Review of: Eickhorn GEK EDC
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€€€€

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5
On 30. August 2016
Last modified:30. August 2016

Summary:

Überraschend flexibles Allzweckmesser aus der Sollinger Traditionsschmiede.

Das Eickhorn GEK EDC ist ein weiteres Messer aus der deutschen Traditionsschmiede Solingen.

Eickhorn stellt viele Blankwaffen für den professionellen Einsatz her, wie zum Beispiel das S.E.K. Polizei. Damit arbeiten sie seit Jahren im qualitativen High-End Bereich.

Mit dem Eickhorn GEK EDC haben sie ein Messer vorgelegt, dass nun für Jedermann gedacht ist, und sowohl Outdoor / Camping, als auch EDC Messerfreunde begeistern will.

Und wie ich finde, tut es das auch. Das Messer ist meiner Meinung nach 1a.

Eickhorn Gek EDC – Es Spricht Deutsch

Eickhorn Gek EDCDabei steht „Made in Germany“ nicht nur für die Qualität, die sich am Material, der Verarbeitung und dem Design zeigt. Diese Qualität kann man ohnehin erwarten, bei 140 Jahren Erfahrung und Solinger Messerschmiedekunst.

Das alles ist beim Eickhorn GEK EDC der Fall, wie bei allen Messern dieses Herstellers. Doch Made in Germany steht explizit auch im Namen dieses Messers – German Expedition Knife oder eben GEK.

Das verspricht Outdoorvergnügen, egal wohin es einen verschlägt oder das Flugzeug einen abwirft, und nicht nur in deutschen Gefilden.

Wie die Polizei erlaubt

Allerdings bekommen wir die zusätzliche Information, es handele sich um ein EDC, also ein Every Day Carry.

Was heißt das genau? Zum einen wird damit der Einsatzbereich des Eickhorn GEK EDC markiert – man kann dieses Messer für die täglichen Arbeiten einsetzen.

Zum anderen wird aber auch etwas über die Produktmerkmale gesagt.

Und es ist nicht zuletzt auch die Klingenlänge von 11,7 cm, die das Messer zum GEK, zum deutschen Expeditionsmesser macht.

Richtig, es handelt sich um eine für Deutschland legale Klinge, ähnlich wie das Spyderco UKPK extra für die britischen Waffengesetze entworfen wurde.

Produktmerkmale

Das Eickhorn GEK EDC ist insgesamt 23 cm lang, mit einem Gewicht von 193 Gramm.

Das ist für das Kaliber des Messers ein eher leichtes Gewicht und man darf gespannt sein, wie gut schwere Arbeiten damit von der Hand gehen.

Aber eines nach dem anderen. Das Eickhorn GEK EDC ist ein Messer für Jedermann und kann, denke ich, vielen verschiedenen Ansprüchen genügen.

Verschiedene Varianten

Das erklärt sicher auch, dass es von Eickhorn in einer Vielzahl von Varianten angeboten wird. Mein GEK, das ich hier bespreche hat

  1. einen Flachschiff im Gegensatz zur Kombiklinge.
  2. skelletierte braune (nicht grüne oder schwarze) G10 Griffe und
  3. einen Böhler K110-Stahl mit blankem Finish (statt schwarzem Kalgard).

GEK EDC

Klinge: Besondere Kennzeichen – Keine

Die Klinge des Eickhorn GEK EDC kommt ganz unaufgeregt daher. Nur 11,7 cm ist sie lang. Die Stärke ist recht ordentlich mit knapp 5 mm.

Die Form ist ausgewogen und zeigt auf den ersten Blick die sehr guten Allround-Qualitäten. Der Bauch ist mäßig, die Spitze relativ mittig, und die falsche Schneide ausgeprägt.

Man erwartet eine gute Schnittleistung, eine gut kontrollierbare Spitze, die beste Einstechqualitäten besitzt und noch dazu recht stabil ist.

Die Klinge, wie der Rest des Messers sind aber dadurch nicht durchschnittlich im herkömmlichen Sinne. Im Gegenteil, das Eickhorn GEK EDC ist von höhster Qualität.

