Wie viel Watt sollte ein gutes E-Bike haben? [Tabelle]

Wie viel Watt sollte ein gutes E-Bike haben

Sie möchten ein E-Bike kaufen und freuen sich auf die flotte Fahrt mit elektrischem Rückenwind. Beim Blick auf die technische Ausstattung werden Sie allerdings mit vielen Zahlen und Angaben zur Akku-Kapazität konfrontiert. Wie viel Watt brauchen Sie, wie schaut es mit der Reichweite aus und gibt es bei der Wattzahl gesetzliche Vorschriften zu beachten?

Richten Sie die Watt-Leistung des Akkus nach Ihrem Fahrprofil aus. Für Kurzstrecken reicht ein leichter, kompakter Akku mit 300 Watt Kapazität aus, Rad-Touristen erreichen mit 800 Watt die entferntesten Ziele.

Was sagt die Wattzahl aus?

Zusammen mit der Motorleistung definiert die Wattzahl des Akkus die rechnerische Reichweite des E-Bikes. Die Angabe Wh (Wattstunde) entspricht der speicherbaren Strommenge. Diese ergibt sich aus Ah (Amperestunden) und der Spannung in Volt (V).

Durch die Angabe in Wh lässt sich die Kapazität unterschiedliche Fabrikate miteinander vergleichen. Große Ah-Zahlen verleiten einen Laien zu der Annahme, dass dieser Akku eine hohe Speicherkapazität hätte. Das kann täuschen.

Falls die Wh-Angabe fehlt, multiplizieren Sie einfach Ampere-Stunden mit Volt und erhalten Wattstunden.

10 Ah x 24 V = 240 Wh
8,8 Ah x 48 V = 425 Wh

Wie Sie sehen, kann das zweite Beispiel eine wesentlich höhere Menge Strom speichern, obwohl die Kapazität geringer ausfällt. Ein weiteres Indiz ist das Akkugewicht. Die Anzahl der verbauten Zellen erhöhen allein die Akkukapazität in Ah, was jedoch nichts mit der Strommenge in Wh zu tun hat.

Wie stark sollte ein E-Bike Akku sein?

  • In der Stadt reicht für täglich zurückgelegte kurze Wege zum Einkaufen oder zur nahen Arbeitsstelle ein Akku mit 300 Wh (Wattstunden) aus. Etwa alle drei oder vier Tage wird es Zeit zum Aufladen. Da Sie sicherlich den Akku während der Standzeit herausnehmen, fragen Sie doch Ihren Chef, ob Sie die Steckdose in Büro oder Werkstatt zum Nachtanken nutzen dürfen.
  • Touren Sie in der Freizeit über Radwanderwege und sind den ganzen Tag unterwegs, ist ein Akku mit 400 Wh Leistung angemessen, wenn Sie überwiegend flache oder leicht hügelige Landschaften durchfahren. Achten Sie auf das Preis-Leistungs-Verhältnis: Wenn Sie die Wahl zwischen einem Stromspeicher von 400 Wh und 500 Wh haben, ist der 400-er Akku deutlich günstiger. Fahren Sie jedoch häufig starke Steigungen in bergigen Regionen, treffen Sie mit dem 500 Wh-Akku und aufwärts die richtige Wahl.
  • Für einen langen Rad-Urlaub lohnt sich die Investition in einen großen Akku mit 600-1000 und mehr Wattstunden Leistung.
FahrprofilWattGewicht
Stadtca. 250 - 300 Wca. 1,5 -  1,8 kg
Tourenca. 400 - 500 Wca. 2, 5 - 3,1  kg
Geländeca  600 - 1000 Wca. 3, 7 - 5 kg

Tipp: Nehmen Sie einen geladenen Austausch-Akku mit, anspruchsvolles bergiges Gelände frisst Energie: Durch ungünstige Faktoren kann dem Akku schon nach 35 km die Puste ausgehen. Akku-Gewicht: ca. 1 kg pro 160 Wh.

