Kurbelradios Vergleich 2017 – Mehr ist manchmal doch besser

Die beliebtesten Kurbelradios im Vergleich - Mehr ist manchmal doch besserWenn ich sonst von einer Angeltour nach Hause komme, ist es wie die Rückkehr aus dem Tal der Unwissenden: Ein Wochenende lang war nur das Quaken der Frösche und Vogelgezwitscher mein Begleiter, doch was sich zwischendurch in der Weltgeschichte ereignete, ging spurlos an mir vorüber. Darum reifte der Entschluss, ein Kurbelradio anzuschaffen. 
Das Bundesamt für Zivilschutz empfiehlt grundsätzlich, ein kleines Kofferradio zur Nachrichtenversorgung in Krisensituationen einsatzbereit zu halten. Im Gegensatz zu einem normalen Empfänger funktioniert ein Kurbelradio unabhängig von externen Stromquellen. 
In Prepper- und Survivalkreisen gehört das Dynamo Radio längst zum Standard-Equipment, denn Nachrichten hören kann lebenswichtig sein. Da wohl jeder Interessent etwas ratlos vor den vielen Angeboten steht, soll unser Vergleich zeigen, worauf es ankommt.

Kurzvergleich: Die besten Kurbelradios


Modell

Gewicht

Akku

Preis

1.

392g

850mAh

2.

200g

300mAh

3.

399g

2000mAh

4.

220g

2000mAh

5.

220g

350mAh

1. Sangean MMR-88

sangean kurbelradio

  • Abmessungen: 15,2 x 6,4 x 8,5 cm
  • Gewicht: 381 g
  • Frequenzen: AM, FM, MW
  • Solarpanel: ja
  • interner Akku: 850mAh
  • Taschenlampe: LED mit 3 Lichtmodi und SOS-Blinken
  • mitgelieferte Extras: Handschlaufe, Anleitung, Kfz-Ladekabel

Das Sangean MMR-88 ist ein Mercedes unter den Notfallradios und es findet sich zu Recht weit vorn im oberen Segment.
Damit meine ich nicht den zugegeben stolzen Verkaufspreis, sondern die Vielzahl der Funktionen und die zuverlässige Leistung.
Natürlich erfüllt auch ein kleines Kofferradio seinen Zweck, doch wenn es um höchste Ansprüche geht, sind halbe Sachen fehl am Platze.

Der erste Eindruck

Das Gehäuse ist wohl eins der Stabilsten, die man bei Kurbelradios findet. Es besteht aus Hartkunststoff mit gummierten, verschraubten Seitenteilen zur Erhöhung der Schlagfestigkeit. Auch die Abdeckungen der Ports sind stabil und nach IPX3 wasserdicht.
Eine großes, beleuchtetes LED-Bedienfeld nimmt neben dem Lautsprecher die Hälfte der Frontseite sein. Auf der Rückseite ist die versenkbare Handkurbel platziert, die Teleskopantenne liegt geschützt entlang der ausgesparten hinteren Gehäusekante.
Eine Solarzelle und der Schalter für die Taschenlampe liegen auf der Oberseite. Das Einzige, was fehlt, ist ein Handgriff, es wird nur eine Handschlaufe mitgeliefert.

Welche Funktionen hat das Sangean MMR-88?

  • Radio mit digitalem Sendersuchlauf für AM, FM und Mittelwelle (in Deutschland abgestellt)
  • 19 Sender speicherbar
  • Beleuchtete Anzeige mit Uhrzeit
  • Automatisches Ausschalten nach 90 Minuten Inaktivität.
  • Notfall – Signalton
  • LED – Taschenlampe mit zwei Helligkeiten, Blinklicht und SOS – Blinklicht
  • Am Kfz – Zigarettenanzünder aufladbar

Der 8 Ohm-Lautsprecher spielt satten und ausbalancierten Sound mit maximal 82 Dezibel Lautstärke in einem Meter Entfernung.
Wenn Sie in einer Notsituation Hilfe rufen wollen, können Sie sich mit Blinklicht und der integrierten Sirene bemerkbar machen.
Der Alarm ertönt so lange, bis der Akku leer ist – mit der Kurbel lässt sich danach Energie nachladen.

