Schneeschuhe waren für mich lange Zeit etwas exotisches. Das erste Mal, dass ich bewusst Schneeschuhe wahrgenommen habe, war als Kind im Fernsehen. Sie waren für mich lange etwas, das nur Polarforscher hatten oder Bergsteiger, die sich durch extremen Schnee kämpfen mussten.

Da ich nicht aus einer Region komme, die besonders schneereich ist, geschweige denn die verschiedene Arten von Schnee kennt, habe ich deshalb damals auch gar nicht verstanden, warum man diese vergrößerte Auflagefläche überhaupt brauchte.

Doch nun stehe ich, mittlerweile in einer ländlichen und sehr schneereichen Region, doch tatsächlich vor der Entscheidung, welche Schneeschuhe wohl die besten sind.

Und der Kauf steht gleich für die ganze Familie an. Ob zum Wandern oder für die extremere Gangart, Schneeschuhe gibt es mittlerweile in einer ganzen Bandbreite an verschiedenen Funktionen. Man muss schon auf einiges achten beim Kauf.

Zeit also für einen Vergleich einiger gängiger Schneeschuhe und danach eine kleine Einführung zu Schneeschuhen und worauf man beim Kauf unbedingt achten sollte.

Schneeschuhe im Vergleich

Wie bei jedem Ausrüstungsgegenstand kann man auch bei Schneeschuhen (fast) so viel ausgeben, wie man möchte. Das bedeutet, dass es erhebliche Preisunterschiede gibt, die im oberen Drittel bei mehreren 100 Euro liegen.

Und wie immer ist es wichtig zu betonen, dass oft der Preis mit der Qualität einhergeht. Das gilt nicht nur für das Material, sondern auch für die Verarbeitung.

Doch wie wir bei vielen Tests hier immer wieder feststellen dürfen muss günstig nicht gleich billig sein.

Und es spricht schließlich auch etwas dafür, als Einsteiger vielleicht erst einmal das etwas günstigere Produkt zu wählen, um zu sehen, ob dieses Trend-Hobby überhaupt etwas für einen ist.

Deshalb haben wir in unseren Vergleich fünf Schneeschuhe für Damen und Herren aufgenommen, die die ganze preisliche Bandbreite abdecken. Drei im mittleren Preissegment und jeweils ein Modell aus der teureren und der günstigeren Kategorie.

Nun aber zu dem Schneeschuhe Testbericht.

1. TUBBS Schneeschuhe Flex ALP XL – Gute Schneeschuhe

TUBBS Schneeschuhe Flex ALP XL - Mein FavoritMit dem Tubbs Flex ALP XL haben wir einen versierten Klassiker, der eben auch seinen Preis hat.

Hier kann man allerdings dann auch kaum mehr etwas falsch machen. Beste Qualität und Verarbeitung für die hohe Ansprüche.

Diese Schneeschuhe sind sehr groß mit einer Tragfähigkeit bis 110 Kilo laut Hersteller (das halte ich bei 71 cm Länge für falsch, eher 95 Kilo alles inklusive), aber dennoch sind die Schuhe ein Leichtgewicht durch den hier verarbeiteten Kunststoff.

Zusätzlich ist das Material kälteresistent und extrem robust, so dass man sicher lange Freude an diesen Schuhen haben wird.

Und der Geländeeinsatz wird durch den Fersenbügel und aggressive Krallen unterstützt.

Der Nachteil dieses Modells, abgesehen vom Preis, ist dass es ganz deutlich für große und schwere Männer gemacht ist, die etwas für den anspruchsvollen Outdoor-Einsatz suchen.

Für das einfach Wandern auf verschneiten Wanderwegen ist dieses Modell definitiv übertrieben, und für leichtere und kleinere Personen ist es zu sperrig.

2. Salewa Erwachsene Schneeschuhe MS Rocker

Salewa Erwachsene Schneeschuhe MS RockerKommen wir zu den drei mittelpreisigen Schneeschuhen.

