Spyderco UKPK Im Test – Stabil Genug Mit Nur 54g?

Review of: Spyderco UKPK

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On 15. August 2016
Last modified:30. April 2017

Summary:

Sehr leichtes und robustes EDC, das kaum spürbar im Gepäck vestaut werden kann.

Das Spyderco UKPK ist in Großbritannien fast so bekannt und beliebt wie die beiden Vorzeigemesser der Firma, das Delica 4 oder Endura 4.

Es wird seit 2004 hergestellt, in unterschiedlichsten Variationen angeboten und ist unverkennbar ein Spyderco.

Das sieht man schon auf den ersten Blick. Hauptsächlich liegt das erst einmal am Design, zum Beispiel der Form der Klinge oder auch des typischen Daumenlochs oder Spyder Hole (manchmal auch „Spydie Hole“).

Spyderco steht für Qualität

Spyderco UKPK

Das kleine und ultra-leichte, aber robuste UKPK

Der zweite Blick verrät die typische Spyderco-Qualität bei gutem Preis-Leistungsverhältnis. Solides Material, funktionales und durchdachtes Design, hochwertige Verarbeitung – wie bei allen Messern dieser US-amerikanischen Firma finden sich diese Produktmerkmale auch beim UKPK.

Was also macht das UKPK aus, was sind seine Alleinstellungsmerkmale, wie verhält sich dieses Taschenmesser zu den anderen Spyderco-Messern und  zu vergleichbaren Messern anderer Hersteller – um diese Fragen soll es im folgenden Test gehen.

Spyderco UKPK – Legal in Deutschland und Großbritannien

Zunächst wollen wir kurz den Namen entziffern, denn der gibt erste wichtige Informationen.

UKPK steht für United Kingdom Pen Knife. Es ist also ein Taschenmesser, das irgendetwas mit Großbritanienn zu tun hat.

Ganz einfach, das dortige Gesetz erlaubt keine feststehenden Klingen oder Messer mit Verriegelungsmechanismus über eine gewisse Größe. Erlaubt sind also Einhandmesser ohne Verriegelung unter 7,6 cm, das heißt also ein Slip Joint. Und um ein solches handelt es sich im Fall des UKPK.

Wenn uns das nicht bekannt vorkommt.

Spyderco hat also ein Klappmesser für den britischen Markt hergestellt, das auch bei uns ohne berechtigtes Interesse mitführbar ist. Es ist also 42a Waffengesetz konform.

Maße und Technisches

Damit sind also schon Maße und Handhabung angesprochen.

Das Spyderco UKPK ist zunächst einmal spektakulär leicht. Mit nur 54 Gramm auf der Waage ist es eines der leichtesten EDC Messer das ich kenne.

Das liegt zum einen daran, dass die Griffe aus FRN Kunststoff sind. Zum anderen gibt es keine Stahl-Platinen oder ähnliches, die das Gewicht in die Höhe treiben würden.

Das macht dieses Messer in jedem Fall zu einem Begleiter für jeden Tag, den man kaum in der Tasche spüren dürfte.

Dabei ist das Spyderco UKPK gar nicht so klein, gerade im Vergleich mit dem Byrd Tern zum Beispiel. Bei einer Gesamtlänge von 17,5 cm bzw. 10 cm beträgt die Klingenlänge 7,4 cm.

Die Schneide selbst ist 6 cm lang. Der Unterschied zur Gesamtlänge liegt weniger an einem breiten Ricasso, als vielmehr an der Fingermulde, die gleichzeitig als Schutz fungiert.

Die Klinge

Das Spyderco UKPK ist wie gesagt schon wesentlich größer als zum Beispiel das Byrd Tern, das gern mit dem UKPK verglichen wird.

Hinzu kommt die Klingenstärke mit ganzen 3,0 mm. Daran sieht man, dass man diesem Klappmesser doch einiges zumuten kann, obwohl es ein Leichtgewicht ist.

Es handelt sich um einen Flachschliff, im Gegensatz zu früheren UKPK-Modellen, das lässt also gute Schnittfertigkeiten erwarten.

Stahl Made in USA

Der Klingenstahl des Spyderco UKPK ist der US-amerikanische rostfreie Edelstahl CTS-BD1, oder auch „Carpenter Steel“, der eigentlich nur von Spyderco verwendet wird.