Es ist eine sehr gut abgestimmte, ausgewogene Mischung. Das muss es auch sein, wenn es ein gutes Allround-Messer sein will.

In diesem Sinne keine besonderen, außergewöhnlichen Kennzeichen. Sie ist pure Funktionalität und will nichts anderes sein.

Böhler Stahl überzeugt

Für die Wahl des Böhler K110-Stahl (oder auch D2), der mit einer Härte von 59 auf der Rockwell-Skala angegeben ist, ist absolut Spitze für diese Art von Messer.

Wieder heißt es, die Form (oder das Material) folgt der Funktion, Form Follows Funktion. Der Stahl hat eine gute Schnitthaltigkeit und ist noch dazu relativ leicht zu schärfen, bestens auch für den Durchschnitts-Naturburschen geeignet.

Griffe sind Geschmackssache…

gek edc schwarzJa, es sind G10 Griffe. Davon sieht und hat man allerdings nicht viel.

Ich bin mäßig begeistert von der Skelletvariante. Das liegt aber daran, wie es in meiner Hand liegt.

Dadurch, dass das Eickhorn GEK EDC dadurch recht leicht ist, kommt es mir so vor, als müsste ich mehr Kraft in den Schnitt legen. Und dann wird es mir auf die Dauer etwas unangenehm im Handling, aber das ist Geschmackssache.

Für mehr Kontrolle durch den Daumen gibt es auch ein Jimping am Rücken, aber dann muss ich mich erst recht an diese Durchbrüche gewöhnen. In jedem Fall trage ich lieber Handschuhe wenn ich mit diesem Messer arbeiten möchte.

…besitzen aber eine hohe Funktionalität

Diese extrem skelletierten Griffe mit besagten Durchbrüchen haben allerdings im Feld wunderbare Vorteile.

Man könnte auch von zwei riesigen Lanyard Holes sprechen. Natürlich können sie in dieser Funktion verwendet werden, eignen sich aber auch zu jeder anderen Befestigungsvariante.

Außerdem hat das Eickhorn GEK EDC eine Durchbohrung für einen Fangriemen, das nur am Rande bemerkt.

Der Spielraum ist recht groß. So kann man dieses Messer zum Beispiel klassisch als Bayonett-Aufsatz an einem Stock befestigen. Das spricht schon sehr für den Nutzen, den dieses Messer für unseren Outdoor Ausflug haben wird.

Zu guter Letzt weist das Griffende eine Schlagfläche auf, die könnte eventuell nützlich werden, um Äste in den Boden zu treiben, wir werden sehen.

Der Wald ruft

Noch einmal die Erwartungen and das Eickhorn GEK EDC in Kürze.

Die Klinge soll sehr gute Allround-Eigenschaften haben, also Schneiden, Schnitzen und vielleicht auch Hacken, aber bei dem Gewicht ist das Holzhacken vielleicht eher weniger zu empfehlen.

Die Spitze zusammen mit der falschen Schneide und dem D2 Stahl könnte sich dagegen für etwas robustere Arbeiten empfehlen. Ebenso die Klingenstärke.

Holzhacken leicht gemacht

Also gut, gleich die kleine Kiefer für das Lagerfeuer zerlegt, die sind ja nicht so hart. Man kann mit diesem Meser leicht die letzten kleinen Äste abhacken.

Dann kommt der Stamm mit ungefähr 12 cm Durchmesser. Es dauert eine Weile und kostet etwas Mühe. Aber das liegt, ich muss es leider zugeben, nicht am Eickhorn GEK EDC, sondern eher am etwas schlappen Benutzer.

Das Messer hat für sein Gewicht einen Wahnsinns Durchschlag. Ich denke, das liegt unter anderem auch am hochgezogenem Flachschliff. Die enorme Eindringtiefe ist jedenfalls überraschend.

Schnitthaltigkeit 1A!

Als nächstes werden Holzscheite gespalten, dass es nur so eine Art hat – kein Problem für das Eickhorn GEK EDC. Die breite und robuste Klinge hält, was sie verspricht.

