Spyderco Sharpmaker Messerschärfer im Test

Spyderco Sharpmaker MesserschärferDer Spyderco Sharmaker Messerschärfer gehört zu den populärsten Schärfwerkzeugen auf dem Markt und hier, auf Survival Messer Guide gehen wir regelmäßig darauf ein, wie wichtig eine scharfe Klinge ist. Es gibt heute eine Vielzahl außergewöhnlicher Messer auf dem Markt, die typischerweise alle ab Werk eine extrem scharfe Schneide haben. Von Hand geschliffen oder maschinell, es ist klar, dass der Ersteinsatz eines brandneuen Messers immer etwas ganz Besonderes ist.

Jedes Messer wird mal stumpf

Hier, auf SurvivalMesserGuide diskutieren wir regelmäßig darüber, wie wichtig es ist, eine scharfe Klinge zu haben. Es gibt heute einige wirklich herausragende Taschenmesser auf dem Markt und normalerweise werden Sie feststellen, dass die meisten von ihnen bereits extrem scharf geliefert werden. Ich bin sicher, und da sind wir uns, denke ich alle einig, dass es nichts Schöneres gibt, als die werkseitig rasiermesserscharf geschliffene Klinge, die Sie bei der ersten Verwendung Ihres brandneuen Messers haben werden.

Allerdings ist genauso klar, dass das Messer früher oder später seine Schärfe verlieren und stumpf werden wird. Wann das passiert, hängt ganz vom verwendeten Stahl und Ihrem Umgang mit der Klinge ab; feststeht aber, dass ALLE Messer im Laufe der Zeit stumpfer werden. Darum ist es wichtig, sie regelmäßig zu schärfen. Nur so kann eine gute Schärfe und somit eine optimale Benutzbarkeit des Messers aufrechterhalten werden.

Im unserem Artikel haben wir über die Grundlagen des Messerschärfens berichtet und einige Schleiftechniken vorgestellt.  Viele Nutzer ziehen allerdings sogenannte „Schärfsysteme“ dem einfachen Stein vor. Mit ihnen können selbst Laien, ohne erst die richtige Schleiftechnik lernen zu müssen, großartige Ergebnisse erzielen.

Ein Klassiker dieser Schärfsysteme ist der Messerschärfer „Spyderco Tri-Angle Sharpmaker“. Zugegebenermaßen kein neues Produkt, aber bis heute eines der Besten. Deshalb wollen wir Ihnen im Folgenden von unserer Erfahrung mit dem System berichten.

Spyderco und seine Produkte

Spyderco, ein in Colorado ansässiger Messermacher, hat uns über die Jahre hin bewiesen, dass sie nicht nur außergewöhnlich hochwertige Messer für die Jagd produzieren, (siehe Paramilitary 2, Tenacious und Police 3)sondern auch das nötige Zubehör, um Klingen extrem scharf zu halten.

Manche Stahlsorten sind, wie Sie wissen, schwerer zu schärfen als andere. Das gilt gerade für harte, hochwertige Sorten wie D2, 154CM, VG-10 und S30V. Hier machen sich die Vorteile des Sharpmakers am deutlichsten bemerkbar.

Der Spyderco Sharpmaker

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Der Sharpmaker ist ein sehr einfaches Werkzeug. Das System besteht aus vier Keramiksteinen, zwei dunkelgrauen Steinen für gröbere Arbeiten und zwei Weißen für den Feinschliff. Durch die Dreiecksform der Steine können sowohl glatte Klingen als auch Messer mit Wellenschliff, wie das Bear Grylls Ultimate Messer geschärft werden. Hier ist der Sharpmaker gewöhnlichen Messerschärfern klar überlegen.

Die Verwendung des Sharpmakers ist einfach: Sie führen die Schneide Ihres Messers über die Steine, während Sie das Messer senkrecht zum Boden halten. Wechseln Sie zwischen den beiden Seiten der Klinge ab, indem Sie zwischen rechten und linken Steinen alternieren, bis Ihr Messer eine konsistent scharfe Schneide hat und Sie fertig sind. Egal, ob Sie ein glattes, gezacktes, kombiniertes oder ein Recurve-Edge-Messer schärfen, der Sharpmaker mach sie alle scharf.

Sobald Sie die Grundlagen beherrschen, können Sie sich an fortgeschrittene Techniken des Sharpmakers herantrauen. Die Stäbe sind in 2 Körnungen erhältlich und Sie können sie in 2 Einstellungen platzieren:

  • eine 40-Grad-Einstellung (20 Grad pro Seite), die Spyderco für normales Schärfen empfiehlt,
  • und eine 30-Grad-Einstellung um die Schneide etwas haltbarer zu machen.

Auch die Führungsstangen aus Messing darf man nicht vergessen.

