natürlich erst einmal sehr attraktiv. Nicht so attraktiv ist dann oft der Preis, und die Anschaffung dadurch nicht für jederman erschwinglich.
  • Und die neueren Super-Stähle – noch schnitthaltiger und korrosionsresistenter – haben natürlich den großen Nachteil, dass sie sich nur schwer schleifen lassen, vor allem unterwegs ohne Diamantstein.

Außerdem sind diese Stahlarten nicht unbedingt strapazierfähiger. Es mag überraschen, aber die Klingenspitzen etwa können leichter brechen, da sie nicht so flexibel sind.

Stahl: Vor- und Nachteile für Bushcrafting

Abgesehen von den grundsätzlichen Eigenschaften stellt sich immer noch die Frage, welcher Stahl denn besser geeignet ist für die spezifischen Bushcraft-Aufgaben.

Das sind schwere Aufgaben, die einiges von der Klinge abverlangen.

Im Prinzip ist jeder moderne Stahl gut, und für einen Messersammler und jene, die mehrere Messer besitzen, stellt sich die Frage eigentlich nicht.

Wenn man aber nur ein Messer hat – das eine Messer an dem alles hängt, dann sollte man sich für rostfreien Stahl entscheiden. Dieser ist vielseitiger und wie schon gesagt wesentlich pflegeleichter. Er ist vielleicht nicht so schnitthaltig, ist aber robust genug, um einiges auszuhalten.

Carbonverbindungen sind sehr gut, aber wenn man erst einmal nach dem einem Bushcraftmesser sucht, das alles mitmacht, dann ist der rostfreie Stahl die bessere Wahl.

Wenn man aber einige Messer für verschiedene Aufgaben hat – ein EDC, ein Outdoor- bzw. Survival-Messer und ein spezielles Bushcraftmesser, dann würde ich eine Carbonverbindung empfehlen.

3. Klingengröße

Viel hilft viel? Irrtum. Die Klingengröße kann darüber bestimmen, ob es sich bei einem Bushcraftmesser am Ende um einen Fehlkauf handelt oder ob sich die Investition gelohnt hat.

Ein fast schon Machete-artiges Messer mag vielleicht sehr cool oder männlich und damit attraktiv auf manche wirken, aber glaube Sie mir, Sie werden nur bedingt Freude daran haben.

Jedenfalls, wenn es um ein Bushcraftmesser gehen soll. Eine extragroße Klinge hat zwar für die ganz groben Arbeiten einige Vorteile – Stichwort Machete, aber die Flexibilität und auch Mobilität und Kontrolle leidet darunter.

Eine größere Klinge ist nur noch schlecht zu kontrollieren. Wenn man sehr viel Unterholz weghacken muss, empfiehlt sich stattdessen eine kleine Axt oder Machete.

Nein zu klein und fein

Auf der anderen Seite sollte die Klinge auch nicht zu klein (oder fein, siehe unten) sein. Es geht weder darum, kunstvolle Schnitzarbeiten zu verrichten, noch darum, sich einen Splitter zu entfernen.

Nochmals sei betont, dass es im Gegensatz zu einem Survival-Messer nicht um einen Allrounder für alles geht. Beim Bushcraftmesser geht es um die gröbere Gangart.

Um auf Nummer Sicher zu gehen sollte man sich Messer mit einer mittleren Klingenlänge von 9 bis 15 cm wählen.

4. Robuste, aber scharfe Schneide

Die eigentliche Schneide des Messers sollte bei einem Bushcraftmesser robust sein.

Je feiner die Schneide, desto mehr eignet sie sich zum feineren Schneiden (logisch), Schlitzen und Häuten. Der Nachteil ist die relative Anfälligkeit der Schneide.

Nun ist das Bushcraftmesser jedoch für die härtere Gangart gedacht. Eine feinere Schneide halt die permanente grobe Belastung nicht lange durch.

Doch die breiteren Schneiden können mit der feinen Schneideleistung natürlich umgekehrt nicht mithalten.