Das Energie-Management

Der austauschbare Akku Typ ICR 18350 3,7V 850mAh kann über die Solarzelle, USB-Anschluss, Kfz-Ladekabel und die Kurbel geladen werden. Eine Ladung reicht für fünf Stunden Dauerbetrieb bei voller Lautstärke.
Bestzeiten beim Aufladen: Zwei Minuten Kurbeln bringt sechs Minuten Betriebszeit und nach 2 ¾ Stunden ist der Akku über USB geladen – andere Notfallradios benötigen durchschnittlich 4 – 5 Stunden Ladezeit.
Unter der seitlichen Klappe liegen der USB-Port, ein Mini-USB-Port und ein AUX-Ausgang für Kopfhörer. Nutzer berichten, dass die verbaute Solarzelle sogar in Räumen ohne direkte Sonneneinstrahlung oder im Schatten arbeitet, was an der Ladeanzeige zu sehen ist.

Fazit

Das Sangean MMR-88 hat alles, was Prepper, Survival-Tourer, Wanderer und Camper brauchen. Vor allem der austauschbare Akku verlängert die Nutzungsdauer des Radios theoretisch bis ins Unendliche.
Was soll man hervorheben? Vom robusten Gehäuse über sinnvolle Features bis zum Klang ist einfach alles TOP. Es ist zwar kein Weltempfänger, aber in Anbetracht der vielen Vorteile erhält dieses Dynamo Radio trotz des vergleichsweise hohen Verkaufspreises meine 1A-Kaufempfehlung.

TOP


  • Solarpanel
  • Wasserdicht
  • gute Lautsprecher
  • Guter Akku

FLOP


  • Schwer
  • Durchschnittlicher Empfang

2. Solar Radio AngLink

Solar Radio AngLink

  • Abmessungen: 12,8 x 6,0 x 4,5 cm
  • Gewicht: 200 g
  • Frequenzen: AM, FM, WB
  • Solarpanel: ja
  • interner Akku: 300mAh
  • mitgelieferte Extras: Handbuch, USB/Mini USB Kabel


AngLink rangiert nicht umsonst mit dem knallroten Kurbelradio an erster Stelle von vielen Verkaufscharts.
Das Gerät bietet nicht nur Radioempfang, sondern multiple Einsatzmöglichkeiten für den Outdoor-Trip, das Angel-Wochenende und alle Situationen fernab gewohnter Stromversorgung.

Der erste Eindruck

Das stabile Kunststoff-Gehäuse ist nach IPX3 wasserdicht verarbeitet, womit die erste Bedingung für den Outdoor-Einsatz erfüllt ist (weitere Bedingungen siehe unter dem Vergleich).
Das Gerät liegt dank abgerundeter Ecken angenehm in der Hand und steht auch stabil auf der schmalen Seite.
Mit nur 200 g Gewicht und kompakten Abmessungen lässt es sich gut im Backpack verstauen oder zum Radio hören an der Handschlaufe tragen.
Die schwarzen Bedienelemente machen optisch auf rotem Gehäuse etwas her, doch es ist fraglich, wie lange die flexible Gummiabdeckung über den USB-Anschlüssen nach intensiver UV-Bestrahlung dicht hält.

Welche Funktionen hat das AngLink Solar Radio?

Unter der ovalen Senderskala lässt sich an zwei Drehknöpfe die Sendersuche und Lautstärke einstellen.
Über die Frequenzen AM, FM und WB können Sie regionale Radiosender empfangen und die Qualität mit einer Teleskopantenne noch verstärken, was meist nur in geschlossenen Räumen nötig ist.
Die integrierte LED-Taschenlampe leuchtet mit drei LEDs die nähere Umgebung gut aus.
Eine Lichtfunktion findet man sonst erst in höheren Preisklassen, zudem kann gleichzeitig das Radio betrieben werden.
Auf das Handy oder die Digitalkamera müssen Sie auch auf längeren Touren nicht verzichten, da das AngLink Kurbelradio mittels USB-Kabel zur Powerbank wird.