Die Salewa MS Rocker werden nur in einer Größe angeboten. Das macht bei Schneeschuhen schon einmal keinen guten Eindruck, denn Form und Größe des Schuhs hängt vom genauen Gewicht des Benutzers ab sowie vom Gelände und der geplanten Tätigkeit.

Hier braucht es also mehr Flexibilität. Auch machen die Herstellerangaben etwas stutzig.

Schaut man sich nun diese Einheitsgröße an, dann fällt auf, dass sie relativ lang ist mit 64 cm, aber wieder sehr schmal mit 20 cm.

Das bedeutet, dass das Gewicht beispielsweise im Vergleich zu unserem Allrounder Modell (#5 auf der Liste) zwar deutlich höher veranschlagt werden kann (um 80 Kilo, aber definitiv nicht die angegebenen 120 Kilo), aber die Schuhe dürften kaum die nötige Breite für voluminöse Männerwinterstiefel haben.

Auch sind diese Schuhe nicht breit genug für den Tiefschnee-Einsatz, auch wenn die Steighilfen aus Eisen echtes Outdoor-Vergnügen versprechen.

Letztere sind auch der Grund, weshalb die Schuhe relativ schwer sind im Vergleich mit anderen, nämlich gut 2 Kilo.

Diese Schuhe sind daher nur zu empfehlen, wenn Sie exakt die nötigen Maße dafür haben (siehe Schneeschuhe Kaufratgeber weiter unten). Aber zum Glück gibt es noch mehr Schuhe in dieser Preislage.

3. Black Canyon Schneeschuhe

Black Canyon SchneeschuheDie Black Canyon Schneeschuhe liegen ebenfalls im mittleren Preisbereich.

Der große Vorteil, der auch gleichzeitig für die Qualität spricht, sind die drei Größen, die auch noch von den Herstellerangaben stimmig sind – das weckt schon einmal Vertrauen:

  • 58cm bis ca. 68 Kilo,
  • 68 cm bis ca. 80 Kilo,
  • 78cm bis ca. 114 Kilo.

Man muss allerdings bedenken, dass dies das Gesamtgewicht meint, dass heißt also Körpergewicht plus Ausrüstung und Proviant.

Das Material ist aus Aluminium mit einer wiederstandsfähigen, UV- und temperaturbeständigen reißfesten Hypalon-Bespannung. Auch hier ist dieses Modell deutlich besser als die Salewa, da das Gewicht wesentlich geringer ist mit 1,7 Kilo.

Die Krallen oder Spikes sind nicht sehr aggressiv und sogar beweglich, so dass sich bequem mit diesem Modell laufen lässt.

Die Bindung ist simple und funktional, und verspricht eine gewisse Rutschfestigkeit.

Winterbergsteigen würde ich damit nicht, aber wandern im Mittelgebirge würde ich durchaus in Erwägung ziehen.

4. WOLF IMPRESSION 27 – Preis-Leistungs-Sieger

WOLF IMPRESSION 27, gute SchneeschuheSchließlich das letzte Modell im mittleren Preisbereich, das Sie kaufen können.

Im Prinzip sind die Wolf Impression 27 und die Black Canyon sehr ähnlich. Wieder gibt es drei Größen, wieder liegt das Gewicht unter 2 Kilo.

Das WOLF IMPRESSION 27 wird als unisex Modell verkauft, aber das interessante sind die „Heckflossen“ in diesem Modell, die leicht schmaler werden und sich tatsächlich auch gut für Frauen eignen.

Doch Wolf überzeugt auch durch Material und Verarbeitung, gerade in der Bindung. Diese ist wieder aus dem oben beschriebenem Hypalon.

Die ganze Bindung ist rutschfest und das Schlusssytem funktioniert mit Zahnriemen und Verschlussratsche. Auch hat dieser Schuh einen Fersenriemen für mehr Sicherheit und Stabilität.

Der Schuh hat sowohl Ballen- als auch Fersenkrallen, die zumindest eine ordentliche Stärke haben von 3 mm.