Dieser Stahl ist in Ordnung, sozusagen ein Einsteigerstahl. Er ist sicher besser als der VG10 des Delica, vor allem ist er leichter zu schärfen, aber nicht zu vergleichen mit anderen Spyderco Messern.

Das Spyderco Urban hat zum Beispiel einen N690Co, der wesentlich korrosionsresistenter ist und die Schneide auch robuster macht.

Aber der Stahl ist gut geeignet für die Arbeiten, die man mit dem UKPK ausführen wird, nämlich ganz einfache Taschenmesseraufgaben. Und wie gesagt, für Einsteiger ist er wunderbar leicht zu schärfen.

Doch auch Messerkenner könnten ihn zu schätzen wissen. Denn auch wenn der Carpenter-Stahl abstumpft, bleibt die Schneide trotzdem sauber, das soll heißen, ohne Kerben oder Kanten, wie zum Beispiel auch der N690Co.

Das Wichtigste: Slip Joint

Das Spyderco UKPK ist am besten mit dem Tenacious zu vergleichen, auch wenn das UKPK in den USA, das Tenacious in China produziert wird. Der wichtigste Unterschied jedoch ist das Alleinstellungsmerkmal des UKPK, der Slip Joint bzw. die fehlende Verriegelung.

Einhandmesser

Das Öffnen dieses Messers geht wieder über das Loch in der Klinge, das so typisch ist für Spyderco. Doch es ist etwas schwergängiger, und das macht natürlich Sinn, wenn man sich die eigentliche Idee hinter dem UKPK vor Augen hält.

Als Slipit, wie Spyderco es nennt, oder Slip Joint ist natürlich eine Frage die wichtigste: Kann mir das Messer einfach so zuklappen und mich verletzen? Kurz und knackig – nein.

Der Widerstand im Gelenk ist von Spyderco mit 20 Pounds, also ca. 9 Kilo angegeben. Außerdem stoppt das Messer bei einer 90 Grad Öffnung.

Das UKPK sitzt stabil und fest, trotz Slip Joint. Und ganz ehrlich, gehört natürlich bei jedem Messer auch immer ein gesunder Menschenverstand dazu, wie man es sicher benutzen kann. Und dieses Messer wird ohnehin sicher eher für Schneidearbeiten mit Stoßrichtung entgegen den Rücken benutzt.

Das heißt, wenn das Messer droht zuzuklappen, was es ja nicht wirklich kann, dann nur, weil man es nicht angemessen benutzt. Oder sich etwas ungeschickt anstellt.

Griffe und Handling

Zusätzlich gibt es die bereits angesprochene Fingermulde bzw. Fingerschutz. Diese hat auch ein ordentliches Jimping, die Riffeln, die ein rutschfestes Arbeiten garantieren.

Gleiches gilt für die Daumenrampe, die zusammen mit der Fingermulde die Griffigkeit des Spyderco UKPK immens erhöhen.

Zusammen geben diese beiden Griffmulden, sozusagen, einen zusätzlichen Sicherungsmechanismus. Und beide sorgen auch dafür, dass das Messer auch mit Handschuhen extrem gut in der Hand liegt.

Griffschalen aus FRN – Modernes Plastik

Auch das Material der Griffe ist in diesem Zusammenhang zu nennen.

Diese sind aus Glasfaser verstärktem Nylon, also FRN. Diese machen das Messer nicht nur leicht, sondern auch pflegeleicht.

Ja, es ist gewissermaßen aus Plastik, aber die Art und Weise, wie Spyderco diesen Kunststoff einsetzt und verarbeitet, ist qualitativ wirklich sehr gut.

Plastik ist also nicht gleich Plastik, und das Material macht das Messer eben auch so federleicht. Und vielleicht braucht es auch gar keine G10 Griffe für diese Art von Taschenmesser, die umgekehrt auch nicht immer halten, was ihr Ruf verspricht.

Wie fast alle Spyderco Messer hat auch das UKPK den beliebten Gürtelclip, den Clipit, der recht fest sitzt und links oder rechts befestigt werden kann. Allerdings nur für Tip Down Carry, also mit der Messerspitze nach unten.

Spyderco UKPKZum Test

Wie so viele Spyderco Messer wird oder wurde das Spyderco UKPK in den verschiedensten Varianten angeboten:

  • Die blattförmige Klinge (wie diese hier)
  • oder mit Drop Point,
  • Kombiklingen
  • oder kompletter Wellenschliff,
  • Hohlschliff
  • oder – wie das hier besprochene Flat Grind
  • oder Flachschliff.