Keramische Schleifstäbe

Die wichtigsten Dinge, auf die Sie bei keramischen Schleifsteinen achten sollten, sind:

  • Sie dürfen sie nicht fallen lassen, da sie leicht zerbrechen können,
  • und dass Sie sie regelmäßig mit Scheuermilch oder einem anderen pulverartigen Scheuermittel reinigen müssen.

Keramik ist porös und Sie werden sehen, wie sich die Stäbe mit der Zeit mit winzigen Metallspänen füllen. Sobald sie damit vollgestopft sind, müssen sie gereinigt werden, andernfalls müssen Sie den Schleifvorgang mehrere Male wiederholen oder der Schleifeffekt bleibt ganz aus.

Die gute Nachricht ist, dass die Stäbe dreieckig sind, sodass Sie sie herumdrehen und weiterarbeiten können ohne sie jedes Mal reinigen zu müssen. Das andere Schöne an dreieckigen Stäben ist, dass Sie auch konvexe Schneiden schärfen können, wenn Sie die Ecken verwenden.

Ölfreie Schärftechnik

Es handelt sich um ein ölfreies System, den Kauf von Schärföl können Sie sich also getrost sparen. Der Schnittschutz des Sharpmakers besteht aus zwei Messingstangen; diese verhindern beim Abrutschen der Klinge, dass Ihre Hände in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei sachgemäßer Benutzung ist es nahezu unmöglich, sich mit diesem System zu schneiden.

Leicht und handlich

Alle Teile können sicher im 19×7,5 cm großen Kunststoffgehäuse verstaut werden. Hier zeigt sich, dass Spyderco viel Zeit ins Design des Sharpmakers gesteckt hat.

Scharfe Klinge unter Anleitung

Wenn Sie das Gerät zum ersten Mal benutzen, werden Sie verblüfft sein, wie einfach Sie eine scharfe Schneide an Ihre Messer schleifen können. Ich habe es sowohl zum Nachschleifen als auch für den kompletten Neuanschliff (mit den Diamantstäben, siehe später) von Klingen benutzt. Positiv fällt auf, dass dem Set detaillierte Anleitungen beiliegen.

Und wem das nicht reicht, der kann sich auf der beiliegenden DVD (ACHTUNG: nur auf Englisch!) mit der Nutzung vertraut machen.  Darin erklärt Spyderco Gründer und Entwicklungsleiter Sal Glesser alles was man als Einsteiger wissen muss. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der Messerwartung und Pflege stellt er die vier wichtigsten Schliffarten dar.

Gerade der historische Einblick ist sehr interessant und macht deutlich, dass es Spyderco nicht ausschließlich darum geht, etwas zu verkaufen. Vielmehr soll verständlich erklärt werden, warum der Sharpmaker so effektiv funktioniert.

Zusätzlich zur DVD gibt es natürlich noch zahlreiche Tutorials zum Sharpmaker auf YouTube. Das hier zum Beispiel:

Rückblickend muss man aber sagen, dass ein tagelanges Studium des Lehrmaterials nicht unbedingt nötig ist. Glauben Sie mir: das Gerät ist sehr unkompliziert. Ich habe damit mein Asbach-uralt Benchmade Griptilian wieder zum Leben erweckt und war im Handumdrehen in der Lage, mühelos Papier damit zu schneiden.

Die Küchenmesser meiner Frau kommen als nächstes dran!

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Die Schleiftechnik kurz zusammengefasst

Grundsätzlich beginnt man den Schleifvorgang damit, dass die Klinge 20 Mal über die Ecke des groben (grauen) Steines gezogen wird und danach 20 Mal über dessen flache Seite. Anschließend wiederholt man den Vorgang mit dem feinen (weißen) Stein. Wichtig ist es, die Klinge vertikal zu halten während man sie über die Steine zieht, so entsteht eine gleichmäßige Schneide.

Nach meiner Erfahrung dauert der ganze Vorgang etwa 10 min, was ich definitiv vertretbar finde. Ich verwende meist die 40-Grad-Einstellung; damit ist man in der Regel gut bedient. Positiv ist mir aufgefallen, dass der Sharpmaker sehr präzise und schonend ist. Im Vergleich zu anderen Geräten hinterlässt er keinerlei Spuren oder gar Kratzer auf der Klinge.

Schleifen im Maße

Der Sharpmaker funktioniert so gut, dass man meiner Meinung nach aufpassen muss, keine zu scharfe Schneide an seine Messer zu schleifen, da sie sonst sehr fragil und brüchig wird. Wer vorhat, seinen Klingen eine komplett neue Schneide zu verpassen, dem rate ich auf jeden Fall zu den separat erhältlichen Diamantsteinen.

