Gerber Strongarm Coyote Im Praxistest – „Nur“ Zweiter Sieger?

Price:
€€

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Rating:
4
On 6. September 2016
Last modified:30. April 2017

Summary:

EIn gutes und vergleichsweise günstiges Überlebensmesser der Firma Gerber mit leichten Ergonomieschwächen.

Das Gerber Strongarm Coyote ist ein Vollerl-Überlebensmesser mit einer freistehenden Schlagspitze am Knauf, die im Notfall auch zum Glas brechen dienen kann. Die Spitze ragt aus einem glasfaserverstärkten Nylongriff mit diamant-texturiertem Gummibelag.

Das Messer ist insgesamt 24.9 cm lang, mit einer 12.2 cm langen Klinge. Ich bevorzuge diese Klingenlänge zum Holzschnitzen, weil sie das Gewicht des Griffes gut ausbalanciert, aber auch einfach wegen des Aussehens. Die ungefähr gleichen Proportionen von Griff und Klinge erzeugen eine gute Ästhetik.

Die Klinge ist aus 420HC Stahl mit einem „half-flat“ Schliff, wobei der primäre Schliff sich bis etwa zur Hälfte der Klingenhöhe zieht. Der Klingenrücken ist solide genug zum Feuerschlagen auf einem Feuerstahl.

Das Gerber StrongArm ist von den Maßen her genau zwischen seinen Geschwistermessern, dem Gerber LMF II (Gesamtlänge 27,1 cm) und dem Gerber Prodigy (Gesamtlänge 25,5cm) angesiedelt. Dabei ist das Verhätnis der Klingenlänge widerum etwas anders:

  • Gerber LMF II – 12,6cm Klingenlänge
  • Gerber Strongarm – 12,2cm Klingenlänge
  • Gerber Prodigy – 11,6cm Klingenlänge

Die Scheide: Drei Wege, ein Messer zu tragen

Gerber Strongarm Coyote Überlebensmesser

Die Gerber modulare Scheide, mit der das Strongarm geliefert wird, erlaubt ein horizontales und vertikales Tragen am Gürtel und hat einen Molle-Clip zur Befestigung am Molle Rucksack. Das Messer rastet mit gutem Sitz in eine Plastikscheide, die auf verschiedene Art und Weise getragen werden kann.

Senkrechtes Tragen am Gürtel

Für den Gürtel gibt es Nylon-Laschen mit Druckknöpfen, mit denen man das Messer tiefer als bevorzugt aber noch immer angenehm trägt.

Ein kleines Problem ergab sich beim Ziehen des Messers afgrund seines festen Sitzes in der Scheide. In der Hälfte der Fälle öffneten sich die Druckknöpfe der Gürtellaschen, bevor das Messer vollkommen aus der Scheide gezogen war.

Ich hätte niemals gedacht, dass ich so etwas sagen würde, aber das Gerber Strongarm Coyote sitzt meiner Meinung nach „zu fest“ in der Scheide.

Kompatibel mit Molle Zubehör

Die Laschen werden auch zur Befestigung am Molle Zubehör benutzt, wobei dies in einem Test besser funktionierte als am Gürtel; die Scheide ließ sich fest und ohne Spiel am Rucksack anbringen, wodurch die Laschen beim Ziehen des Messers besser hielten.

Für einen Rucksack ohne Molle Halterungen ist diese Option allerdings weniger nützlich.

Die schnelle Schnalle: Waagrechtes Messer am Gürtel und Rucksack

Die dritte Option, das Messer waagrecht am Gürtel zu tragen, erwies sich als die beste. Man befestigt eine Schnalle am Gürtel, und die Scheide rastet mithilfe einer mitgelieferten Plastikplatte in die Schnalle ein.

Beim Tragen der waagrechten Gürtelschnalle trägt man das Messer am besten unter dem Arm, damit es nicht im Weg ist; eine akzeptable, wenn auch nicht unbedingt besonders praktische Lösung.

Für meinen Rucksack war die Schnalle aber eine gute Lösung. Anstelle des Gürtels befestigte ich die Schnalle am Schulterriemen meines Rucksacks, so dass sich das Messer bequem erreichbar aber nicht störend unter meiner Achsel befand.

Der Griff: Bequemer Halt mit gewöhnungsbedürftiger Daumenhaltunggerber strongarm coyote scheide

Der einzige Kritikpunkt am Gerber Strongarm Coyote (wenn man den festen Sitz in der Scheide außen vor lässt) wäre die etwas gewöhnungsbedürftige Ergonomie des Griffes.

Für mittelgroße Hände erscheint der Griff ein wenig klein geraten, wobei ich nicht sicher bin, ob der Griff tatsächlich objektiv klein ist oder ob es ein vom Doppelknebel erzeugtes Gefühl ist.

Der Knebel ist irgendwie im Weg, ich würde einen flachen Rücken mit Zahnung bevorzugen.

Während das Messer relativ bequem im „Hammergriff“ zu halten ist, blockiert der obere Knebel das Auflegen des Daumens auf den Klingenrücken (sogenannter „Säbelgriff“) zur besseren Führung des Messers. Viele Messer besitzen eine flache Zähnung (Jimping) in diesem Bereich als eine bequemere Weise, ein Messer zu führen.

Beim Auflegen des Daumens auf den Knebel sitzt das Messer zu weit vorne in der Hand.