5. Allround – Günstige Schneeschuhe

allrounder schneeschuhe, günstige schneeschuheBeim Allround Schneeschuh handelt es sich im Vergleich zu allen anderen der hier vorstellten, aber auch im allgemeinen, um sehr günstige Schneeschuhe. Das ist sicher ein Vorteil für viele, die erst einmal das Schneewandern ausprobieren möchten.

Das Material des Rahmens ist aus Aluminium, was den Schneeschuh der leicht, pflegeleicht und widerstandsfähig macht. Auch scheint die Bindung einfach, doch sie den Zweck.

Allerdings fällt auf, dass dieses Modell recht kurz und schmal ist. Mit den 54 cm Länge eignet er sich am besten für eine Belastung um 60 Kilo (das heißt allerdings inklusive Kleidung und ggf. Rucksack!). Auch ist der günstige Schneeschuh nicht besonders breit mit nur 21 cm, gerade wenn die Schuhgröße wie vom Hersteller angegeben bis 45 gehen soll.

Daher das Fazit: obwohl der Schuh mit Steigzacken (vorn und mittig) ausgestattet ist, ist dieser Schneeschuh nur bedingt für den Off-Trail Einsatz geeignet. Ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis für leichtere Personen mit schmaleren Füßen (um nicht zu sagen Frauen) für einen normalen Wanderweg ohne Tiefschnee.

Fazit

Der Preis-Leistungssieger ist eindeutig der Wolf. Hier bekommt man bestes funktionales Design für eine mittlere Leistung. Der Schuh scheint vielfach einsatzbereit und dürfte auch für Einsteiger geeignet sein.

Aber auch der Gesamtpreis, den in dieser Riege sicherlich Tubbs verdient hätte, muss an Wolf gehen, da gerade dieses Modell von Tubbs eben nicht für alle geeignet ist.

Und das führt mich zu den Bewertungskriterien und zur Frage: nach welchen Gesichtspunkten habe ich geurteilt und wie finde ich denn den besten Schneeschuh für mich?

Schneeschuhe damals und heute

Mag sein, dass das Klima sich verändert oder einfach das Interesse an Outdoor-Aktivitäten extrem gewachsen ist. Denn der Markt boomt.

Doch natürlich sind Schneeschuhe seit tausenden von Jahren eine Art Fortbewegungsmittel. Diese zunächst ganz einfachen Vorrichtungen dienten Menschen dazu, auch im Winter jagen oder auch nur über weite Strecken laufen zu können.

Das Design orientierte sich an sehr erfolgreichen Schneereisenden wie dem Schneehasen, Bären und Biebern. Doch bereits um 1900 wurden sie auch zu Freizeitaktivitäten eingesetzt.

Bis zu den 1960er und 1970er Jahren wurde Schneeschuhe hauptsächlich aus Holz und rohem Leder, und das wurde dann von mehr flexiblem Material wie Neopren und Polypropylen abgelöst. Hinzu kam Aluminium als Rahmen. Auch waren diese synthetischen Stoffe natürlich widerstandsfähiger und benötigten weniger Pflege.

Wozu Schneeschuhe?

Schneeschuhe sind vielseitig einsetzbar. Wenn nicht zum Jagen oder sonstigem „professionellem“ Einsatz garantieren diese Leichtgewichte einen relativ erschwinglichen Freizeitspaß für die ganze Familie. Outdoor-Abenteuer im Neuschnee – ein Traum!

Das Wandern mit Schneeschuhen erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Wer gern wandert oder bergwandert, oder anderen Outdoor-Aktivitäten fröhnt, der wird ohnehin das Gefühl der Freiheit kennen, oder die Freude an der Natur. Im Winter kommt noch diese gewisse Stille hinzu.

Bisher waren Ski fahren und Ski-Langlauf die herkömmlichen Wintersportarten, doch nun kommen immer mehr saisonale Wanderer auf den Geschmack. Viele Wanderwege werden auch im Winter gangbar gemacht.

Doch auch für Snowboarder könnten Schneeschuhe interessant sein, etwa um in etwas abgelegenere Gebiete zu kommen.

