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Fiskars K40 Messer – Budget-Überraschung aus Finnland

Review of: Fiskars K40
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On 22. Februar 2017
Last modified:30. April 2017

Summary:

Ein sehr günstiges Gebrauchsmesser, das bei kleineren Arbeiten in Feld und Küche gute Dienste leistet.

Fiskars K40 Messer - Budget-Überraschung aus FinnlandIch möchte heute das Fiskars K40 vorstellen, ein finnisches Budget-Universalmesser, auf das ich vor kurzem bei einem Angelausflug aufmerksam gemacht worden bin.

Vielleicht sind Fiskars Messer ja für Sie ein alter Hut. Mich hat es jedenfalls komplett überrascht, denn eigentlich kenne ich Fiskars als Hersteller von Äxten oder vielleicht noch Gartengeräten, die dazu noch im mittleren bis höherem Preissegment liegen.

Zwar habe ich neulich Filetiermesser besprochen, und dabei hat ein Fiskars-Messer relativ schlecht abgeschnitten (im übertragenen Sinn, wörtlich genommen schnitt es ganz ordentlich).

Und so war ich gleichzeitig extrem skeptisch und zuversichtlich, denn normalerweise verstehen diese Finnen ihr Outdoorgeschäft. Aber kann ein Messer für unter 10 Euro wirklich etwas taugen?

Die kurze Fassung lautet: ja.

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Technische Daten

fiskars k40Doch zunächst einmal kurz zu den Details im Überblick:

  • Gesamtlänge 22 cm,
  • Klingenlänge 10 cm,
  • Klingenstärke 2 mm,
  • Gewicht 70 Gramm,
  • inkl. Plastikscheide.

Das ist Budget

Diese Art von skandinavischem Allrounder für Jedermann erinnert vielleicht den einen oder anderen an die schwedischen Mora Messer, mit denen das Fiskars K40 in der Tat eine Familienähnlichkeit teilt.

Und das noch im gleichen Preissegment, denn das Fiskars K40 ist normalerweise, wie auch zum Zeitpunkt des Verfassens von diesem Artikel für unter 10 Euro (in Worten: zehn Euro – unglaublich) zu haben. Macht es denn überhaupt Sinn, sich so ein Messer überhaupt anzuschaffen?

Ja, definitiv! Oder auch: jein, denn es kommt darauf an, wie immer, was man damit machen will.

Aber ich kann jetzt schon vorab verraten, dass das Fiskars vielleicht auf den ersten Blick etwas schepp erscheinen mag und ich deshalb ziemlich überrascht darüber bin, wie vielseitig und robust das Fiskars K40 ist.

Abstrich Half Tang?

Und das, fangen wir mal bei den negativen Aspekten an, obwohl das Fiskars K40 keinen Full Tang hat.

Ach Du Schreck. Normalerweise ist das für mich ein Ausschlusskriterium. Ob Bushcraft, Outdoor, Survival oder Jagd, immer rate ich zu Full Tangs.

Das ist für mich eigentlich immer ein wichtiges Qualitätsmerkmal für ein feststehendes Messer, und das Fiskars K40 ist schließlich auch eines.

Und das war ehrlich gesagt das größte Manko, das ich beim Fiskars Filetiermesser zu erwähnen hatte. Aus zwei Gründen mache ich hier eine Ausnahme.

Erstens macht es die Klinge etwas flexibler (das bedeutet wohlgemerkt nicht, dass das Messer Spiel hätte), und das kann beim Filetieren von Vorteil sein.

Zusätzlich ist die Klinge des Fiskars K40 kürzer und damit besser kontrollierbar als das Filetiermesser mit seinen 20 cm Klingenlänge. Und logischerweise ist damit auch die Hebelwirkung etwas geringer.

Und, zweitens, ist der hohle Griff – übrigens ein Grund, weshalb das Messer so leicht ist – im Gegenteil ein wesentliches Funktionsmerkmal des Fiskars K40.

So leicht, es schwimmt sogar

Was soll das denn jetzt heißen, kann ich vielleicht Rambo-mäßig etwas im Griff verstauen? Nein, bloß nicht, und bitte auch nicht die Kappe am Knauf abfummeln.

Das Fiskars K40 ist ein so genanntes Schwimmmesser. Und das bedeutet genau, was der Name nahe legt: Fällt mir das Messer ins Wasser, geht es nicht gleich unter, zumal es mit seinen 70 Gramm auch noch ultraleicht ist.

Somit ist es definitiv gut für den Wassersport. Und wie ich oben schon angedeutet habe, eignet es sich insbesondere für das Angeln und Fische filetieren.

