Glock 78 Feldmesser im Praxistest – Österreichisches Soldatenmesser

Review of: Glock 78
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4
On 31. August 2016
Last modified:30. April 2017

Summary:

Das Glock 78 ist ein ordentliches Feldmesser zu einem sehr günstigen Preis.

Ich besitze ebenfalls das Glock 78 Feldmesser mit Klinge ohne Sägezahnung. Für seinen Preis von ungefähr 40 Euro ist es ein gutes Messer. Es ist robust und besitzt viele der Eigenschaften, die ich in einem Feldmesser schätze. Nach Herstellerangaben ist dieses Model auch für den Messerwurf ausbalanciert.

Glock 78 Feldmesser im Praxistest - Österreichisches Soldatenmesser

Die Klinge des Glock 78 – Einem Bajonett sehr ähnlich

Die Klinge ist offensichtlich eine Weiterentwicklung des Bajonetts. Sie ist nicht sehr breit aber dennoch recht dick, so dass ein Sabre Grind von hohem Winkel entsteht.

Der obere Schliff ist ebenfalls recht stumpfwinkelig, doch weil der Stahl nicht sehr hart ist, ist ein Nachschliff der Klinge kein Problem.

Das Messer war nach dem Auspacken nicht scharf und die Spitze wirklich stumpf. Doch das Schärfen ist problemlos, und ein Schärfen des vorderen Klingenrückens, das ich ausprobiert habe, macht die Spitze hinlänglich scharf.

Einfacher Kohlenstoffstahl

Der Stahl ist nach meinem Verständnis einfacher Kohlenstoffstahl. Es könnte auch legierter Kohlenstoffstahl sein. Er ist auf mittlere 50HRC gehärtet. Diese Härte macht ein Schärfen mit jeglichem Schleifmittel einfach – ein großes Plus im Gelände.

Zusammen mit der Dicke macht sie das Messer robust. Ich hätte keine Bedenken, es im Notfall als Brecheisen oder Hammer zu benutzen.

Die Qualität ist generell gut. Ich würde wirklich gerne sehen, wie jemand das Messer auseinandernimmt, um die Verarbeitung im Knebel und innerhalb des Griffes zu sehen.

Griff ohne nennenswerte Schwachpunkte

Der Griff ist aus Hartkunststoff (wie auch die Scheide). Er hat keine wirklichen Schwachpunkte und ist unter optimalen Bedingungen hinreichend sicher, kann aber rutschig werden.

Es wäre wohl möglich, ihn nach persönlicher Vorliebe zu formen, etwa mit einem Heißmesser oder einem Dremel Werkzeug.

In den dicken, runden Griffzapfen ist ein Hohlraum gefräst, der durch einen eng sitzenden Plastikstopfen verschlossen ist. Der Hohlraum ist gerade groß genug für etwas Stahldraht oder ein Streichholz.

Ich empfehle, hier einen Tropfen Öl aufzutragen, um Korrosion zu verhindern.

Es gibt auch ein Loch für eine Handschlaufe, doch um es zu benutzen muss der erwähnte Plastikstopfen modifiziert werden. Mit einem Bohrer, einem scharfes Messer oder einer Feile schafft man das, und der Stopfen verbleibt danach am Messer.

Ich habe eine Handschlaufe aus grünem Nylon-Fallschirmseil angebunden und den Knoten im Griff versteckt.

Schneide – auch ohne Beschichtug hübsch

Ich habe meinem Messer mithilfe von Sandpapier eine konvexe Schneide gegeben. Es wurde wirklich scharf und war leicht zu polieren.

Als die schwarze Beschichtung anfing abzunutzen, habe ich sie mit Rostentferner (Gel, Konzentration von unter 10% Phosphorsäure) entfernt.

Azeton hatte keinerlei Effekt auf die Beschichtung oder die Klinge, so dass die Resistenz gegenüber Chemikalien ziemlich gut zu sein scheint, zumindest bei kurzer Einwirkung.

Funktionale Scheide

Glock 78 Feldmesser in der scheide

Die Scheide ist einfach großartig. Die Gürtelschlaufe ist großzügig breit und kann ohne den Gürtel abzunehmen eingefädelt werden. Sie kann auch zum Aufhängen der Scheide an dünnen aufrechten Gegenständen genutzt werden.