Einfach schärft gut

Auch ist zu bedenken, dass das Bushcraftmesser leicht zu schärfen sein sollte.

Hat ein Messer nur eine Primärphase, ist es wesentlich leichter zu schärfen als mit einer Sekundärphase. Bei einer Sekundärphase sollte man den Winkel richtig schleifen, und das braucht etwas Erfahrung.

Also ist dieser Punkt besonders wichtig für ein Bushcraftmesser, das längere Zeit unterwegs eingesetzt werden soll, zum Beispiel bei langen Outdoor-Touren, und auch besonders für Einsteiger relevant.

5. Klingenform

Am besten ist ein robustes Bushcraftmesser, dass zwar gezielt für Holzarbeiten eingesetzt werden kann, aber dabei eine ganze Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten bietet.

Dies ist am besten mit einer Drop Point Klinge und einem Flachschliff zu erreichen. Einige schwören auf die vielseitige und sehr gut kontrollierbare Drop Point-Klinge.

Im Gegensatz dazu sind bei Survival-Messern oft auch die Spear-Point Klinge zu finden, denn diese sollen gegebenenfalls auch zur Jagd und zur Verteidigung dienen soll.

Für Bushcraftarbeiten sind diese aber nicht robust genug.

6. Schliff

Idealerweise hat ein gutes Bushcraft-Messer eine lange einfache flachgeschliffene Schneide.

Zu vermeiden: Wellenschliff

Um es kurz zu machen: ein gutes Bushcraftmesser sollte unbedingt einen Flachschliff haben. Ein Wellenschliff ist zu vermeiden und meiner Meinung nach auch eine Kombiklinge.

Abgesehen davon, dass das Schärfen eines Wellenschliffs etwas aufwändiger und damit unpraktischer ist, sollte man auf alles achten, das eine gute Eindringtiefe garantiert.

Solide: Flachschliff

Das beideutet eine Kombination aus Gewicht, Klingenstärke und entsprechend ausgeführtem Flachschliff.

Mit einem guten, dass heißt auch ausreichend hoch angesetztem Flachschliff lassen sich fast sämtliche Arbeiten, die ich oben aufgelistet habe, ausführen. Doch ist der Flachschliff etwas schwerer zu schleifen.

Doch auch die anderen Schliff-Arten haben Vor- und Nachteile, die ich hier kurz aufführen möchte.

Andere Schliffarten

Zum Beispiel ist ein Hohlschliff exzellent für das Häuten geeignet, ein balliger oder konvexer Schliff eignet sich gut zum Hacken (natürlich auch ein einseitiger Anschliff, aber den findet man seltener) und so weiter.

Sehr beliebt ist auch ein Skandischliff, ein Flachschliff, der von einem rechteckigen Klingenquerschnitt direkt in die Schneide übergeht. Die Schneide selbst ist etwas hochgezogen und macht gut 25% der Klinge aus.

Der Skandi-Schliff hat den Vorteil, dass er leicht zu schleifen ist, da er nur eine Phase hat.

Der konvexe Schliff ist extrem gut geeignet zum Spalten und Hacken – man denke einfach nur an eine Axt. Allerdings sind diese Messer schwerer zu schleifen.

Schließlich noch der einseitige Anschliff, der sehr leicht zu schärfen ist. Die Schnitthaltigkeit ist gut, aber das Messer wird nicht so scharf wie Klingen mit einer Sekundärphase.

Zweischneidig nicht hilfreich

In diesem Zusammenhang sollte auch klar sein: Eine zweischneidige Klinge, wie bei einem Dolch ist zum Bushcraften nicht nötig. Im Gegenteil, für die meisten Bushcrafting-Arbeiten dürfte so eine Klinge eher einen Nachteil bedeuten, zum Beispiel beim Holzspalten.

7. Griffe

Zu guter Letzt zu einem der wichtigsten Aspekte, den Griffen. Ein gutes Bushcraftmesser braucht sehr gute Griffe, die erstens rutschfest sind und zweitens gut in der Hand liegen.  Soll heißen, auch nach einem Tag im Einsatz sollten sich die Druckstellen im Rahmen halten

Die Griffe sind aus einer Vielzahl von Materialien gefertigt und oft gibt es einfach persönliche Präferenzen. Ich muss zugeben, dass ich persönlich voreingenommen bin, seit ich mein erstes Messer mit Micarta-Griffschalen in der Hand hatte.