Das Energie-Management

Die aktive Ladefunktion erfolgt über eine stabile Handkurbel, die zur besseren Bedienbarkeit weit abklappbar ist. Der fest eingebaute 300mAh Akku ist als Energiespeicher meiner Meinung nach stark unterdimensioniert, wenn ich mir die mehr als doppelt so hohe Kapazität einiger Ni-MH-Akkus anschaue.
Wer sich nicht schwindelig kurbeln mag, kann das Notfallradio konventionell an der Steckdose aufladen, was wohl am schnellsten geht.
Ein rotes Blinklicht zeigt den laufenden Ladevorgang an, Dauerleuchten quittiert den Status „Vollgeladen“. Ein Solar-Panel ist die dritte, automatische Lade-Option für schönes Wetter.

Fazit

Das schicke AngLink Solar Radio präsentiert sich als autarker Allrounder für Camping, Outdoor und Prepping. Der großen Mehrheit zufriedener Käufer stimme ich zu, weil ein einziges Gerät Powerbank, Taschenlampe und Radio mit ordentlicher, aber wohlgemerkt nicht außerordentlicher, Leistung abgibt.
Etwas Sorge bereitet mir der kleine Akku. Hierbei spreche ich von der Lebensdauer, die etwa 500 Ladezyklen beträgt. Gute Akkus spielen dahin gehend mit 2.100 Ladezyklen in einer ganz anderen Klasse.
Selbstentladung und Tiefenentladung, die nach langem Nichtgebrauch durchaus eintreten kann, vermeide ich durch tägliches Benutzen als Küchenradio an der Steckdose, da dieses kleine Gerät als günstiges Kurbelradio erstaunlich vollen Sound liefert.

TOP


  • guter Radio-Empfang
  • kompakt und leicht
  • gute Lautsprecher
  • IPX3 wasserdicht

FLOP


  • geringe Akku-Kapazität
  • Festverbauter Spezial-Akku
  • Senderskala zu eng und unbeleuchtet

3. Midland ER300, Outdoor Radio mit viel Power

Midland ER300 Handkurbel Surival Outdoor-Radio

  • Abmessungen: 20 x 8,5 x 6 cm
  • Gewicht: 399 g
  • Frequenzen: UKW, MW
  • Solarpanel: ja
  • interner Akku: 2000mAh Li-Ion Akku
  • Taschenlampe: 130 Lumen Cree-LEDs, SOS-Blinkmodus
  • mitgelieferte Extras: Anleitung, Ladekabel, Ultraschall-Hundepfeife


Das ER300 erscheint optisch schon fast professionell und beim ersten Überfliegen der Daten verspricht das Dynamo Radio souveräne Leistung im Bedarfsfall. Gut durchdacht finde ich die Auswahl der Features, die in echten Survival-Situationen zum Lebensretter werden können.

Der erste Eindruck

Das Radio ist relativ schwer und das Gehäuse mit profilierten Schmalseiten und einem dicken Handgriff fast schon etwas klobig, doch dafür kann ich dieses Radio mühelos mit Handschuhen bedienen, wenn es sein muss.
Es lässt sich auf kleinen Standfüßen einwandfrei senkrecht und waagrecht aufstellen.
Vor Beschädigung geschützt ist die komplett versenkbare Teleskopantenne. Das LED-Display zeigt gut ablesbar die Uhrzeit an, wenn das Radio außer Betrieb ist, doch auf eine Weckfunktion wurde verzichtet.
Weitere Symbole zeigen Akkufüllstand und Ladestatus an.

Welche Funktionen hat das Midland ER300?

Die Frontseite ist mit Bedienelementen gefüllt: Wo andere Radios Drehknöpfe haben, setzt Midland auf sechs separate Druckknöpfe für die Senderwahl, Tuning, Menü und Lautstärke. Die digitale Einstellung funktioniert daher viel schneller und präziser.
Einen kleinen Abzug vergebe ich, weil nur der zuletzt gehörte Sender gespeichert wird und den zweiten Minuspunkt gibt es, weil das ER300 tatsächlich nur UKW-Frequenz empfangen kann, da die Mittelwelle in Deutschland 2015 abgeschaltet wurde. Ein Weltempfänger ist das ER300 definitiv nicht. Die Lautsprecherqualität reicht zum Nachrichtenhören aus, da geringer Stromverbrauch bei Outdoor-Radios Priorität hat. Angeschlossene Kopfhörer verbessern das Klangbild jedoch.
Richtig Freude kommt bei der Taschenlampe auf. Helle Cree-LEDs leuchten mit zwei Lichtstufen und im SOS-Blinkmodus. Sinnvoll ist die Funktion “Hochfrequenz-Hundepfeife”, wonach Suchtrupps mit Rettungshunden Ihre Position schneller ausmachen.
Die Öffnung der Hundepfeife stellt allerdings einen Schwachpunkt des ansonsten robusten ER300 Radios dar, denn das Gehäuse ist nicht wasserdicht.