Und dabei habe ich das beste noch gar nicht erwähnt: Auch nach all diesen Aktionen überlebt die Klinge unbeschadet.

Mehr noch, die Schnitthaltigkeit ist so gut, dass ich gleich noch meine Lanyards zurechtschneiden kann, und das Bootstau für das Flos noch dazu, warum denn auch nicht.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Schneide ist immer noch ordentlich scharf und unbeschadet.

Dosenöffner

Kommen wir zu der anderen Durchschlagskraft, dem Durchstehen oder Einstechen. Ob Blechbüchse oder Holz, wieder erfüllt dieses wunderbare Allround-Talent alle Erwartungen. Und die Spitze übersteht die drei Suppendosen wieder einmal unbeschadet.

One Tool?

Keiner glaubt an den Weihnachtsmann oder die eierlegende Wollmilchsau. Oder an die One Tool Option.

Aber das Eickhorn GEK EDC kommt dem Traum des One Tools für mich sehr nahe.

Denn es kann noch mehr. Obwohl es für ein EDC – nicht für ein Outdoor oder Survivalmesser natürlich – relativ groß und relativ schwer ist, kann man es sehr wohl auch für feinere Schnitzarbeiten verwenden.

Das hätte ich nicht gedacht. Und bei der kontrollierten Feinarbeit hilft zusätzlich das Jimping am Rücken.

Darüber hinaus kann man, wie oben kurz erwähnt, Dank der skelletierten Griffe das Messer als Bayonett verwenden.

Und zusätzlich auch für viele andere Outdoor und auch Survival-Einsätze, da die Klingenstärke einen durchaus robusten Gebrauch zulässt.

Kein Wunder, denn das Eickhorn GEK EDC wurde zusammen mit Outdoor-Experte Tony Lennartz entwickelt.

Fazit

Das Eickhorn GEK EDC ist exzellentes EDC Messer für jeden Tag, dass auch als Outdoor Allrounder bestehen kann.

Ich habe hier den Flachschliff mit blankem Finish, braunen G10 Griffen und D2 Stahl besprochen. Es gibt etliche andere Varianten, so dass sich ein Jeder sein perfektes Eickhorn GEK EDC zusammenstellen kann.

Hier meine Highlights

  • Für den Outdoor Bereich  ist es bemerkenswert leicht, was wiederum einen Pluspunkt für den EDC Gebrauch bedeutet,
  • zusätzlich zur legalen Klinge von nur 11,7 cm. Man kann das Messer also tatsächlich ohne berechtigtes Interesse jeden Tag mit sich führen.
  • Der Stahl Böhler K110 bzw. D2 macht die Klinge besonders widerstandsfähig.
  • Die Schnitthaltigkeit ist enorm und hat mich wirklich beeindruckt.
  • Der Stahl ist eine Sache, der Schliff und die Verarbeitung eine andere. Auch nach schwersten Arbeiten war die Schneide immer noch scharf, aber vor allem komplett unbeschädigt.

Daran zeigt sich, man muss wahrlich kein Snob sein. Die Wertarbeit aus Solingen merkt man einfach. Und vergessen wir bitte nicht, dass der Wellenschliff dort erfunden wurde, also bitte.

Die G10 Griffe sind vielleicht nicht jedermans Sache. Die Skelletierung trägt natürlich zum niedrigen Gewicht bei, aber hier wünsche ich mir einfach mehr Substanz. Das ist meine subjektive Meinung und eine Geschmacksfrage.

Angesichts der Vielseitigkeit und der robusten Schnitthaltigkeit kann ich das Eickhorn GEK EDC ohne Einschränkungen als EDC- und Outdoor-Messer empfehlen.

Der Preis von derzeit rund 185 Euro lohnt sich wirklich allemal. Man bekommt Top-Qualität und Funktion, an der man garantiert sehr lange seine Freude haben wird.

Haben Sie Erfahrungen mit dem GEK? Wie finden Sie die Griffe?

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