Lederjacke imprägnieren – Eine Anleitung in 3 einfachen Schritten

lederjacke imprägnieren

Eine Lederjacke zu imprägnieren verlängert die hochwertige Optik und damit die Lebensdauer. So robust das Naturmaterial auch ist, benötigt es regelmäßige Pflege, damit Wind und Wetter keine Spuren hinterlassen.

Unser Beitrag erklärt, wie Sie eine Lederjacke fachgerecht in Schuss halten, um jahrelang Freude daran zu haben!

Warum Lederjacke imprägnieren?

Oftmals werden Pflege und Imprägnierung in einen Topf geworfen, obwohl es sich um völlig unterschiedliche Anwendungen handelt. Bei der Lederpflege führt Creme, Balsam oder Sattelfett natürliche Bestandteile zu.

So wird das Naturmaterial “genährt” und erhält seine Geschmeidigkeit. Durch Auftragen der Imprägnierung entsteht ein Schutzfilm, der dem Leder Nässeschutz verleiht.

3 Vorteile, eine Lederjacke zu imprägnieren

Wenn Sie nur Pflegemittel auftragen oder fetten, bleiben Sie sozusagen auf halbem Wege stehen. Abschließendes Imprägnieren bewirkt:

  1. Allgemein geringere Schmutzanfälligkeit
  2. Es entstehen keine nassen Flecken
  3. Verschmutzungen haften nur oberflächlich, wodurch sie sich leichter entfernen lassen

Daher ist es entscheidend, eine Lederjacke regelmäßig gegen Verschmutzung und Witterungseinflüsse zu schützen.

Wie oft eine Imprägnierung empfehlenswert ist, lesen Sie bei den einzelnen Lederarten.

Ist die Lederjacke bereits imprägniert?

Damit Ihre neue Lederjacke Regen, Schnee und Kälte standhält, sollten Sie gleich nach dem Kauf prüfen, ob der Hersteller bereits eine Imprägnierung aufgetragen hat. Bei Glattleder verreiben Sie dazu einfach einen Wassertropfen:

Perlt er ab, ist das Leder behandelt, zieht Feuchtigkeit ein, fehlt eine Imprägnierung. Die Lebensdauer verlängert sich deutlich, wenn Sie bereits vor dem ersten Tragen Ihre neue Lederjacke imprägnieren.

Die Lederjacke richtig imprägnieren – Anleitung in 7 Schritten

1. Die Jacke gründlich reinigen

Bevor Sie mit dem Auftragen beginnen, stellen Sie sicher, dass die Oberfläche sauber und richtig trocken ist. Gegebenenfalls entfernen Sie einen Schmutzfilm (durch Abgase aus der Stadtluft oder Zigarettenrauch) mit Lederreiniger.

Für das Reinigen des Innenfutters lesen Sie unseren Beitrag.

Wischen Sie eine Glattleder Jacke mit einem weichen Tuch ab, um Staub aus den Nähten zu entfernen. Für Wildleder gibt es spezielle Pflegebürsten.

Speziell Nähte im Schulterbereich und die Tascheneingriffe sind potenzielle Schwachstellen, wo Feuchtigkeit eindringt. An solchen Stellen ist sorgfältige Imprägnierung wichtig.

2. Pflegemittel auftragen

Nach der Reinigung benötigt die Lederjacke nun Pflege, um das Material weich und flexibel zu halten. Arbeiten Sie die Creme mit einem Schwamm oder Tuch ein und lassen die Jacke 12 – 24 Stunden auf dem Bügel an einem luftigen Ort trocknen.

3. Die Lederjacke imprägnieren

Abschließend erfolgt die Imprägnierung. Am besten gehen Sie ins Freie, damit die Aerosoldämpfe sich verflüchtigen. Drehen Sie sich so, dass der Wind von hinten kommt.

Testen Sie das Spray zuerst an einer nicht sichtbaren Stelle, um die Reaktion auf dem Leder zu sehen. Die dunkle Färbung verschwindet wieder, wenn das Imprägnierspray trocknet.

  • Besonders beanspruchte Stellen werden doppelt eingesprüht. Das sind die Innenseite des Kragens, die inneren Ärmelbündchen (bei Strickbündchen nicht!) und die Tascheneingriffe.
  • Sprühen Sie aus etwa 30 cm Entfernung das Mittel großflächig auf die Jacke. Das war’s!