Arten von Schneeschuhen

Da es verschiedene winterliche Einsatzbereiche gibt, gibt es auch verschiedene Typen mit unterschiedlichen Funktionen. Ob man nur den üblichen Wanderweg auch im Winter genießen oder doch etwas abenteuerlicher ansonsten unwägbares Gelände erkunden möchte, gute Schneeschuhe sind zu allem bereit.

Als Faustregel gilt: je tiefer der Schnee und je schwerer die Belastung, desto weiter bzw. breiter und länger sollten die Schneeschuhe sein, so dass man nicht einsinkt.

Freizeit-Schneeschuhe

Will man nur Spazieren gehen oder leicht wandern, sollten die Schneeschuhe vor allem bequem sein, sehr sicher am Fuß sitzen, leicht zu benutzen sein und so ausgestattet sein, dass es dem Gelände entspricht.

Als Freizeit-Schneewanderer wählt man am besten ein Modell, dass für flaches oder leicht hügeliges Terrain geeignet ist. Diese reichen meist nicht aus, um steiles und schwieriges Gelände zu begehen.

Dieses einfache Schneeschuh-Laufen auf festgetretenen Wegen, oder solchen, die geräumt sind, benötigen weniger Länge und Breite.

Die Rahmen sind etwas weiter als für solche, die auf schnelles Vorwärtskommen ausgelegt sind, aber doch so breit bzw. nur etwas schmaler als für schwieriges Terrain.

Spikes oder Krallen brauchten diese Modelle nur bedingt, dass heißt diese sollten nur mittelmäßig ausgeprägt sein, damit sie nicht beim normalen Gehen stören. Bei Spikes braucht man eigentlich nur bei Steigung und Eis.

Bei mittelgroßen Spikes auf Schneeschuhen hat man dafür einen breiten Anwendungsbereich und sie geben guten Halt, den man auch zum Vorwärtskommen benötigt.

Abenteuer-Einsatz

Für Tiefschnee und steiles sowie unwägbares Gelände sollte man ein entsprechendes Modell wählen.

Erfahrende Wanderer und Bergsteiger werden sofort verstehen, warum man hier aggressivere Spikes sowie weitere und längere Rahmen benötigt. Auch sollte man sich auf die Schneeschuhe und ihre Widerstandsfähigkeit verlassen können, da ein paar Ersatzschuhe natürlich nicht einfach zur Hand sind.

Die Konstruktionen sind robust und verwenden sehr widerstandsfähiges Material. Für Bergsteiger sei erwähnt, das einige Modelle auch Steigeisen-kompatibel sind, so dass man je nach Bedarf auch besonders schwere Steigungen überwinden kann. Für das normale Laufen kann man sie dann wieder abnehmen.

Die größere Oberfläche hilft dabei, nicht Einzusinken, und auch die Länge hilft mit der Griffigkeit. Darauf sollte man unbedingt achten.

Laufen und Rennen mit Schneeschuhen

Ja, Schneejoggen ist endlich möglich. Oder auch nur ein strammer Marsch mit dem Hund. Natürlich geht man hier davon aus, dass man auf befestigten Wegen läuft, nicht auf weichem Pulver- oder Neuschnee. Das bedeutet, dass es sich um ultra-leichte Schneeschuhe handelt, die wesentlich schmaler und kürzer sind.

Die Spikes sind auch nur mittlerer Ausprägung, die eine regelmäßige Griffigkeit beim Laufen garantieren, ohne die Schritte zu sehr zu bremsen.

Aufbau und Elemente

Schneeschuhe bestehen aus verschiedenen Teilen, die sich jeweils auf die Funktionalität und damit den Einsatzbereich auswirken.

Man sollte beim Kauf also auch auf den Rahmen, die so genannte Heckflosse, die Krallen oder Spikes, die Bindung, Fersenbügel bzw. Steighilfen achten.

Rahmen

Die historischen Schneeschuhe waren einfach ovale Holzrahmen. Heutzutage sind alle Rahmen aus Metall, ob nun Aluminium, Carbon oder Stahl. Einige sind sogar komplett aus Plastik.