Signalfarben

Fiskars k40Hierbei kommt auch die Farbe des Knaufs ins Spiel, denn selbst in etwas trüberen Gewässern kann ich das Messer schnell finden.

Das ist übrigens eine Modifikation, die ich selbst fast immer vornehme.

Mal ehrlich, wer schleicht hier guerilla-artig durch den Wald, weil jeden Augenblick ein Ninja hinter dem Brombeerstrauch hervorspringen könnte?

Ich lasse das jetzt mal so stehen, aber für meinen Teil brauche ich keine Tarnfarben, im Gegenteil.

Ich benutze zum Teil phosphoriszierendes Klebeband, zum Teil einfach Signalfarben für meine Kunststoffscheiden und auch Griffe, damit ich beim Camping auch im Zwielicht oder bei Dunkelheit das Messer schnell finde.

Billige Plastikscheide willkommen!

Und damit komme ich zur Plastikscheide, die wirklich sehr, sehr einfach ist. Und einfach super funktional.

Ich möchte hier nicht über den Sinn und Unsinn von MOLLE-kompatiblen Messerscheiden für den Durchschnitts-Outdoorfreund philosophieren.

Aber die Kunststoffscheide des Fiskars K40 ist nicht nur befriedigend, sondern hat tatsächlich auch noch Vorteile.

Zunächst einmal zu den herkömmlichen, aber wichtigen Aspekten. Die Scheide hat Löcher, damit Wasser oder sonstiges Gelerch abfließen kann. Das ist wieder ein Punkt, der das Fiskars K40 besonders gut für unseren Bootstrip macht.

Lesenswert: Unser Artikel zu Anglermessern und Tauchermessern.

Lanyard statt Gürtelbefestigung

Es gibt eine Gürtelhalterung, aber die scheint etwas am seidenen Faden zu hängen. Besser als dieser Faden ist also ein stabiler Lanyard (und jetzt kommt´s!), mit dem ich mir das Messer einfach um den Hals hängen kann.

Bei diesen ultraleichten Allzweckmessern finde ich persönlich es am praktischsten, mir das Messer in der Scheide einfach um den Hals zu hängen. So weiß ich immer, wo es ist und habe es gleich griffbereit. Und es ist mir auch beim Sitzen, zum Beispiel, nicht im Weg.

Und wenn es mir dann doch einmal im Weg ist, dann kann ich es immer noch über den Arm hängen oder schnell an der Gürtelschlaufe festzurren.

Die Klinge

Und das bringt uns indirekt zur Frage, was ich mit dem Fiskars K40 denn nun eigentlich genau machen kann. Und dazu schauen wir jetzt einmal genauer auf die Klinge.

Die Klinge hat vielleicht ein kleines bisschen Spiel, gerade wenn man es mit ultrarobusten Full Tang Messern vergleicht. Das war aber auch schon alles, was ich anzumerken hatte. Negatives, meine ich natürlich.

Stärke und Stahl

Die recht schmale Klinge, wir erinnern uns, die Stärke ist nur 2 mm, eignet sich sehr gut zum Filetieren. Ich kann damit wunderbar Fische ausnehmen, aber auch für kleineres Wild ist das Fiskars K40 ganz brauchbar.

Das Fiskars K40 ist einigermaßen scharf, lässt sich aber wirklich sehr leicht nachschärfen. Das Klingenmaterial selbst ist leider nicht angegeben, aber es heißt zumindest, dass es sich um rostfreien Stahl handelt.

Da das Messer in China produziert wurde, schätze ich, es handelt sich um 7Cr13MoV, doch wie immer ohne Gewähr.

Skandischliff

Das Fiskars K40 hat einen Skandischliff, der extrem beliebt bei Outdoor- und Survivalmessern ist. Das Messer hat kaum Ricasso, so dass die Schneide fast über die ganze Länge geht.

Der Skandischliff ist sehr gut geeignet für alle möglichen Arbeiten vom Schnitzen bis zum bereits mehrfach erwähnten Ausnehmen. Doch ist das alles?

Mein Angelfreund, der mir das Messer sofort vorführte, noch bevor ich es selbst testen konnte, benutzt es tatsächlich als Bushcraft Messer. Also für´s Eingemachte, mit allem drum und dran, inklusive der schwereren Arbeiten.

Das traue ich mich definitiv nicht. Erstens, wegen des Half Tangs, und zweitens, weil ich den Stahl der recht dünnen Klinge nicht kenne. Ich halte das auch für übertrieben, wenngleich ich feststellen musste, dass das Messer in unserem „wilde 13“- Einsatz recht gut abgeschnitten hätte.