Das Energie-Management

Über eine Drehkurbel und einen USB-Anschluss erfolgt das Aufladen des 2000mAh starken Akkus, der nach Herstellerangaben bei normaler Nutzung 25 Stunden hält. Bei dieser Kapazität habe ich genügend Power, zumal die leistungsfähige Solarzelle jeden Sonnenstrahl einfängt.
Zusätzlich gibt es ein Batteriefach für sechs AA oder AAA Batterien oder Akkus, die gleichzeitig mitgeladen oder als zweite Stromquelle dienen. Auch als unabhängige Powerbank ist das ER300 nützlich im Gelände. Beim einem externen Test schaffte es das Radio, ein Handy knapp zur Hälfte aufzuladen, was für unterwegs und Notfall reichen sollte.

Fazit

Das ER300 ist sehr hochwertig konstruiert und hat leistungsstarke Komponenten, wie man sie sich als Outdoorer wünscht. Auch über die Radio-Qualität gibt es nichts zu bemängeln, doch der Teufel liegt wie so oft im Detail.
Vom Hersteller wünsche ich mir ein wasserdichtes Gehäuse und dass ein „normaler“ 18650-Akku ohne fummeligen Mini-Stecker eingelegt werden kann. Dann wäre ich auch einverstanden mit dem ziemlich hohen Verkaufspreis.

TOP


  • starker Akku
  • Energiespar-Funktion
  • MP3-Player

FLOP


  • teuer
  • nicht kompatibel mit 18650 Akkus
  • nicht spritzwassergeschützt

4. IntiPal FM Solar Radio

IntiPal FM Solar Radio

  • Abmessungen: 12,8 x 6,0 x 4,0 cm
  • Gewicht: 220 g
  • Frequenzen: FM
  • Solarpanel: 5V 0,3W 30mAh
  • interner Akku: 2000mAh
  • Taschenlampe: 1 W LED
  • mitgelieferte Extras: USB-Kabel, Anleitung


Das sonnige maisgelbe IntiPal FM Solar Radio assoziiert sofort gute Laune, Strandurlaub und Musik hören.
Doch legt der Kurbeldynamo auch genügend Ausdauer an den Tag, wenn in weniger entspannten Situationen Nachrichten und unabhängige Energieversorgung überlebenswichtig werden?

Der erste Eindruck

Das Gehäuse aus Hartplastik erscheint mit seinen schwarzen Inlays als kompakte Einheit, die dank leichten 220 g Gewicht gut zu handhaben ist und platzsparend im Rucksack unterkommt.
Die Einstellungen sind übersichtlich nebeneinander angeordnet: ein größerer Drehknopf zur Lautstärkeregelung, dahinter Druckknöpfe zum Auswerfen der TF-Karte, den digitalen Sendersuchlauf und den Akkustand.
Schnell gewöhnt man sich an den Sender-Scan, der digital schneller und exakter abläuft als manuelle Einstellung der Radiostation.
Ein Frequenz-Display wird somit eingespart und ein gewisser Schwachpunkt hinsichtlich eindringender Feuchtigkeit beseitigt.
Die USB-Anschlüsse werden durch eine Gummilippe geschützt. Ob das IntiPal Kurbelradio wasserdicht ist, kann ich aus den Hersteller-Infos nicht entnehmen.
Meinem Eindruck nach sollte es aber einen leichten Regenschauer vertragen und den meisten Sand von den Buchsen fernhalten.

Welche Funktionen hat das IntiPal FM Solar Radio?