Und wie immer bestimmen die jeweiligen Varianten, wofür man dieses Messer wie, beziehungsweise wann einsetzen kann.

Dieses UKPK als Leaf Blade mit Flachschliff ist also wieder ein Messer, das im buchstäblichen Sinne besonders schnittig ist.

Die übliche Essenszubereitungen, wie das Gemüse schneiden, gingen erwartungsgemäß ganz wunderbar.

Als nächstes galt es, die zugeklebten 51 (in Worten einundfünfzig!) Umzugskartons zu öffnen.

Das war natürlich gemein für die Schneide, die ab Klebestreifen 28 etwas zickig, da klebrig-stumpf wurde. Aber zumindest war das zur Abwechslung auch mal ein Test, wie leicht die Klinge zu reinigen war.

Fazit

Die Klinge wie auch die Griffe sind sehr leicht und einfach zu reinigen, und die Schneide, die übrigens von vornherein nicht so scharf war, wie erwartet, war auch schnell wieder herzustellen.

Auch am kleinen Lagerfeuer hat das Spyderco UKPK gute Dienste geleistet. Das Zurechtschnitzen von Ästen für die Grillwürstchen, die Holzspäne und das Einkerben als Brennhilfe waren alles kein Problem.

Beim Feuermachen mit Birkenrinde und Eisenstab (mit Gewinde) selbst wollte der Funke allerdings nicht so recht überspringen. Aber – gute Nachrichten –, auch hier blieb die arme misshandelte Schneide „sauber“ und war danach leicht wieder zu schärfen.

Zusammenfassung

Das Spyderco UKPK liegt hinsichtlich seiner Größe, Leistung und Qualität zwischen dem Tenacious und dem Byrd Tern.

Was die Größe und Funktionalität angeht, liegt es näher am Tenacious. Aber natürlich ist es als Slip Joint eher mit dem Tern zu vergleichen.

Dieses Messer ist ein gutes EDC Taschenmesser für den täglichen Gebrauch. Trotz fehlender Liner oder Verriegelung ist es sehr robust. Und obwohl es „nur“ ein Slip Joint ist, ist es sehr sicher.

Hier noch einmal die wichtigsten Merkmale im Überblick:

Das Spyderco UKPK ist

  • ultraleicht,
  • sehr gut verarbeitet,
  • sehr sicher durch das 2-Phasen-Gelenk mit Sicherheitsmechanismus,
  • 42a konform.

Es ist ausgestattet mit

  • leichten, griffigen FRN Schalen, die sehr pflegeleicht sind,
  • Jimping an Daumenrampe und Fingermulde für extra Griffigkeit und Sicherheit,
  • und mit einem gutem Carpenter-Stahl, der leicht zu schärfen ist und eine saubere Schneide behält.

Kurzum: Das Spyderco UKPK hat das Zeug, wie das Byrd Tern, zu einem absoluten Lieblingsmesser für die ganz alltäglichen einfachen Arbeiten zu werden.

Das Byrd Tern, gern als „Poor Man´s UKPK“ bezeichnet, also als das „UKPK für Arme“, ist tatsächlich günstiger. Das liegt daran, dass es, wie das Tenacious auch, in China produziert ist. Aber eben nicht nur.

Es ist nämlich in diesem Sinne keine Billigvariante, sondern ist ein Taschenmesser mit spektakulärem Preis, dass sich aufgrund seiner Herstellung  und seinem Stahl besonders für Einsteiger eignet. Damit hat es seine eigene Berechtigung.

Dennoch: Der Preisunterschied – das UKPK liegt bei knapp 100 Euro – ist eben auch begründet. Der Stahl und die Verarbeitung, das zeigt sich vor allem am Jimping, ist qualitativ einfach hochwertiger beim Tern.

Das macht dieses Messer im Gegensatz zum Byrd Tern auch für etwas anspruchsvollere Messerfreunde äußerst attraktiv – jedenfalls was die Funktionalität und Qualität angeht. Über das Aussehen der Spyderco-Messer ist damit noch nichts gesagt, das sicher nicht Jedermanns Fall ist. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

Was denken Sie über das UKPK? Bevorzugen Sie andere Spyderco-Messer?

Sehr leichtes und robustes EDC, das kaum spürbar im Gepäck vestaut werden kann.

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