Pohl Force Bravo One Taschenmesser im Test

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€€€€

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5
On 31. Juli 2016
Last modified:30. April 2017

Summary:

Schönes deutsches EDC Klappmesser, sehr empfehlenswert.

Das Pohl Force Bravo One ist aktuell bereits in der dritten Generation erhältlich.

Wie auch schon beim Vorgänger wurde mit diesem Generationswechsel wieder einiges verbessert. Nicht nur das spricht für die Qualität und den Anspruch von Pohl Force.

Designer Dietmar Pohl ist ein echter Kenner und Messer-Experte mit jahrzehntelanger Design-Erfahrung auf höhstem Niveau. Was ihn aber besonders auszeichnet ist, dass ihm an der steten Verbesserung und Weiterentwicklung seiner Messer gelegen ist.

Das Pohl Force Bravo One

Pohl Force Bravo One

Das Pohl Force Bravo One

Das Ergebnis dieses Generationswechsels kann sich sehen lassen.

Das Pohl Force Bravo One ist ein hochwertiges Outdoor und Survival-Messer mit taktischen Elementen, das besonders wegen seiner Verarbeitung und Materialbeschaffenheit auch hohen Ansprüchen genügen dürfte.

Legales Klappmesser

Darüber hinaus ist dieser Folder auch noch 42a-konform. Es hat zwar ein Back Lock, also eine Wippenverriegelung, die noch dazu die stärkste ist, die mir seit langem untergekommen ist, aber dieses Klappmesser ist ein Zweihandmesser, und darf damit uneingeschränkt mitgeführt werden.

Das ist vor allem dann praktisch, wenn man das Pohl Force Bravo One auch täglich dabei haben möchte, also als EDC verwenden will.

Großer Bruder

Das Pohl Force Bravo One wurde als Antwort auf das Pohl Force Alpha entwickelt. Das Bravo One ist wesentlich kleiner und leichter als sein großer Bruder, der einigen Kunden zu wuchtig war.

Mit einem Gewicht von 118 Gramm ist das Bravo One bei einer Größe von 11 bzw. 19,5 cm tatsächlich eines der leichteren Outdoor Messer. Es ist sehr kompakt und kann leicht mitgeführt werden.

Auch ist bei diesem Gewicht zu erwarten, dass es vielleicht für einige ganz grobe Arbeiten zu leicht ist.

Dafür sollte das niedrige Gewicht bei längeren Arbeiten aber gerade eher positiv auffallen.

Die Klinge

Die Drop-Point Klinge selbst ist 8,3 cm lang, 3,5 mm stark, satiniert und flach geschliffen.

Einmal abgesehen vom Stahl und sonstigen Eigenschaften dieses Messers,  ist die Stärke der Klinge schon sehr vielversprechend.

Auch die Schneide, die bis auf ein kurzes Ricasso an der Fingermulde über die gesamte Länge inklusive eines Recurve geht, verspricht solide Dienste im Outdoor-Bereich, vor allem beim Schnitzen.

CTS-BD1 Stahl

Eine wesentliche Veränderung zu den Vorgängermodellen und ein herausragendes Qualitätsmerkmal ist der Klingenstahl.

Der ist beim Pohl Force Bravo One mit dem rostfreiem CTS-BD1 angegeben. Die erste Generation zum Beispiel verwendete noch D2. (hier geht es zum Vergleich von Messerstählen)

Das besondere an diesem Stahl vom amerikanischen Hersteller Carpenter ist, dass die Schneide nicht nur sehr robust ist, sondern auch recht fein geschliffen werden kann.

Deshalb ist der CTS-BD1 auch so vielseitig einsetzbar, von Textilscheren zu medizinischen Instrumenten. Auch viele Spyderco Messer verwenden mittlerweile diesen Stahl.

Das lässt die Erwartungen über die Schneideleistung des Pohl Force Bravo One noch einmal in die Höhe schnellen.

PTFE Beschichtung

Die Klinge sieht gut aus in ihrem dunkelgrauen Finish. Sie ist mit PTFE beschichtet. Ja, ganz recht, das ist Teflon. Und was bewirkt Teflon?

Da sind zum einen die Anti-haft- und Gleitqualitäten zu nennen, das kennen wir alle von der Bratpfanne. Naja, und leicht zu reinigen ist die schließlich auch.

Aber in diesem Fall steht die Korrosionsresistenz des Pohl Force Bravo One wohl im Vordergrund. Zugegeben, es gibt andere Kunststoffbeschichtungen, die das besser können, aber für unsere Outdoor Zwecke und das Bravo One ist das eine gute Entscheidung.

Griffe und Handling

Die 4 mm starken Griffschalen über den Edelstahl-Platinen sind aus hochwertigem Zytel, einem glasfaserverstärktem Kunststoff. Sie sind recht breit und man kann sie gut greifen.