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Diese sind wesentlich effektiver darin, große Mengen Metall in kurzer Zeit zu entfernen. Was der Sharpmaker ebenfalls nicht beinhaltet sind Steine mit sehr feiner Körnung. Damit fehlt natürlich auch die Möglichkeit seine Klingen auf Hochglanz zu bringen. Sollten sie daran Interesse haben, empfehle ich die Anschaffung eines Streichriemens, wenn Sie diesen nicht sowieso schon zu Hause haben, um Ihren Messern den „letzten Schliff“ zu geben.

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Fazit

Der Spyderco Sharpmaker ist eines der vielseitigsten Schleifsysteme, die ich je verwendet hatte. Ich war beeindruckt von seiner Fähigkeit, jede Klingenform und jeden Klingentyp schärfen zu können, den ich in die Finger bekommen konnte.

Er funktioniert gut beim Schärfen von Messern mit glatter Kante und machte keine Umstände, Messer mit Wellenschliff zu schärfen, ohne dass zusätzliche Werkzeuge benötigt wurden. Wenn die Steine ​​flach in der Basis aufgestellt sind, können Sie Äxte, Macheten, Küchenmesser und andere Werkzeuge mühelos schärfen.

Was könnte der Spyderco Sharpmaker noch besser machen?

Eine Sache, die am Sharpmaker verbessert werden könnte, sind die voreingestellten Schärfwinkel. Beim Schärfen von Messern auf dem Sharpmaker sind Sie auf einen Schneidenwinkel von 15° oder 20° beschränkt. Für die meisten Messer vom Werk ist das großartig, aber einige meiner Messer haben Schleifwinkel, die nicht mit denen des Sharpmaker übereinstimmten. Dies war kein großes Problem und Sie können den meisten Messern mit dem Sharpmaker sogar einen neuen Schleifwinkel verpassen (ich empfehle dies jedoch nicht, aber es ist möglich).

Der Spyderco Sharpmaker ist ein ideales Schleifsystem für die tägliche Messerpflege. Es ist einfach zu bedienen, lässt sich gut verpacken sowie transportieren und hat alles, was Sie brauchen, um Ihre Messer sicher zu schärfen. Dies ist kein professionelles Schärfsystem wie das Work Sharp Knife and Tool Sharpener, aber für den Preis bietet es erstaunlich viel. Wenn Sie nach einer zugänglichen Lösung suchen, Ihre Messer scharf zu halten, sollten Sie den Kauf eines Spyderco Sharpmaker in Betracht ziehen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Sharpmaker seine knapp unter 100€ auf jeden Fall wert ist und sich schnell bezahlt macht. Heutzutage wird das Set im Internet für etwa die Hälfte des Originalpreises gehandelt. Wenn das kein Schnäppchen ist! Und glauben Sie bitte nicht, das System sei nur für Taschen- und Survival-Messer geeignet. Es gibt im Internet eine Vielzahl von Nutzern die den Sharpmaker sehr erfolgreich zum Schärfen von hochwertigen Küchenmessern und Scheren benutzen. Alles in allem liebe ich das Gerät und Sie werden in Zukunft mit Sicherheit kein stumpfes Messer mehr in meinem Haus finden!

3 Gedanken zu „Spyderco Sharpmaker Messerschärfer im Test“

  1. Hallo,
    ich besitze das hochwertige Karambit von Fox Knive.
    Eignet sich der Sharpmaker auch für diese
    kurze sichelförmige Klinge?

    MfG
    Udo Zorn

    Antworten
    • Hallo Udo,

      Ja, mit dem Sharpmaker kann man eine Karambit Klinge gut schärfen.

      Vor allem als Anfänger ohne Übung ist es allerdings eine Herausforderung konstante Ergebnisse mit dem Sharpmaker zu erzielen, aber mit der Zeit wird man besser.

      Es gab Zeiten, in denen ich das Messer perfekt vertikal gehalten habe und es wurde nicht schärfer.

      Dabei kommt es auf viele Faktoren darauf an:
      – wie hoch ist die sekundäre Fase?
      – wie dick ist das Klingenmaterial?
      – wie gleichmäßig halten Sie das Messer?
      – stehen oder sitzen Sie?
      – welche ist Ihre domininante Hand
      – ist die Klinge zu hart oder ist die Klinge zu weich?
      – war sie richtig wärmebehandelt?

      Was ich damit sagen möchte – mit dem Sharpmaker kann man Karambit Messer wieder Haare spalten lassen, allerdings erwarten Sie nicht, dass es ohne Übung gleich auf Anhieb funktionert!

      Antworten
  2. Hallo !
    Also in den vielen anderen Quellen wird am meisten(je nach Messer) den Winkel bei 15-18 Grad bzw 20-22 Grad zum Schärfen zu halten ! Du empfiehlst bis zu 40 Grad ! Vermute, daß der tatsächliche Winkel bei dem vorgestellten Gerät bei Schärfen gerade den am an Anfang angegebenen Werten entspricht, oder?

    Antworten

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