Das Radio empfängt FM-Frequenzen, also UKW-Sender. Lautstärke und Klangqualität entsprechen der Gerätegröße, sind aber für die Fußballübertragung und leichte Hintergrundberieselung in Ordnung.
Ohne Frequenzband wird das Auffinden eines bestimmten Senders allerdings eine Geduldsprobe, oder man muss bis zu einem Werbespot warten, wo die Station beim Namen genannt wird.
Eine Taschenlampe ist bei fast jedem Notfallradio eingebaut. Beim IntiPal beträgt die Leistung 1 Watt, die für den Nahbereich und die Wegbeleuchtung im Dunkeln ausreicht.
Die verringerte Leuchtkraft durch abfallenden Akkustand lässt sich mit einigen Kurbelumdrehungen wieder in Schwung bringen.
Gespeicherte Audio-Dateien kann ich mit eingelegter TF-Karte abspielen und externe Geräte am USB-Port anschließen. Den fehlenden AUX-Ausgang vermisse ich weniger, da ich draußen nie Kopfhörer trage.

Das Energie-Management

Der 2000mAh Lade-Akku stellt für mich eins der wichtigsten Kaufkriterien da, wenn ich die Mitbewerber mit 300mAh dagegen stelle. Leider ist der Akku fest eingebaut, sodass mit dem Ende des Akku-Lebens das komplette Radio wohl unbrauchbar wird.
Die 65x20mm große Solarzelle bewerte ich aufgrund ihrer Leistung und Fläche als Ergänzung zu den anderen Arten, Strom zu laden. Das Kurbeln ist dahin gehend deutlich effektiver. Nach drei Minuten Betätigung kann man gut 20 Minuten Radio hören.
Im Doppelbetrieb mit Licht und Radio macht das IntiPal eine überraschend gute Figur. Die Taschenlampe leuchtet noch einen ganzen Tag, obwohl Radio hören nach fünf Stunden wegen Energiemangels nicht mehr möglich ist.
Über USB kann man sein Handy bis knapp zur Hälfte laden, was mir für unterwegs ausreichen würde.

Fazit

Das IntiPal FM Solar Radio hat alles, was ich bei Freizeitaktivitäten gern dabei habe: stabilen Radio-Empfang, sowie Energieerzeugung mit der Kurbel, der Solarzelle sowie über das USB-Kabel, wenn eine Steckdose in der Nähe ist.
Nicht so ganz überzeugt hat mich der Blindflug durch die UKW-Frequenzen und die etwas weiche Gummiabdeckung für die USB-Ports.
Aber das sind nur Kleinigkeiten, die meinen guten Gesamteindruck wenig schmälern, denn maßgebend für Prepping und Survival ist die große Akku-Kapazität.
Für einen Taschengeldpreis erhalten Sie ein günstiges Outdoor-Tool, das eine gute Performance bietet.

TOP


  • Lange Laufzeit
  • automatischer Sendersuchlauf
  • TF Karte kompatibel

FLOP


  • keine Anzeige der Frequenz
  • Plastikgeruch
  • Solarzelle scheint minderwertig zu sein

5. Karcher KR 110 Kurbelradio

Karcher KR 110

  • Abmessungen: 12,9 x 4,8 x 6,2 cm
  • Gewicht: 220 g
  • Frequenzen: UKW, MW
  • Solarpanel: ja
  • interner Akku: 2/3 AAA 350 MAH 3.6v
  • Taschenlampe: LED
  • mitgelieferte Extras: Handschlaufe


Mit Musik geht alles besser, wenn der Garten umgegraben werden muss oder „Mann“ während des Campingwochenendes auf dem Laufenden bleiben möchte, wer den Auswärtssieg geholt hat. Doch diese Idylle kann ganz schnell zu Ende sein.
Das Karcher KR 110 Notfallradio gehört zur überlebenswichtigen Informationsbeschaffung in den Fluchtrucksack. Krisen haben viele Gesichter, die mit einem Kurbelradio besser bewältigt werden können.

