Benzin für Notstromaggregat richtig lagern – Schnellhilfe für Neulinge

Benzin für Notstromaggregat richtig lagern

Wenn der Preis fällt, ist dies ein Anreiz, größere Mengen Benzin für das Notstromaggregat zu hamstern und bei sich zu Hause oder in der Garage zu lagern. Von gelagerten Treibstoffen gehen jedoch hohe Gefahren aus, sodass der Gesetzgeber strenge Vorschriften erlassen hat. Was sonst noch bei der Bevorratung von Benzin für den Stromerzeuger zu beachten ist, erklärt folgender Beitrag.

Die Bevorratung von Benzin für Ihren Stromerzeuger sollte unter größten Vorsichtsmaßnahmen erfolgen. Informieren Sie sich über aktuelle gesetzliche Regelungen und denken immer daran, dass Brand und Explosion lebensgefährlich sind. Ergibt die Prüfung der Versicherung im Schadensfall falsche Lagerung, wird dies für Sie richtig teuer.

Welche Mengen Benzin darf ich lagern?

Diesel und Benzin für Stromerzeuger sind leicht entzündliche Gefahrstoffe.

Aus normalen Reservekanistern entweichen giftige Gase mit typischem Geruch, die schon durch einen einzigen Funken verheerende Explosionen auslösen können.

Daher hat der Gesetzgeber für den Privathaushalt Lagermengen für die extrem feuergefährlichen Treibstoffe festgelegt:

  • Benzin oder 2-Takt-Mischung: maximal 20 Liter
  • Diesel: 200 Liter

Die genannten Mengen beziehen sich auf die Lagerung in einer Kleingarage mit weniger als 100 m² Grundfläche.

Voraussetzung für die Bevorratung sind für Benzin und Diesel zugelassene Behälter, die aus bruchsicherem Material bestehen und luftdicht verschließbar sind:

20l Benzinkanister nach DIN 7274 Norm
ANSEHEN*

Wo sollten Treibstoffe für das Notstromaggregat lagern?

Im Keller dürfen maximal 20 Liter Benzin gelagert werden. (1)

Die maximale Menge von 20l gilt auch für den gesamten Kellerbereich eines Mehrfamilienhauses

Falls Sie in einem Mehrfamilienhaus wohnen, wo die Kellerabteile nur durch Draht oder Bretter getrennt sind, gelten die 20 Liter für das gesamte Gebäude und alle Anwohner zusammen.

Bestimmungen zur Lagerung von Benzin

LagerungTRGS 510BetrSichVGaragenverordnungWHG
in WohnungenneinAllgemeine Sorgfaltspflicht nach § 5 und Besorgnis Grundsatz § 62
im Keller10 LGefährdungsbeurteilung wegen Explosionsgefahr erforderlich
im Verkaufsraumbis 200 m² 60 L
bis 500 m² 200 L
> 500 m² 300 L
im Arbeitsraumbis 5 L ohne Schrank
bis 500 L im F90 Schrank
in der Garage20 L in Kleingaragen bis 100 m², in größeren Garagen nicht zulässig
im Freienaktive Lagerung 10 m, passive Lagerung bis 200 L 3m, passive Lagerung < 1000 L 5 m AbstandGefährdungsbeurteilung wegen Explosionsgefahr erforderlich

Lesenswert:

Ist die Lagerung flüssiger Gefahrstoffe in Wohnhäusern erlaubt?

Der Gesetzgeber untersagt das Abstellen von Kraftstoffen und anderen entflammbaren Flüssigkeiten in Wohnhäusern an gemeinschaftlich genutzten Orten, wie:

  • Treppenhäuser, Hausflure
  • Durchfahrten und Durchgänge
  • Dachboden, Speicher

Die maximale Menge von Benzin und Diesel in der eigenen Wohnung oder im Wohnbereich des eigenen Hauses ist auf 1 Liter beschränkt.