Der Rahmen bestimmt die Form und Größe des Schneeschuhs. Sie werden in allen Größen und möglichen Formen herstellt. Die grundsätzliche Unterscheidung ist, ob der Rahmen symmetrisch ist oder hinten an der „Heckflosse“ schmaler wird.

Für die besten Laufeigenschaften ist der Rahmen immer noch oval, so erzielt man das effizienteste und beste Laufen bei normalen Bewegungen. Frauenschuhe und richtige “Lauf”schuhe hingegen werden nach hinten schmaler und dünner.

Und noch einmal: je tiefer der Schnee, desto größer der Rahmen.

Die Heckflosse

Einfach gesagt ist die Heckflosse, man kann es sich ja denken, der hintere Teil hinter der Bindung. Für schnelle Bewegungen wie Laufen, Rennen oder, ja, gar Aerobik wählt man eine schmal zulaufende Heckflosse.

Als Anfänger oder im Tiefschnee hingegen sollte man eine breite Flosse oder einen ovalen Rahmen wählen, um mehr Stabiliät zu haben und nicht Gefahr zu laufen, einzusinken.

Es gibt auch Heckflossen, die als separate Teile hergestellt werden, und die man nach Bedarf an seinem Deck befestigen kann. Das sorgt für extra Länge, die man – wie schon erwähnt – bei Tiefschnee oder fernab befestigter Wege benötigt.

Somit brauchen Freizeit-Wanderer und Anfänger eigentlich nur eine normale Länge, aber es ist vielleicht eine Überlegung wert, ovale und normal große Schneeschuhe zu besorgen, die dann bei Bedarf erweitert werden können.

Nicht nur aus oben genannten Gründen, auch, wenn das Gepäck vielleicht einmal schwerer sein sollte, zum Beispiel.

Das Deck

Das so genannte Deck ist das Material innerhalb des Rahmens. Das war ursprünglich aus groben Leder, doch heutzutage werden Kompositmaterialien aus PVC, Plastik, Polyester, Nylon oder synthetisches Leder oder Gummi verwendet.

Diese Materialien sind, wie bereits oben kurz erwähnt, pflegeleichter und halten Belastungen, auch durch den Untergrund, besser Stand. Und die temperaturbeständigen Materialien bringen zusätzlich noch Robustheit bei gleichzeitiger Flexibilität.

Krallen und Grip

Die Krallen und der Grip sind natürlich an der Unterseite des Schuhs. Es ist ganz wichtig, dass die Krallen des Schneeschuhs sowohl der Tätigkeit als auch dem Gelände entsprechen.

Krallen unter dem Fuß, um den Rahmen herum oder außen am Rahmen dienen meist dazu, sich auch in schwierigem Gelände oder auf vereister Strecke immer noch sicheren Fußes fortbewegen zu können. Grundsätzlich gilt: je schwieriger, desto aggressiver die Krallen.

Diese Teile sind aus Plastik, Aluminium oder Stahl. Die meisten Modelle haben integrierte Krallen unter dem Fußballen oder den Zehen. Einige Modelle haben zusätzlich noch Krallen unter der Hacke.

Besonders interessant ist die Stellung dieser Zähne: sollen sie bergauf oder bergab unterstützen, oder sogar beides?

Die Bindung

Jeder Skifahrer weiß, wie wichtig die Bindungen sind.

Doch im Gegensatz zum Ski sind die Schneeschuhbindungen für alle möglichen Schuhe geeignet. Wanderschuhe, Winterstiefel, Bergsteigerschuhe – je nach Bedarf kann man die Schneeschuhe damit kombinieren.

Aber natürlich kann nicht jede Bindung mit jedem Schuhwerk kombiniert werden. So sind Snowboard-Stiefel vielleicht zu groß für einige Systeme. Oder Wanderschuhe sitzen vielleicht nicht fest genug in einigen Bindungen.

Auch gibt es Vor- und Nachteile bei den verschiedenen Schuharten. So sind vielleicht Trekking-Schuhe flexibler, durchnässen aber doch mit der Zeit. Das ist in Ordnung bei einfachem Schneewandern, aber vielleicht nicht bei 8 Stunden im Tiefschnee.