Micarta ist für mich das non plus ultra, doch ob Holz, Micarta, G10 oder Gummi ist nicht nur eine Geschmacksfrage und persönliche Präferenz. Wie beim Survival- oder auch Jagdmesser gibt es je nach Material Vor- und Nachteile.

Klima und Haltbarkeit

Zwei Faktoren sind zu beachten, erstens Klima, zweitens grundsätzliche Haltbarkeit. Man sollte zum Bushcraften Griffe wählen, die auch bei Regen und Nässe rutschfest sind.

Fast alle Materialien leiden unter extremer Hitze – mit Ausnahme von Micarta.

Holz, Horn oder Geweih empfiehlt sich weniger bei Regen und Nässe. Außerdem reißen, splittern oder brechen diese Materialien leichter.

Mit Paracord oder Lanyard-umwickelte Griffe sind vielleicht etwas angenehmer, verschmutzen aber extrem.

Griffe sollten außerdem solide sein, also keine Aushöhlungen haben, und bei Bushcraft auch einen weiteren Knauf haben. Damit kann man zum Beispiel beim Bohren von Löchern besseren Druck ausüben.

Fingerschutz hingegen ist nicht so wichtig bei Bushcraftmessern, da man damit weniger sägende Bewegungen ausführt.

Zusammenfassung

Ein gutes Bushcraftmesser sollte robust und strapazierfähig sein, aber dennoch handlich und gut zu kontrollieren.

Eine sehr gute Schnitthaltigkeit einer einfachen Klinge mit mittlerem Bauch bieten die besten Allroundeigenschaften. Drop Point und Flachschliff verleihen zusätzliche Stärke, wobei die eigentliche Stärke gern um 5 mm liegen darf.

Es geht um Funktionalität. Alles, was ornamental oder ein Gimmick ist, sollte man lieber sein lassen. Es könnte nicht nur abbrechen, sondern auch zu Lasten des Handlings gehen, wie zum Beispiel ein integrierter Kompass (die Chris Sebenza One Piece Reihe mal ausgenommen, aber das sind eher Ausnahmemesser).

Darüber hinaus ist es nicht einfach, Kategorien für ein gutes Bushcraftmesser zu finden, ohne individuelle Anforderungen zu berücksichtigen. Das fängt schon beim Klima und Witterungsbedingungen an, dass sich sowohl auf die Wahl des Klingenmaterials als auch auf die Griffe auswirken kann.

Dennoch sollten einige zentrale Merkmale bei allen Bushcraftmessern gegeben sein.

Und diese sind meiner Meinung nach

  • eine feststehende Full Tang-Klinge mittlerer Größe,
  • eine robuste Klingenstärke,
  • ein Glattschliff.

Zu vermeiden sind

  • generell Klappmesser,
  • Klingenlängen über 15 cm,
  • Wellenschliff und zweischneidige Klingen,
  • Griffe aus Horn oder Geweih,
  • Ornamentales und integrierte Extras.

Darüber wird es das Beste sein, sich genau zu überlegen, wo man das Messer einsetzen möchte, für welche Arbeiten und ob es das einzige Messer ist, dass man mitführt. Das gibt einem erste wesentliche Anhaltspunkte für den Klingenstahl.

Dann empfiehlt es sich, anhand der folgenden Liste verschiedene Messer zu vergleichen:

  • Klingengröße
  • Schärfe
  • Klingenform
  • Schliff
  • Griffe

Das Messer, das am ehesten den oben diskutierten Kriterien entspricht und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis hat, ist dann definitiv ein guter Kauf. Hier sind nochmals meine Empfehlungen:

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Was halten Sie für die wichtigen Kriterien eines guten Bushcraftmesser? Haben wir wichtige Aspekte vergessen? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

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