E-Bike auf Fahrradträger bei Regen transportieren – 5 kritische Aspekte

E-Bike auf Fahrradträger bei Regen richtig transportieren

Ein Regenschauer macht dem E-Bike nichts aus, doch am Auto transportiert vervielfachen sich die einwirkenden Kräfte: Regentropfen wirken bei 120 km/h Reisegeschwindigkeit wie ein Hochdruckreiniger. Alle Fragen, wie Sie bei Regen Ihr E-Bike sicher auf einem Fahrradträger transportieren, beantwortet dieser Beitrag.

E-Bike auf Fahrradträger bei Regen sicher transportieren

1. Elektrische Komponenten vor Nässe schützen

Regen während der Fahrt durchdringt jede Ritze am Rahmen der E-Bikes. Auch wenn Sie im Sonnenschein in den Urlaub starten, sollten Sie alle losen Anbauteile entfernen und im Kofferraum transportieren.

Speziell die Elektronik in Display, Antrieb und Akku sind empfindlich, denn die Gehäuse sind nur spritzwassergeschützt verarbeitet.

  • Durch das Tretlager eindringendes Wasser verursacht Totalschaden, den die Garantie ausschließt: Wegen fahrlässigem Umgang werden Sie den Schaden von 800 bis 1000 Euro für einen Marken-Motor selbst bezahlen müssen.
  • Durchnässte Kontakte der Akku-Aufnahme verursachen beim ersten Einsetzen der Batterie und dem Start in den meisten Fällen einen Kurzschluss, der die gesamte Elektrik lahmlegen kann. Der Akku funktioniert danach nicht mehr und die Verkabelung muss ausgetauscht werden.
  • Wenn der Akku keinen Strom abgeben kann, sind das Display und der Antrieb außer Betrieb. Ein Fall für die Werkstatt.

2. Welche E-Bike Abdeckung bei Regenfahrten?

Das Einpacken in eine komplette Hülle erscheint schneller und damit hätte man sich gleich den Kauf einzelner Regenabdeckungen gespart.

In der Theorie trifft das zu, doch Sie parken das E-Bike nicht, sondern bewegen es mit Geschwindigkeiten durch die Landschaft, die Sie niemals durch Fahren erreichen können.

Mit 120 km/h Reisegeschwindigkeit setzen Sie die E-Bikes zwei bis dreifacher Maximalgeschwindigkeit aus. Damit erzeugt der Fahrtwind, gesättigt mit schweren Regentropfen, sicherlich noch ein Vielfaches an Zugkräften auf die große Angriffsfläche.

  • Eine Kompletthülle bildet einen Bremsfallschirm, der den Benzinverbrauch in die Höhe treibt
  • Seitliche Windböen werden zur beträchtlichen Gefahr für das gesamte Fahrzeug, da es schlagartig aus der Spur geschleudert wird.
  • Die eingerissene Hülle peitscht auf das ungeschützte E-Bike und das Nachbar-Bike ein, womit der Regenschutz gleich null ist und Sie noch mit Beschädigungen an Bikes und Autolack rechnen können.
  • Packen Sie auch den Sattel sehr gut ein. Regentropfen durchdringen die Nähte des Bezuges und dringen von der Unterseite ein, wodurch sich das Innere wie ein Schwamm vollsaugt. Es kann Tage dauern, bis die Feuchtigkeit aus dem Sattel verdunstet ist.
  • Verbleibende Halterungen mit Kontakten, das Akkufach und den Motor sollten Sie mit passenden Abdeckungen aus Neopren schützen. Zur Not halten auch sehr gut mit Klebeband gesicherte Plastiktüten Feuchtigkeit fern. Wichtig ist, jedes Teil einzeln zu verpacken, damit Wind und Regen ungehindert durch den Rahmen gehen können.

E-Bike-Akkuabdeckung
ANSEHEN*

3. Die Befestigung kontrollieren

Nach 50 km Strecke sollten Sie die erste Pause einlegen, um die Befestigungen und Abdeckungen kontrollieren. Durch Erschütterungen lockern sich Spanngurte erfahrungsgemäß. Durchnässtes Gewebe, auch wenn es aus Nylon ist, längt sich aufgrund der Webtechnik der Fasern.

Die erste Kontrolle ist die wichtigste, denn das hohe Gewicht der E-Bikes erzeugt höhere Dynamik, als die leichten Alurahmen herkömmlicher Fahrräder. Danach reicht es aus, in den regulären Pausen nach der Befestigung zu schauen.

4. Stützlast ist nicht Traglast!

Beim Kauf eines Fahrradträgers für die Kupplung gilt es auf zwei Werte zu achten und diese nicht zu verwechseln: Stützlast und Traglast drücken zwar beide nach unten, doch belasten sie verschiedene Komponenten.

  • Die Stützlast der Anhängerkupplung nennt das maximale Gewicht, welches von oben auf die Kupplung drücken darf. Diese können Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil l in Feld 13 nachlesen. Bei abnehmbaren Kupplungen ist die Stützlast eingeprägt. Sie liegt zwischen 50 und 70 kg.
  • Die Stützlast des Fahrradträgers ist gewöhnlich auf der Deichsel eingeprägt.

Falls der Fahrradträger für 75 kg Stützlast zugelassen ist, und die Kupplung für 50 kg freigegeben ist, richten Sie sich IMMER nach dem kleineren Wert.

Beispiel:

  • Die Anhängerkupplung hat 50 kg Stützlast
  • 2 E-Bikes à 25 kg = 50 kg
  • Eigengewicht des Trägers: 15 kg

Die Folgen einer gebrochenen Anhängerkupplung können Sie sich bestimmt gut vorstellen. Wie Sie die E-Bikes bei Regen auf dem Fahrradträger mit einem Fahrzeug richtig transportieren, sehen Sie auch hier:

5. Führen Sie mit dem beladenen Auto eine Probebremsung durch

Machen Sie sich vor der Abfahrt mit dem veränderten Fahrverhalten des voll beladenen Fahrzeugs vertraut. Das hohe Gewicht verlängert den Bremsweg bereits bei trockener Straße enorm, bei Regen kommt noch Aquaplaning hinzu. Vom ADAC durchgeführte Bremstests haben bedenkliche Ergebnisse erbracht:

Durch den Aufprall sind E-Bikes abgerissen und wie Geschosse nach vorne katapultiert, wodurch auch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden.

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Fazit

Das Wetter bei der Urlaubsreise kann man sich natürlich nicht aussuchen. Mit guter Vorbereitung auf eine Regenfahrt steht Ihrer wohlverdienten Freizeit mit den eigenen E-Bikes nichts im Wege.

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