Man sollte also darauf achten, was man in welchen Schuhen machen will und ob die Schuhe mit dem Schneeschuh kompatibel sind. Oberstes Gebot sind hierbei Komfort und Sicherheit.

Die beste Bindung?

Hier einige Fragen, um die perfekte Bindung zu finden

  • ist die Bindung leicht zu benutzen und zu justieren (auch mit dicken Handschuhen)?
  • rutscht oder wackelt der Schuh in eine Richtung? Kann das mit den Riemen angepasst werden?
  • fühlt sich die Bindung und die Schuh-Gelenke sicher und fest an, aber nicht so fest, dass die Bewegungen eingeschränkt sind?
  • ist der Halt bequem oder drückt es an einer Stelle? Schneeschuhe sind keine Wanderschuhe und können nicht „eingelaufen“ werden. Wenn der Schuh drückt, dann ist es nicht das richtige Modell oder das eigene Schuhwerk muss angepasst werden.
  • Gibt es Luft zwischen Bindung und Schuh, wo sich Schnee ansammeln und zu nassen Füßen und Druckstellen führen könnte?

Bindungen sind so unterschiedlich, dass fast jedes Modell sein eigenes System aufweist.  Einige erinnern an ein Snowboard, andere haben ein Design, dass einfach zuschnappt, wenn man darauf tritt. Man sollte ausprobieren, was für die eigenen Schuhe am besten geeignet ist, und womit man sich sicher fühlt.

Die meisten Bindungen sind aus sehr stabilem Plastik, obwohl es auch Gummi-Riemen gibt oder Nylon-Gurte mit Schnallen. Alle Bindungen gehen zusätzlich über den Fuß und stützen die Ferse. Aber die Ferse bleibt beweglich, so dass man normale Laufbewegungen machen kann.

Fixed oder Full Rotation

Zusätzlich sind Bindungen zu unterscheiden in „Fixed Rotation“ und „Full Rotation“.

Bei der Fixed Rotation oder arretierten Rotation wird die Heckflosse bei jedem Schritt mit angehoben. Das verringert Energieverlust, da man nicht durch den Schnee “schlurft” oder wie Oma immer gesagt hat, Kind, heb Deine Füße!

Logischerweise möchte man die Fixed Rotation für das schnelle Vorwärtskommen, also beim Laufen oder vielleicht auch einfachem Wandern.

Im Gegensatz dazu bietet die Full Rotation die volle Bewegungsfreiheit bei jedem Schritt. Die Bindung ist durch eine Schanierschraube fixiert, so dass man den Schneeschuh gewissermaßen unter dem Fuß umdrehen kann. Das kann nützlich sein bei unwägbarem Gelände, wenn ich meine Krallen anders benutzen möchte zum Beispiel, oder seitwärts gehen möchte.

Fersenheber

Der Fersenheber oder Televator ist ein kleiner Metallbügel, den man bei Bedarf hochklappen kann, so dass man gewissermaßen auf dem Zehenballen läuft. Das hilft besonders bei steilem Gelände und bergauf. Der Tritt ist dadurch kraftvoller und gewissermaßen in eine normale Haltung gebracht. Die Waden werden damit ebenso entlastet wie der Knöchel.

3 x G wie Größe des Schneeschuhs

Die Größe des Schneeschuhs ist sehr wichtig – doch welche Faktoren sind ausschlaggebend?

Grundsätzlich gelten die 3 G´s.

  1. Gelände,
  2. Gewicht,
  3. Geschlecht.

Einiges haben wir oben schon angesprochen. Man sollte sich genau überlegen, welches Terrain man hauptsächlich (also die meiste Zeit) bewandern möchte. Je tiefer der Schnee und je unwägbarer das Gelände, desto breiter und länger der Schuh. Gleiches gilt für Pulverschnee.

Im Gegensatz dazu sollten die Schneeschuhe nicht zur Behinderung werden, wenn man einfach auf gerader Strecke auf festgetretenem Schnee laufen möchte. Hier reichen die schmaleren Varianten aus.