Daumenpolster für guten Verteidigungsgriff

Daumenpolster an den Seiten des Griffes helfen beim defensiven Halten des Messers. Obwohl diese leichten Vertiefungen vornehmlich für den festen Sitz in der Scheide verantwortlich sind, sind sie sehr hilfreich für einen festen waagrechten Stoßgriff des Messers, ähnlich den Polstern auf dem V42 Commando Dolch.

Ansonsten liegt das Messer gut balanciert in der Hand und der gummierte Griff ist haltbar und griffig ohne nennenswerte Problemzonen.

Gerber Strongarm Coyote im Test: Gut bewährt in Feld und Küche

Das Gerber Strongarm Coyote bewährte sich gut im Kartonschneiden – der „Königsdisziplin“ aller Messertests.

Durch die ersten 15 Meter schnitt es wie durch Butter, und auch die nächsten 30 Meter stellten kein Problem dar. Danach ermüdete meine Hand durch den etwas ungewohnten Griff, aber das Messer war noch immer recht scharf, auch wenn es zunehmend Karton zu reißen begann.

Küche

Auch in der Küche zeigte sich das Gerber Strongarm von seiner guten Seite. Es schneidet viele Gemüse und Fleisch hervorragend, erlaubt das Schneiden hauchdünner Knoblauchscheiben, zerlegt problemlos Hühnerflügel und gleitet ohne Mühe durch Steaks und Koteletts.

Holz

Holzverarbeitung ist ein guter Test sowohl für die Notfalltauglichkeit eines Messers als auch dessen allgemeine Haltbarkeit. Viele Messer können trockenes Eichenholz wunderbar und ganz leicht spalten, aber ich testete das Gerber Strongarm Coyote an sehr knorrigem Buchenholz.

Ich konnte den Stamm in Kleinholz brechen, auch wenn es nicht einfach war und einige Zeit dauerte und ich sogar einige meiner hölzernen Schlagstöcke zerbrach. Das Messer widerstand den harten Schlägen ohne Schaden.

Die Statistik: Von Maßen und Materialien des Gerber Strongarm

Gerber Strongarm Coyote

Das Gerber Strongarm Coyote

  • Klingenmaterial: 420HC Edelstahl
  • Griffmaterial: glasfaserverstärktes Nylon mit Gummierung
  • Klingenlänge: 12.2 cm
  • Gesamtlänge: 24.8 cm
  • Messergewicht: 204 g
  • Gesamtgewicht: 309 g
  • Preis: €€

Weitere Varianten des Gerber Strongarm

Ich persönlich bevorzuge, die hier getestete Coyote-Ausführung mit Flachschliff. Es gibt allerdings noch die Standardausführung des Gerber Strongarm in schwarz, sowie beide Varianten mit Teilwelle.

gerber strongarmgerber strongarm coyote teilwelle

Die Bewertung: Ein Messer, das nicht enttäuscht

Form – Klassisches Überlebensmesser

Nichts Besonderes oder Bahnbrechendes, das Messer hat ein klassisches, gut proportioniertes Aussehen. Ich mag die zweifarbige Version.

4 von 5 Sternen

Klinge – Guter Stahl

Der 420HC Stahl ist relativ einfach zu schärfen, hält die Schärfe hinreichend gut und ist gut tauglich.

Der „half-flat“ Schliff ist ein guter Kompromiss und kombiniert die Unempfindlichkeit eines „Scandi“-Schliffes, ohne die Klingenstärke zu sehr wegzuschleifen, wie es beim vollen Flachschliff der Fall sein kann.

Die keramische Beschichtung nutzt mit andauernder starker Benutzung ab, jedoch nicht mehr als erwartet oder mehr als bei jedem anderen Messer.

4 von 5 Sternen

Ergonomie – Fragliche Knebelpositionierung

Der Griff fühlt sich auch ohne große Hände etwas klein an, vor allem wegen des erhobenen Knebels, der eine bequeme Haltung des Daumens erschwert.

3 von 5 Sternen

Robustheit und Haltbarkeit – Sehr Gut

Dies ist ein robustes Messer, das allen denkbaren Anforderungen widerstehen sollte. Das einzige Bedenken ist, dass die Gummierung mit der Zeit und Nutzungsdauer abnutzt.

5 von 5 Sternen

Gesamtwertung – 16 von 20 möglichen Punkten

Nachdem ich das Gerber Strongarm fast den gesamten Sommer über benutzt habe, zeigt sich die Tatsache, dass ich die Scheidenschnalle auch nach dem Messertest an meinem Rucksack ließ und immer wieder das Messer einfach anklickte und loszog, als höchstes Lob.

Ich benutze noch immer mein Mora und andere Messer, die ich teste, aber wenn nichts Besonderes anliegt, komme ich doch immer wieder auf das Gerber Strongarm zurück.

Abgesehen von den kleinen Unzulänglichkeiten mit dem Tragen am Gürtel und der gewöhnungsbedürftigen Griffposition ist dies ein großartiges Messer. Es ist robust genug, um das ausgiebige Holzschlagen und Zerkleinern und andere grobe Arbeiten auszuhalten, und liegt dennoch leicht genug in der Hand, um überraschend gut auch feine Arbeiten in der Küche zu erledigen.

Weitere Erfahrungsberichte zum Gerber Strongarm Coyote

Gerber hat mit dem Strongarm wirklich Gutes geleistet. Für Gerber-Skeptiker ist das Gerber Strongarm eine gute Wahl, Gerber nochmals eine Chance zu geben. Es ist ein wirklich solides Messer, das nicht enttäuschen wird.

EIn gutes und vergleichsweise günstiges Überlebensmesser der Firma Gerber mit leichten Ergonomieschwächen.

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