Wie eine Lederjacke imprägniert wird, sehen Sie hier:

Das richtige Imprägnierspray für die Lederjacke

Da die Ledersorten unterschiedliche Pflege mit Fett oder als Spray benötigen, bestimmen Sie im ersten Schritt, um welche Art es sich handelt.

1. Pigmentiertes Glattleder

Als Glattleder wird Leder bezeichnet, wobei die Narbenseite außen verarbeitet ist. Dies ist die Seite, wo ursprünglich das Fell gewachsen ist. Es fühlt sich fest und angenehm kühl an.

Eine nachträglich aufgebrachte Farbschicht schließt die Poren und versiegelt das Leder. So wird das Material unempfindlicher, weshalb es sich bestens für Jacken eignet.

Die natürliche Narbung durch die Färbung verschwindet, wird als Grundmaterial für Jacken oftmals optisch unschönes Leder verarbeitet, das Flecken oder Narben aufweist. Nachträgliches Prägen einer Narbung bildet die ursprüngliche Lederstruktur nach.

2. Die Pflege von Glattleder

Eine Jacke aus Glattleder ist relativ wetterfest und hält einen Regenguss aus. Nur bei starken Niederschlägen stößt das Material an seine Grenzen und saugt sich voll Wasser.

Es reicht aus, eine Glattlederjacke einmal im Jahr gründlich zu imprägnieren. Polieren Sie die Oberfläche nur selten, da sich ansonsten die Farbpigmente ablösen.

3. Die Anilin Lederjacke

Erstklassiges fehlerfreies Leder wird ohne Farbschicht darauf ganz natürlich belassen. Die Struktur bleibt sichtbar, die Poren bleiben offen. Sehr anschmiegsames Anilin Leder ist handschuhweich, jedoch empfindlich gegen Feuchtigkeit und Verschmutzung.

Diese Lederart erkennen Sie daran, dass ein Wassertropfen sofort einzieht und einen dunklen Fleck bildet.

Die Pflege von Anilin Leder

Schützen Sie diese Jacke vor langer Sonneneinstrahlung, da sie ausbleicht. Ebenso tut ihr Regen nicht gut. Die empfindliche Anilin Lederjacke benötigt bei ständigem Gebrauch alle zwei Monate eine Imprägnierung.

4. Die Rauleder Jacke

Umgangssprachlich ist Rauleder als Wildleder oder Nubuk bekannt. Seine Oberfläche ist angeschliffen, wodurch es einen samtigen Flor bildet, der sich in alle Richtungen streichen lässt.

Das weiche Rauleder trägt sich sehr angenehm, es ist jedoch empfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Auch falsche Aufbewahrung und Pflege mindern die Qualität sichtbar.

Die Pflege von Rauleder

Als Imprägniermittel kommt nur Spray infrage, Fette und Öle erzeugen dunkle Flecken. Falls vorhanden, kann die Wildlederjacke auch mit Schuhspray behandelt werden.

Trotz Konservierung sollten Sie bei regnerischem Wetter die Wildlederjacke lieber im Schrank lassen. Speckige Kragen lassen sich mit einem Lederradierer wieder aufrauen. Einmal im Jahr sollten Sie die Imprägnierung erneuern.

Lesenswert: Wildleder reinigen – 11 einfache Tricks zur Reinigung, Pflege und Flecken

5. Die Kunstlederjacke

PU-Leder pflegen ja oder nein? Immerhin handelt es sich um pflegeleichtes synthetisches Material ohne Poren. Ein Imprägniermittel ist nicht unbedingt erforderlich, doch auch nicht verkehrt.

Falls Sie nicht wissen, ob die Jacke aus Echtleder oder Kunstleder besteht, reiben Sie etwas fetthaltige Lotion darauf. Eine Echtlederjacke saugt die Feuchtigkeit auf, porenloses Kunstleder kann gar kein Pflegemittel aufnehmen.

Die Pflege von Kunstleder

Ganz gleich, ob Sie einen Conditioner oder ein Spray verwenden, es sollte fettfrei sein. Ansonsten bildet sich ein Fettfilm auf der Jacke, den Sie dann auf Polstermöbeln abwischen.

Aus diesem Grunde sollten Sie keine Schuhcreme oder Imprägnierwachs auftragen. Zur Reinigung und Pflege empfiehlt sich ein aufeinander abgestimmtes Kunstleder Pflegeset.

Fazit

Eine Lederjacke zu imprägnieren sollten Sie nicht einsparen. Pflegemittel alleine schützt nicht genug vor Nässe und Schmutz. Die Imprägnierung bildet den äußeren Schutzfilm.

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