Das Gewicht meint das Körpergewicht plus Kleidung und natürlich Ausrüstung, Rucksack aber auch Wasser und so weiter. Bei ausgedehnten Rucksack-Touren (etwa Camping) sollte man sich breitere und längere Modelle anschauen.

Es ist wirklich wichtig, so akkurat wie möglich zu sein, da die Leistung der Schneeschuhe dadurch extrem beeinflusst wird. Jedes Modell hat unterschiedliche Gewichtsklassen, so dass man das optimale Modell für bestes Laufen und Stabilität kaufen kann.

Gewicht und Länge

Man sollte möglichst genau bestimmen, was man anziehen wird, welche Ausrüstung man mitführt und was man sonst noch mitnehmen möchte. Man sollte 5 Kilo für einen Tag und bis zu 15 Kilo für eine mehrtägige Tour einplanen.

Zur groben Orientierung können folgende Richtwerte angelegt werden:

  • Bis 60 Kilo: optimale Länge zwischen 50-55 cm.
  • Bis 80 Kilo: optimale Länge zwischen 63-66 cm.
  • Bis 100 Kilo: optimale Länge zwischen 75-80 cm.
  • Bis 120 Kilo: optimale Länge zwischen 90-92 cm.

Schneeschuhe für Damen und Herren

Man sollte es nicht glauben, aber unabhängig vom Gewicht kommt doch das Geschlecht ins Spiel, auch wenn es natürlich unisex Schneeschuhe auf dem Markt gibt.

Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die spezifischen Frauenmodelle andere Rahmen und Bindungsgrößen haben. Die Schrittlänge wird berücksichtigt mit den schmaleren Heckflossen, wobei die zumeist kleineren Füße in die kleineren Bindungen passen.

Aber so lange die anderen Modelle (allerdings in der richtigen Gewichtsklasse) sicher sitzen und man bequem damit laufen kann, ist das natürlich letztlich egal.

Zusammenfassung

Man sollte sich im Prinzip zwei Punkte genau überlegen, bevor Angebote für Schneeschuhe vergleicht.

Ganz wichtig wie immer, erstens, was möchte ich mit diesen Schuhen genau machen, einfaches Wandern, schnelles Laufen oder Bergexpedition?

Zweitens, und das hängt damit natürlich zusammen: wie ist das Gelände beschaffen, mit welchem Schnee muss ich rechnen. Geräumter Wanderweg, hügelige Landschaft oder in der Tiefschnee-Wildnis?

Die absolute Faustregel ist ganz einfach und logisch: wenn die Schneeschuhe zu klein sind, sinkt man ein. Wenn sie zu groß sind, werden sie zu einer Behinderung.

Damit ist eigentlich alles gesagt, hier ein Beispiel:

Vor allem bestimmt mein Gewicht die Größe der Schneeschuhe. Aber ich wähle trotzdem schmalere und leichtere für zügiges Laufen auf ebenen Wegen, als wenn ich im Tiefschnee langsam durch die Walachei wandere.

Nochmal zum Mitschreiben

Grundsätzlich muss man auf drei Dinge achten,

  • die Rahmenform (oval oder mit schmal zulaufender Flosse),
  • die Breite und Länge,
  • sowie weitere Designfeature wie Fersenbügel oder Krallen.

Alle drei Punkte bestimmen sich im Grunde durch die 3 G´s,

  • Gelände,
  • Gewicht,
  • Geschlecht,
  • aber auch zusätzlich dadurch, was man genau damit machen möchte.

Der nächste Winter kommt bestimmt und hoffentlich mit viel Schnee. Und für alle diejenigen, die auch in der kalten Jahreszeit draußen aktiv sein möchten, sind Schneeschuhe eine wunderbare, ganz unkomplizierte Alternative zum Langlauf, ein Freizeitspaß für die ganze Familie.

Haben Sie es schon einmal ausprobiert oder haben Sie Erfahrungen mit Schneeschuhen?

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