Der erste Eindruck

Wie ein klassisches Kofferradio wirkt das Karcher KR 110, doch ist es mit fünf Funktionen fürs Outdoor optimiert.
Das schwarze Plastik-Gehäuse macht allerdings einen etwas dünnen, nicht unbedingt sturz- oder schlagfesten Eindruck.
Ein winziger Kippschalter dient zur Einstellung der Frequenzbänder, zwei Drehknöpfe regeln Lautstärke und Senderwahl, die über ein ovales Display erfolgt.
Weitere Ausstattung sind ein Solarpanel und eine LED-Taschenlampe.
Die Handschlaufe durch die enge Öse einzufädeln, erfordert spitze Hilfsmittel und Einfallsreichtum.

Welche Funktionen hat das Karcher KR 110?

Der Radioempfang auf UKW oder Mittelwelle ist gut und kann mit der etwa 25 cm langen Teleskopantenne noch verbessert werden.
Manuelle Einstellung der gewünschten Station ist nicht so einfach, da der Drehknopf den Anzeiger relativ träge bewegt und dicht zusammenliegende Sender schwierig einzustellen sind.
Ein USB-Port dient lediglich zum Aufladen des Akkus oder anderen Geräten, Musik hören ist nicht möglich. Auch hier zeigen sich die Tücken der Technik: Beim angeschlossenen Charger geht das Radio aus.
Am AUX-Ausgang lassen sich Kopfhörer oder Aktivboxen anschließen. Die Taschenlampe leuchtet mit 3 LEDs bis zu 5 Stunden ausreichend hell im Dauermodus.

Das Energie-Management

Im Karcher Notfallradio ist ein NiMh Akku vom Typ 2/3 AAA 350 MAH 3.6v verbaut. Das dreiteilige Modul hat nur geringe Selbstentladung, weshalb es auch in schnurlosen Telefonen verwendet wird.
Bei vollem Akku soll laut Hersteller 5,5 Stunden Radiohören möglich sein.
Für die Energieerzeugung über die Handkurbel gibt es keine Angabe, wie viele Umdrehungen zur kompletten Füllung des Akkus nötig ist, eine Ladestandsanzeige ist leider auch nicht vorhanden.
Beim Füllen des Akkus über das Solarpanel treten Begleiterscheinungen auf. Wenn das schwarze Gehäuse dauerhaft in praller Sonne steht, verformt sich der Plastik.
Die UV-Einstrahlung kann sogar die Oberfläche aufweichen und der Ein-Aus-Knopf klemmt, wie einige Nutzer berichten.
Als dritte Möglichkeit dient ein USB-Port dient zum Aufladen des Akkus, Musik hören ist hierüber nicht möglich. Auch hier zeigen sich Tücken der Technik: Bei angeschlossenen Charger geht das Radio aus.

Fazit

Das Karcher KR 110 bietet mit Radio, Solarzelle und Taschenlampe alles Basics. Der kleine Allrounder ist leicht und funktioniert einwandfrei, nur stundenlanges direktes Sonnenlicht kann dem Gehäuse zusetzen.
Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist angemessen und liegt im Durchschnitt vergleichbarer Geräte. Vorteilhaft finde ich den handelsüblichen Wechsel-Akku.
Für die Survival-Grundausstattung machen Sie mit dem Karcher KR 110 Notfallradio wenig falsch, schauen Sie jedoch, ob sie mit den anderen Geräten auf dieser Liste nicht glücklicher werden.

TOP


  • helle Taschenlampe
  • leistungsfähige Solarzelle
  • kompakt

FLOP


  • Material nicht UV-resistent
  • keine Ladeanzeige
  • kein gleichzeitiges Radiohören beim USB-Ladevorgang

Gesamtfazit

Jedes Notfallradio aus unserem Vergleich bietet die grundlegenden Funktionen für den Betrieb ohne Steckdose. Die Spreu trennt sich dennoch vom Weizen, was die Qualität der Bauteile und die Akkuleistung betrifft.
Mein Favorit ist demnach das Sangean MMR-88 mit bester Audioleistung, robustem Gehäuse, schneller Aufladung und den meisten Funktionen. Im Notfall helfen Ihnen die Sirene und das SOS-Blinklicht effektiv.
Als Preistipp überzeugt das IntiPal FM Solar Radio mit starkem 2000mAh Akku. Das in den Farben gelb und blau erhältliche Gerät erlaubt auch, unterwegs über TF-Karte die eigene Lieblingsmusik zu hören.

Warum ein Kurbelradio kaufen?

