E-Bike ohne Akku und mit ausgeschaltetem Motor fahren – Geht das?

E-Bike ohne Akku und mit ausgeschaltetem Motor fahren

Wohl jeder, der sich ein E-Bike kaufen möchte, denkt an den Fall der Fälle: Kann ich ohne Akku weiterfahren? Schädige ich den Motor und habe ich noch Licht im Dunkeln? Der folgende Beitrag beantwortet Ihre Fragen, ob Sie das E-Bike ohne Akku und mit ausgeschaltetem Motor fahren können.

Ein E-Bike lässt sich im Notbetrieb IMMER mit Muskelkraft fahren, denn bei bestimmten Fehlermeldungen schaltet das System den Motor ab. Passiert Ihnen das bei genügend Akkukapazität, steckt möglicherweise nur das Display verkantet in der Halterung.

Ist E-Bike ohne Akku und mit ausgeschaltetem Motor fahren grundsätzlich möglich?

Die schönste Ausfahrt wird zum Albtraum, wenn plötzlich der Motor ausfällt. Viele Neulinge sind sich nicht sicher, was jetzt zu tun ist, schließlich möchte man das teure E-Bike nicht ‘unsachgemäß’ gebrauchen und die Garantie aufs Spiel setzen.

Behandeln Sie das E-Bike wie einen ganz normalen Drahtesel:

Einmal an das leichte Treten gewöhnt, fällt Ihnen zumindest auf den ersten Kilometern ohne Motorunterstützung das Pedalieren schwer. Ein E-Bike wiegt aufgrund von Akku und Motor weit über 20 Kilo, die erst einmal in Schwung kommen müssen.

Ist es schädlich für das E-Bike, ohne Motorunterstützung zu fahren? Darf ich das?

In diesem Punkt kann ich Sie beruhigen: Ein Pedelec ist vor dem Gesetzgeber immer noch ein Fahrrad, also können Sie es auch mit leerem Akku weiterhin bewegen.

Technische Probleme entstehen nicht, wenn Sie bei einem ausgeschalteten Motor in die Pedale treten.

Ganz im Gegenteil:

Viele Fahrer nutzen die Unterstützung nur punktuell und fahren bewusst auf guten Strecken ohne elektrischen Rückenwind.

Übrigens: Wenn Sie schneller als 25 km/h fahren, setzt die Motorunterstützung auch aus.

Warum entsteht Widerstand beim Treten ohne Motorunterstützung?

Es ist fast ein Gefühl, als wenn Sie einen voll beladenen Anhänger ziehen: Tretwiderstand geht in die Beine.

Dies hat folgenden Grund: Wenn der Antrieb während der Fahrt abschaltet und Sie weiterhin die Pedale bewegen, fließt ein Teil der Energie zur Ladung des Akkus wieder zurück. Der Motor rekuperiert, wodurch sich das Treten erschwert.

Tipp: Schalten Sie beim Fahren ohne Akku das E-Bike komplett aus, endet auch die Rekuperation und das Pedalieren wird leichter. Möchten Sie bewusst ohne Motorunterstützung fahren, nehmen Sie den Akku vorher heraus. So wird das E-Bike mindestens 3 kg leichter.

Lesenswert: Plötzlicher Widerstand beim E-Bike Treten? Das können Sie tun

Wie lässt sich ein Bosch CX ohne Unterstützung fahren?

Wenn Sie ein Bosch E-Bike ohne Akku fahren, profitieren Sie beim Performance Line CX Antrieb ab Modelljahr 2020 von einer wirkungsvollen Neuerung:

Ein Freilauf entkoppelt Motor und Getriebe voneinander, sodass Sie ohne Akku leicht und effizient in die Pedale treten können.

Zudem ist der Motor leichter und kompakter als der Vorgänger, was sich bei kräftezehrenden Anstiegen positiv bemerkbar macht. Auch andere Hersteller ziehen nach: Die Brose Motoren der Drive Baureihe entkoppelt ebenfalls komplett.

Funktioniert das E-Bike Licht ohne Akku?

Wenn das System den Akkuladezustand als leer erkennt und den Motor abschaltet, ist immer noch eine Energiereserve vorhanden.

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Restkapazität für 2 Stunden nach der Abschaltung Strom liefert, damit Sie mit Beleuchtung Ihr Ziel sicher erreichen.

Auch an einer elektronischen e-Shift Schaltung können Sie noch etwa 100 Mal die Gänge wechseln.

Es ist ebenfalls erlaubt, nach StVZO zugelassene Akku-Beleuchtung an das E-Bike anzubauen. Fahr- und Rücklicht mit Batteriebetrieb leuchten unabhängig vom System:

Sigma Sport Beleuchtungsset
ANSEHEN*

6 Tipps für eine gute Fahrt ohne E-Bike Akku und mit ausgeschaltetem Motor

1. Probefahrt unternehmen

Schon beim Kauf des E-Bikes sollten Sie auf der ausgiebigen Probefahrt eine Teilstrecke OHNE Motorunterstützung fahren. Fragen Sie nach einem Antrieb, der komplett entkoppelt.

2. Tretwiderstand testen

Fahren Sie verschiedene Motoren zur Probe und vergleichen Sie den Widerstand beim Treten. Die Strecke sollte möglichst etwas hügelig sein, denn vor Anstiegen brauchen Sie die meiste Muskelkraft.

3. Kleine Gänge wählen

Stellen Sie einen niedrigen Gang ein und erhöhen die Trittfrequenz, um zwar öfter, dafür aber umso leichter zu treten. Mit dieser Strategie ermüden die Beine nicht so schnell.

4. Nehmen Sie immer das Handy mit

Speichern Sie Ihre persönliche E-Bike Notfall Nummern vom Händler, der lokalen Taxizentrale, dem ADAC und von Bekannten mit Pkw, die Sie notfalls abholen kommen.

5. Einen Ersatzakku mitnehmen

Bei langen Touren kann es nützlich sein, einen Ersatzakku mitzunehmen. Planen Sie die Route so, dass Sie mit einer Akkuladung an Ladestationen vorbeikommen. Ein kleines E-Bike Reiseladegerät mitzunehmen ist sinnvoll, wenn Sie am Abend ins Hotel oder zum Campingplatz zurückkehren und die Anschlüsse der Ladestation nicht passen.

6. Sport Gel einstecken

Nehmen Sie immer eine kleine Tube Sportgel mit, um den Beinen die ungewohnte Belastung zu erleichtern. Durchblutungsförderndes Gel entkrampft und beugt Muskelkater vor, auch wenn Sie mit Motorunterstützung ungewohnt lange Strecken fahren.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.