E-Bike Akku voll geladen oder leer lagern? – 6 wichtige Kriterien!

E-Bike Akku voll geladen oder leer lagern

Der Ladezustand bei der Lagerung beeinflusst die Entladungsrate der Lithium-Batterie: Sollte man den E-Bike Akku voll geladen lagern oder besser entladen? Worauf es bei der Lagerung des Akkus ankommt, lesen Sie hier.

Ihren E-Bike Akku sollten Sie weder voll geladen noch leer lagern. Ein Lithium-Ionen-Akku erreicht bei der Lagerung mit 30 % bis 60 % Restkapazität die maximale Nutzungsdauer. Darüber hinaus sollten Sie die Batterie bei mittleren Temperaturen zwischen 10 °C und 20 °C an einem trockenen Ort aufbewahren, um die Zellen zu schonen. Dieser geringe Aufwand sichert eine schöne neue E-Bike-Saison.

1. Sollte der E-Bike Akku voll geladen lagern?

Früher war es nötig, Blei- oder Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd) vor der Lagerung voll aufzuladen, da die damaligen Zellen für hohe Selbstentladung anfällig waren. Zu wenig Kapazität führte zu unwiederbringlichen Schäden.

Heute verwendete Lithium-Ionen-Akkus weisen eine hohe Energiedichte und verschwindend geringe Selbstentladung von 1 % bis 3 % pro Jahr auf.

Zudem aktiviert die elektronische Steuerung einen energiesparenden Schlafmodus und überwacht die Spannung.

Komplettes Aufladen, um den E-Bike Akku immer voll geladen zu lagern ist nicht nur unnötig, sondern setzt die Elektroden starken Belastungen aus.

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2. Ist die Lagerung des leeren E-Bike Akkus sinnvoll?

Noch schädlicher, als voll geladene E-Bike Akkus zu lagern, ist die Aufbewahrung im leeren Ladezustand.

Bei Erreichen von absoluten 0 % beginnt trotz einer Entladeschutzschaltung die Tiefentladung.

Fällt die Spannung durch zu lange oder falsche Lagerung unter den Minimalwert, entstehen irreparable Schäden – der Akku ist “tot”. Eine Wiederbelebung wird, wenn überhaupt, nur durch einen Fachmann möglich.

3. Lithium-Ionen-Akkus altern

Wie schnell sich ein Akku entlädt, hängt von der Qualität der Zellen und deren Alter ab. Verbrauchte Lithium-Ionen-Akkus entladen sich schneller.

Die Lebensdauer einer E-Bike Batterie umfasst rund 1000 komplette Ladezyklen. Auch die Lagerung bei sehr niedrigen Temperaturen beschleunigt die Selbstentladung.

Ungünstige Lagerbedingungen fördern die Entstehung von Dendriten, die mit den Zapfen in einer Tropfsteinhöhle vergleichbar sind. Es handelt sich um Lithium, das an den Anoden zu nadelförmigen Ablagerungen heranwächst, die irgendwann den Separator im Akku durchstoßen – ein Kurzschluss ist die Folge.

4. Empfehlungen der Hersteller zur E-Bike Akku Lagerung

Bosch, Shimano und andere Systemanbieter raten, den Ladezustand während der Lagerung zwischen 30 % und 60 % zu halten.

Hersteller wie Giant statten ihre Charger mit einem Lagermodus aus, die automatisch bei Erreichen von 60 % den Ladevorgang abbrechen.

Mit einem Ladezustand im idealen Bereich leuchten zwei oder drei LEDs.

Ein neuer 504 Wh Shimano Akku mit 50 % Kapazität erreicht den Nullpunkt erst nach 6,8 Monaten und Fachleute haben die Möglichkeit, die Zellen noch 10,7 Monate später zu reaktivieren.

Trotzdem sollten Sie die Grenzen nicht ausreizen, sondern alle zwei Monate den Ladezustand kontrollieren und durch Nachladen im mittleren Bereich halten.

Lesenswert: Fahrrad Akkus richtig lagern

5. Kann das E-Bike Ladegerät ständig angeschlossen bleiben?

Das Batterie-Management-System überwacht die Selbstentladung und erkennt den Ladezustand.

Daher ist es grundsätzlich möglich, den E-Bike Akku dauerhaft am Ladegerät anzustecken, doch die Nachteile der Bequemlichkeit wegen überwiegen:

  • Ständige maximale Kapazität schadet den Zellen
  • Nach wenigen Prozent Entladung lädt der Charger wieder auf 100 %, wodurch Stromkosten entstehen
  • Das Brandrisiko durch Überhitzung an Steckdose, Kabel oder Ladegerät erhöht sich
  • Wer den Akku unbeaufsichtigt lädt, handelt grob fahrlässig

6. Wann sollte der Akku voll geladen werden?

Vor Beginn der neuen Saison sollten Sie einige Vorbereitungen treffen:

Zur Akkupflege gehört die jährliche Kalibrierung, da der Memoryeffekt auf Dauer immer weniger Energie zur Verfügung stellt.

Dazu laden Sie drei Mal nacheinander 100 % voll und fahren den Akku leer.

Zehn Sekunden langes Drücken des Akkuknopfes synchronisiert die Daten mit dem Display und die Reichweite erhöht sich, da das System die Grenze der Minimalspannung wieder richtig erkennt.

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