Ein Notfallradio unterscheidet sich von einem normalen Kofferradio durch die Möglichkeit, ohne Stromversorgung Nachrichten zu empfangen.
Immer aktuelle Informationen zu erhalten, ist nicht nur in der Outdoor- und Survivalszene gefragt, sondern auch in der privaten Krisenvorsorge erforderlich.
Und wenn es nicht kriselt, dann leistet es als Küchenradio gute Dienste.
Das kleine Dynamoradio produziert zudem Energie, um das Handy zumindest teilweise zu laden. Sie können eine Notfall-Nummer anrufen oder durch Ortung der Handysignale von Einsatzkräften in abgelegenen Gegenden gefunden werden.
Bei Freizeitaktivitäten haben Sie immer musikalische Begleitung, ohne teure Batterien zu kaufen, diese im Rucksack mitschleppen und später entsorgen zu müssen. Wanderer oder Radler planen ihre Touren nach dem Wetterbericht, um trockenen Fußes anzukommen.

Welche Anforderungen sollte ein Kurbelradio erfüllen?

1. Ausreichende Akku-Kapazität

Achten Sie beim Kauf eines Notfallradios auf große Akkuleistung. Fabrikate mit fest eingebauten 300 mAh-Akkus haben eine entsprechend kürzere Nutzungsdauer und sind nicht so zuverlässig, wie 2000mAh starke Wechselakkus.

2. Verschiedene Lademöglichkeiten

Die meisten Radios können mit der Handkurbel, einer Solarzelle und USB-Anschluss geladen werden. Es gibt auch Adapter für den Zigarettenanzünder.

3. Möglichst viele Radio-Frequenzen / Weltempfänger

FM, AM, MW, Kurz- und Langwelle, bestenfalls ein Weltempfänger, sorgen für ständige Nachrichtenversorgung.

4. Gute Empfangsqualität

Eine Teleskopantenne oder Wurfantenne verstärkt den Radioempfang.

5. Robustes und UV-resistentes Gehäuse

Für den Outdoor-Einsatz sollte das Radio wasserdicht und mit einem Griff ausgestattet sein. Hochwertiger Kunststoff mit Gummisegmenten macht das Gerät stoß- und schlagfest, ermüdungsfreies Material hält dauerhafter UV-Einstrahlung stand. Dicht schließende Klappen halten Feuchtigkeit und Staub ab.

6 Geringe Maße und Gewicht

Bei Fußmärschen sollte das Gehäuse robust, doch von Volumen und Gewicht möglichst gering ausfallen.

7. Einfache Bedienung

Ein größeres Display und „blind“ einstellbare Dreh- oder Druckknöpfe lassen sich auch im Dunkeln bedienen.

8. Zusatzfunktionen

Extras erleichtern den Tagesablauf und sind in Krisensituationen hilfreich: Datum und Uhrzeit, LED-Taschenlampe, akustischer Alarm und Blinklicht, Ladestandsanzeige und energiesparender Sleep-Timer.

Abschließendes

Ein zuverlässiges Kurbelradio ist bereits sehr günstig erhältlich. Dieser verhältnismäßig geringen Investition stehen viele Vorteile gegenüber, die sich in Notsituationen als lebensrettend erweisen können.
Sicherlich machen nicht nur Horror-Szenarien ein Notfallradio interessant. Es bietet im Freien unkomplizierte Unterhaltung zum Nulltarif und erübrigt die Frage: „Was war los?“, wenn ich von einem Trip nach Hause komme.

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Peter

So eine Kurbelradio für den Notfall, wenn es keinen Strom mehr gibt (black out) wird man ja vielleicht nur im Notfall mal nutzen. Was ist aber, wenn die Akkus dadurch tiefenentladen sind, weil ich das Radio einen längeren Zeitraum nicht genutzt habe? Manche Akkutypen lassen sich dann nicht mehr aufladen, egal ob Kurbel, Stromanschluss oder Solar. Das Radio bloiebt dann tot.
Die Akkus werden also gerade dann hinüber sein, wenn ich das Kurbelradio brauche.
Da ist mir dann ein normales Batterieradio, wo ich also handelsübliche Batterien einlegen kann doch lieber.
Oder?

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