Der Verschluss ist sehr solide und kann einhändig geöffnet werden, jedenfalls mit meinen dünnen Fingern.

Arbeitsleistung – Gut bis Sehr Gut

Nach meiner Erfahrung schneidet das Glock 78 Feldmesser durch die meisten „weichen“ Materialien, auch wenn einige Kraft vonnöten ist, durch das relativ kurze Heft.

Es arbeitet ordentlich beim leichten Schnitzen, und man macht problemlos Feuerholz. Ich denke, das Spalten von Feuerholz mithilfe eines Schlagstockes sollte auch einfach sein.

Das Messer durchbohrt weiches Material ebenfalls wie es sollte. Die Klinge verbiegt (aber splittert nicht, habe ich nie gesehen und ist unwahrscheinlich), da sie nicht sehr hart ist, aber wie gesagt, die Instandhaltung der Schneide ist überraschend einfach.

Wie beworben können Fenster zerschlagen werden (kein Schaden am Messer, getestet an einem Autoseitenfenster). Nicht umsonst ist das Glock 78 als taktisches Messer bei GSG9, der deutschen Sondereinsatztruppe der Polizei im Gebrauch.

Anfällig für Rost

Rost entsteht leicht, aber nicht so leicht wie ich es bei anderen Kohlenstoffklingen gesehen habe. Ein leichter Ölfilm schafft hier Abhilfe. Nach leichtem bis moderatem Gebrauch genügt ein Trockenwischen der Klinge.

Einer meiner Freunde benutzte ein Glock FK78 während seines Wehrdienstes bei den Finnischen Streitkräften. Er ist kein „Messerkenner“ und vernachlässigte nahezu jede Pflege, aber das Messer lieferte, was er brauchte.

Ach ja, und der Flaschenöffner hat bei den Feldausflügen großartig funktioniert.

Einziger Kritikpunkt – Klapprige Scheide

Ich würde das Messer noch immer im Feld benutzen, wäre da nicht die Scheide, die die Klinge herumklappern lässt. Das ist das einzige, das mich gestört hat. Hier ist eine Aleitung, die mir geholfen hat:

  1. Ich entfernte die inneren Fäden von einem 8-10 cm langen 550 Paracord Nylonseil, so dass es ziemlich flach wurde.
  2. Ich wickelte dieses Seil um die Spitze der Klinge und rammte sie in die Scheide.
  3. Beim ersten Versuch wickelte sich das Seil in die falsche Richtung und blockierte das Abflussloch der Scheide, doch beim zweiten Versuch saß es gut aufgerollt am unteren Ende der Scheide. Es verhindert das Klappern der Klingenspitze ohne den Sitz der Klinge in der Scheide oder die beidhändige Nutzbarkeit des Messers zu beeinträchtigen.

Die andere Problemzone war die Scheidenöffnung (oder vielmehr das Futteral). Ich fand, dass ein 5 cm Stück des entkernten 550 Paracord-Seils, an eine der Innenseiten der Scheide geklebt, ein zu weites Spiel der Schneide verhindert.

Ich klebte ungefähr 2 cm des entkernten, flachgepressten Seiles an die Außenseite.

Nachdem es getrocknet war, schmierte ich mehr Kleber auf die Unterseite des restlichen Seiles und presste es mithilfe des Klingenrückens an die Innenseite der Scheide (und putzte dann natürlich die Klinge ab).

Bis heute klappert nichts und das Seil zeigt sich unbeschädigt vom Ein- und Ausfahren der Klinge.

Fazit

Insgesamt sind diese Messer sehr gut, besonders die glattrückigen Glock 78, da ich keinen Nutzen der Sägezahnung wie bei dem Glock 81 sehe (aber deren Eigenschaften auch nicht bewerten kann, da ich nie die Notwendigkeit hatte, sie zu testen).

Die Glock Messer widerstehen rauer Behandlung, und vor allem machen sie Spaß.

Weitere Erfahrungsberichte zum Glock 78

Mehr kann man nicht verlangen für diesen Preis. Es gibt keinen Grund, nicht eines zu besitzen.

Das Glock 78 ist ein ordentliches Feldmesser zu einem sehr günstigen Preis.

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