(Und nein, dass bedeutet nicht, dass man damit gegen Drachen kämpfen könnte oder einen Lokomotiv-Führerschein braucht)

8 von 13 Outdoorarbeiten

Das Fiskars K40 taugt für recht viele unser 13 Outdoorarbeiten, nämlich mit leichten Einschränkungen acht typische Arbeiten:

  • Schneiden (in jeglicher Fom, aber keine dicken Taue natürlich),
  • Spalten (kein Batoning, aber Kienspäne machen),
  • Essenszubereitung,
  • Jagen und Angeln,
  • Feuer machen,
  • Signalisieren,
  • Selbstverteidigung,
  • Erste Hilfe.

Doch bitte seien Sie vorsichtig, gerade mit dem Feuerholz herstellen, aus den oben genannten Gründen.

Griffe

Das führt uns schließlich auch zu den Griffen.

Das Fiskars K40 hat sehr einfache Kunststoffgriffe, die zusammen mit dem Half Tang und der schmalen Klinge für das federleichte Gewicht sorgen.

Das Handling ist gut. Die Griffe sind trotz Feuchtigkeit, egal ob Wasser oder Schmutz, relativ rutschfest.

Es gibt auch einen Fingerschutz, den ich gut finde, der aber nichts besonderes ist. Hier zählt eher der Gedanke, wie ich finde.

Vielleicht ist das Handling besser mit gummierten Handschuhen, aber das muss ich noch ausprobieren.

Fiskars K40 – ein Universalmesser

Soweit erst einmal meine erste Fiskars Einzel-Messerbesprechung. Vielleicht kommen ja noch einige in Zukunft, aber das Fiskars K40 ist schon einmal ein solider Anfang.

Für knappe zehn Euro bekommt man ein sehr einfaches, aber vielseitiges Messer. Hier noch einmal die Vor- und Nachteile auf einen Blick.

Vorteile

Das Fiskars K40 empfiehlt sich vor allem für Wassersportler (mit Ausnahme von Tauchern), weil es

  • ein Schwimmmesser ist,
  • aus rostfreiem Stahl ist,
  • ultra-leicht ist, so dass ich es mir umhängen kann,
  • die Klingenstärke unter 3 mm sich hervorragend zum Filetieren eignet,
  • in einer Plastikscheide mit Löchern ausgeliefert wird.

Aus diesen Gründen würde ich es definitiv als Universalmesser, aber vor allem als Angelmesser empfehlen können.

Einsatzbereich

Auch hatte ich oben aufgelistet, dass das Fiskars K40 zumindest acht von dreizehn Outdoorarbeiten verrichten kann, nämlich

  • Schneiden (in jeglicher Fom, aber keine dicken Taue natürlich),
  • Spalten (kein Batoning, aber Kienspäne machen),
  • Essenszubereitung,
  • Jagen und Angeln,
  • Feuer machen,
  • Signalisieren,
  • Selbstverteidigung,
  • Erste Hilfe.

An den Einschränkungen zeigen sich schließlich auch noch die Nachteile dieses Messers.

Nachteile

  • der undefinierte Messerstahl scheint relativ weich und wenig korrosionsbeständig,
  • die Plastikscheide ist so billig, dass sie wahrscheinlich schneller brechen könnte,
  • der Half Tang lässt keine gröberen Arbeiten zu, wenn man auf Nummer sicher gehen möchte,
  • die Klingenstärke schränkt den Einsatzbereich ebenfalls ein.

Und schließlich ist es für einige von Nachteil, dass das Messer in China gefertigt wird. Das schlägt sich nicht nur in der Qualität des Materials oder der Herstellung nieder, sondern ist als Europäer auch wirtschaftlich vielleicht bald nicht mehr zu verantworten.

Aber das muss jeder selber wissen. Ich jedenfalls habe ein leicht schlechtes Gewissen, freue mich aber an meinem neuen Anglermesser, das mir als Ersatzmesser sicher gute Dienste leisten wird.

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Was halten Sie von Fiskars als Hersteller? Kennen Sie dieses Messer? Sind Sie Freund oder Feind dieser Art von Messer, wie sie zum Beispiel auch Mora herstellt?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

Ein sehr günstiges Gebrauchsmesser, das bei kleineren Arbeiten in Feld und Küche gute Dienste leistet.

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Thomas Brandt

Ich habe das K40 im Supermarkt erworben und ca. 2 Monate im Gebrauch. Hauptsächlich schnitze ich mit meiner Enkeltochter im Wald Wanderstöcke usw.. Überrascht bin ich von der Schärfe und Führbarkeit dieses Messers, auch brauchte ich bis jetzt noch nicht nachschärfen. Für den Preis ein TOP Teil

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