Ich möchte einmal behaupten, es macht keinen Unterschied beim Pohl Force Bravo One, ob man größere oder kleinere Hände hat. Die Griffe sind so ergonomisch gut gestaltet, dass das für (fast) jeden passen sollte.

Dafür sorgen auch die Daumenrampe und die Fingermulde. Die Daumenrampe weist griffig-rutschfesten Riffeln, oder auch Jimping auf. Die Fingermulde dient gleichzeitig als Schutz.

Beides wirkt sich positiv auf das Handling aus, auch bei schwereren Arbeiten.

Die Textur bzw. Struktur der Griffschalen wurde ebenfalls gegenüber den Vorgänger wesentlich verbessert und ergonomischer gemacht.

Öffnen und Back Lock–Verriegelung

Das Pohl Force Bravo One hat keinen Klingenheber. Daher muss man die Klinge mit beiden Händen öffnen. Diese Tatsache macht das Messer erst legal.

Allerdings wird das Messer auf dem US-amerikansichen Markt inklusive extra Daumenheber vermarktet. Es kann also – rein theoretisch –aufgerüstet werden.

Man kann nicht genug betonen, wie fest und sicher diese Back-Lock Verriegelung ist. Nicht nur im Gegensatz zu anderen Arten wie Seitenfeder- oder Griffschalenverriegelung, sondern auch im Vergleich mit anderen Back Locks auf dem Markt.

Es mag an den Wippen aus Kupfer liegen, dass die Klinge wirklich bombenfest ist. Ein Spiel hat diese Klinge definitiv nicht.

Überqualifiziert für den EDC Gebrauch

Laut Hersteller ist das Pohl Force Bravo One tauglich für den Outdoor- und Survival-Einsatz. Das wollen wir doch gleich sehen und verzichten vorerst auf den EDC Test.

Der kleine Camping-Ausflug in die einheimische Wildnis bietet eine erste Gelegenheit. Statt mit einem Wolf – die soll es ja wieder geben –, kämpft man zum Glück zunächst nur mit dem Bau eines Floßes.

Das Floß

Hier gibt es einige Taue und Seile sowie – nicht komplett der Naturbursche, aber gut für unseren Messertest– ein paar Autoreifen zu bearbeiten.

Um es kurz zu machen: Die Klinge sitzt, das Handling ist ein Traum.

Die Schneide besteht den Test – und bleibt so ganz nebenbei bemerkt durch die ultra-gleitfähige Beschichtung auch nicht ständig im festen Gummi-Material stecken, ein echtes Plus.

Holzarbeiten

Das Pohl Force Bravo One ist für große Arbeiten wie Hacken weniger gut geeignet, da es etwas zu leicht ist und man Gefahr läuft, dass der Schließmechanismus durch die Belastung Spiel bekommt. Hier wünscht man sich den großen Bruder, das Pohl Force Alpha.

Aber ansonsten ist es wirklich für alle Arbeiten sehr gut geeignet. Die Klinge zeigt sich mit ihren 3,4 mm extra stark und das Back Lock sitzt absolut perfekt.

Während sämtlicher Arbeiten vermittelt das Messer größte Stabilität. Zweige schneiden, anspitzen, graben, die besagten Taue, Essen zubereiten,– egal, was es war, es war alles ganz solide, 1a.

Das Pohl Force Bravo One ist ein robuster und sicher treuer Outdoor-Begleiter. Doch ob es auch mit dem Wolf hilft?

Taktische Elemente?

Es ist vielleicht nicht ganz explizit, aber Pohl Force suggeriert zumindest, dass das Pohl Force Bravo One auch ein taktisches Messer ist.

So wird zum Beispiel in der Herstellerbeschreibung betont, dass man auch unter Druck und in Stresssituationen den Folder ganz leicht öffnen kann.

Es gibt natürlich einige ganz wesentliche Qualitätsmerkmale eines taktischen Messers, die das Pohl Force Bravo One nicht besitzt.

Was das Bravo One nicht hat

Es ist offensichtlich keine feststehende Klinge, sondern ein Klappmesser. Und es ist auch keine Tanto– oder Kombi-Klinge, oder gar beides zusammen. Der Flachschliff des Bravo One spricht ebenfalls nicht gerade dafür.

Und es gibt natürlich einen weiteren Grund, denn sonst wäre es ja auch nicht 42a-konform. Das Pohl Force Bravo One muss mit beiden Händen geöffnet werden. Damit ist es bestimmt etwas langsamer zu öffnen und das kann unter Umständen einen taktischen Nachteil bedeuten.