Lagerung von Benzin in der Tiefgarage

In Tiefgaragen dürfen je nach Bundesland nur „unerhebliche Mengen“* (§ 17 Garagen- und Stellplatzverordnung – GaStellV, Bayern) oder gar keine Treibstoffe außerhalb des Fahrzeugs (§ 18 Betriebsvorschriften für Garagen, NRW) abgestellt werden.

Wenn es die Hausordnung überhaupt erlaubt.

Halten sich Mieter nicht daran, kann der Hausbesitzer dies als Vertragsbruch durch den ‘vertragswidrigen Gebrauch einer Mietsache’ bewerten.

Von Benzin und Diesel geht zudem eine unzumutbare Geruchsbelästigung aus, einmal ganz abgesehen von gesundheitlichen Risiken durch Einatmen und Hautkontakt.

Ebenfalls sollten mögliche Umweltschäden durch gelagerte Treibstoffe ausgeschlossen sein. Gewöhnlich sind Betonböden in Garagen durchlässig, sodass Flüssigkeiten ins Grundwasser versickern.

Beachten Sie auch die gesetzlichen Vorgaben Ihres Bundeslandes!

*Wie viel Benzin gehört zu einer „unerheblichen Menge“?

Der Gesetzgeber hat die „unerheblichen Mengen“ für brennbare Gegenstände und Flüssigkeiten nicht näher definiert. Somit bestehen Unsicherheit und ein gewisser Interpretationsraum.

Im Fachkreisen versteht man darunter Mengen, die unmittelbar oder zeitnah zum Funktionieren des Fahrzeugs notwendig ist. Dazu gehören brennbare Gegenstände, wie 1 Satz Autoreifen, Regalboden oder 1 Satz Werkzeug.

Kraftstoffe und insbesondere Benzin werden nicht explizit genannt.

Auf der sicheren Seite sind Sie somit, wenn Sie in der Tiefgarage kein Benzin für Ihr Notstromaggregat lagern. Im anderen Fall sind Sie auf die Kulanz und die Gesetzesauslegung der prüfenden Behörden angewiesen.

Benzin für Notstromaggregat im Freien lagern? Besser nicht!

Die Lagerung von Benzin im Freien ist nicht empfehlenswert. Der Behälter darf aufgrund von Explosionsgefahr keiner Sonnenbestrahlung ausgesetzt sein. Nur das Umfüllen sollte im Freien erfolgen.

Bei welcher Temperatur sollte das Benzin lagern?

Kälte schadet Benzin nicht, sogar Frost verträgt es. Gefahr entsteht bei Temperaturen über 21 °C.

  • Sommerdiesel sollte nicht unter 0°C gelagert werden,
  • Übergangsdiesel hält bis -10 °C
  • und Winterdiesel nach DIN EN 590 ist bis -20°C frostsicher.

Wie lange ist Benzin haltbar?

Die Haltbarkeit von Benzin in luftdicht schließenden Kanister beträgt viele Jahre, ohne dass es wesentlich an Qualität verliert. (2)

Die Lagerfähigkeit von Diesel beträgt selbst in geschlossenen Behältern maximal ein Jahr. Nach sechs Monaten beginnen Bakterien, den Diesel zu zersetzen, wodurch feste Schwebstoffe das Kraftstoffsystem des Generators verstopfen.

Wo kann ich mich über gesetzliche Vorschriften zur richtigen Lagerung von Benzin informieren?

Für die Lagerung von Brenn- und Kraftstoffen hat der Gesetzgeber eine Vielzahl von Verordnungen und Vorschriften erlassen, die unterschiedliche Bereiche betreffen:

  • Betriebssicherheitsverordnung – BetrSichV (2)
  • Wasserhaushaltsgesetz – WHG (3)
  • Technische Regeln Gefahrstoffe TRGS510 (4)
  • Garagenverordnung für Ihr Bundesland (5)

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