Was das Bravo One mitbringt

Was dafür spricht, es doch zur Not zum Einsatz bringen zu können, ist das Back Lock, das keine Wünsche offen lässt, was die Stabilität angeht.

Und die robuste Klingenbreite gepaart mit dieser außergewöhnlichen Griffigkeit wie oben beschrieben macht schon Mut, sich notfalls damit auch verteidigen zu können.

Schließlich ist noch zu erwähnen, dass alle sichtbaren Teile – inklusive des sonst so verräterischen Gürtelclips – aus Materialien sind, die nicht reflektieren.

Schärfen und Reinigen

Das Messer wird sehr scharf ausgeliefert.

Die Schneide bleibt auch nach unseren Abenteuern in einem sehr guten Zustand und ist meinen ohnehin hohen Erwartungen gerecht geworden.

Und der Stahl ist ein Traum, wenn es darum geht, eine feine scharfe Schneide herzustellen.

Schließlich lässt sich das Pohl Force Bravo One hervorragend reinigen, zum einen wegen der PTFE-Beschichtung, zum anderen wegen der Qualität des Stahls und der einfachen Verschraubung, so dass man es ganz einfach warten kann.

Praktisches im Lieferumfang

81i8m4Db71L._SL1500_Dieses kompakte Klappmesser wird mit einem Gürtelclip aus Edelstahl geliefert. Dieser lässt uns das Messer tief und sicher in der Tasche mitführen.

Außerdem lässt sich der Clip auf beiden Seiten befestigen und das Messer kann somit links oder rechts getragen werden.

Aber leider nur mit der Spitze nach oben, Tip-up. Letzteres ist bei einem Messer, dass zum taktischen Einsatz kommen soll, für den einen oder anderen je nach Gewohnheit vielleicht ein Nachteil.

Zusätzlicher Lanyard

Das Pohl Force Bravo One wird zusätzlich mit einem flexiblen Riemen oder Lanyard mit Metall Skull geliefert.

Hier klingt nicht nur das martialische Survival-Image der Marke an, die sicher etwas polarisieren könnte.

Auch wurde einmal wieder mitgedacht, da das Lanyard aus nachgiebigem Material gestaltet ist und bei Belastung also nicht gleich reißt.

Gimmicks

Dazu gibt es auch noch ein Patch und ein von Pohl höchstpersönlich unterzeichnetes Zertifikat. Diese Gimmicks müssen alle sicher nicht sein, machen aber Spaß.

Und sie zeigen doch auch noch einmal ganz deutlich, um welche Qualität es sich hier handelt, ebenso wie die Seriennummer eines jeden einzelnen Messers. Und sie illustrieren schließlich auch, welche Ansprüche Dietmar Pohl an seine Messer hat.

Kleiner Bruder – Große Wirkung

Obwohl das Pohl Force Bravo One das kleinste Pohl Force ist, sollte es auf gar keinen Fall unterschätzt werden. Es genügt wirklich auch hohen Ansprüchen.

Es hat neben den Outdoor-Qualitäten auch sehr gute EDC Eigenschaften, und ist viel handlicher und kompakter als andere Messer dieses Herstellers, der für höchste Qualität und Anspruch im Outdoor-Bereich steht.

Gepaart mit der hervorragenden Qualität dieses Messers, der schönen Verarbeitung und der hohen Funktionalität dürfte wohl gerade auch besagte Vielseitigkeit den Erfolg dieses Messers erklären.

Hier noch einmal die Highlights des Pohl Force Bravo One

  • CTS-BD1 Stahl
  • ergonomische Griffschalen aus Zytel
  • PFTE-Beschichtung als Korrosionsschutz
  • legales Klappmesser
  • leicht und handlich, kann als EDC gut mitgeführt werden
  • sehr gutes Outdoor- und Survivalmesser
  • leicht zu reinigen und zu warten
  • Gürtelclip und Lanyard
  • handsigniertes Zertifikat

Bei Messern wie diesem fragt man sich, was man noch verbessern sollte. Kritik gibt es eigentlich keine, höchstens eine kritische Frage nach den Stahlplatinen.

Sollte man wirklich auch sehr anspruchsvolle Survival oder taktische Aufgaben ausführen wollen, scheinen diese gerechtfertigt. Allein für den EDC Gebrauch ist das vielleicht etwas zuviel des Guten und man könnte am Gewicht sparen.

Aber eigentlich ist das Pohl Force Bravo One genau richtig so wie es ist. Und das gilt auch für den Preis, der mit 164 Euro noch erschwinglich ist und sich für dieses schöne Messer wirklich lohnt.

Haben Sie Erfahrungen mit Bravo One, auch den Vorgängern? Welches Bravo One finden Sie am besten und warum? Würden Sie etwas verbessern?

Schönes deutsches EDC Klappmesser, sehr empfehlenswert.

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