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  • *AKKU*: Der voll integrierte Akku mit Lithium-Ionen Technik und langlebigen Markenhochleistungszellen hat eine Spannung von 48 Volt, er kann 418 Wh an Leistung aufnehmen, 8,7 Ah, ist im Rahmen durch einen Schlüssel gesichert und kann herausgenommen und separat geladen werden, Ladegerät und Akkuschlüssel sind im Lieferumfang enthalten
  • *MOTOR*: FISCHER Silent Drive Mittelmotor 50 Nm mit 5 Unterstützungsstufen bis zu einer Geschwindigkeit von 25km/h
  • *COMPUTER*: LCD Display 900 mit Akkuladezustandsanzeige, Schiebehilfe bis 4 km/h, Licht-Ein-/Ausschaltung der Permanent-Beleuchtung, Regelung der Motorunterstützung, Informationen zur Geschwindigkeit, Restreichweite in km, Beleuchtung des Displays, USB-Ladebuchse und Verbindung zur FISCHER E-Bike App (Motorsystem und Navigation)
  • *SCHALTUNG*: SHIMANO Nexus 7-Gang Nabenschaltung
  • *GRÖSSE/GEWICHT*: 28 Zoll Reifen, Rahmenhöhe 44 cm. Alurahmen City mit hydroverformten Hauptrohr und vollintegriertem Akku für ein verbessertes Fahrverhalten, Gewicht von 28 kg, davon entfallen 2,9 kg auf den Akku, zulässiges Gesamtgewicht von 135 kg
  • *GABEL*: Federgabel SunTour CR7V 40mm
  • *BREMSE*: SHIMANO Mechanische Felgenbremse BR-T 4000
  • *SCHLOSS*: Integriertes Rahmenringschloss von REN
  • *REICHWEITE*: Mit Muskelkraft unbegrenzt, mit Motor-Unterstützung je nach Intensität von 10 km bis zu 100 km
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Wie weit kommt man mit der entsprechenden Wattzahl?

Die hohe Reichweite begründen Hersteller mit der Wh-Kapazität leistungsfähiger Lithium-Ionen-Akkus.

Oft liest man: Mit 500 Wh beträgt die Reichweite 200 km.

Verlassen Sie sich nicht darauf, denn diese attraktiven Werte werden unter Idealbedingungen im Labor gemessen.

Bisher gibt es für E-Bikes noch keine standardmäßigen Prüfbedingungen wie in der Automobil-Branche. Doch sowohl dort, als auch bei Fahrten mit dem E-Bike beeinflussen weitere Faktoren die tatsächliche Reichweite.

1. Die gewählte Unterstützungsstufe

Es ist eine einfache Rechnung:

Fahrten mit höchster Unterstützungsstufe verbrauchen viel Energie.

Die beworbenen 200 km erreichen Sie auf diese Weise keinesfalls.

  • Ebenso verbraucht der höhere Tretwiderstand mehr Strom, wenn Sie in einem hohen Gang fahren.
  • Häufiges Anfahren im Straßenverkehr ist ein echter Stromfresser.

Den geringsten Verbrauch erzielen Sie mit einer Trittfrequenz zwischen 60 und 90 U/min.

Fragen Sie einen Profi in einem Fahrradladen und er wird sagen, dass viele E-Bike Fahrer den Fehler machen und davon ausgehen, dass sie mit einer niedrigen Trittfrequenz (unter 60 U/min) den Akku schonen.

Das Gegenteil ist der richtig – bei einer niedrigen Trittfrequenz frisst der Motor nicht nur schneller Strom, sondern verschleißt auch das Getriebe schneller.

Damit der Motor weiterhin Spitzenleistung liefert, treten Sie kräftig in die Pedale und zielen Sie auf Trittfrequenz zwischen 60 und 90 U/min ab, um die Unterstützung zu maximieren. Wenn Sie die Trittfrequenz herunterfahren, kommt auch weniger Unterstützung vom Motor – was besonders ärgerlich bei einem steilen Anstieg ist.

Nutzen sie so oft wie möglich Normal-Unterstützung, wenig Sport-Modus und nur selten die Power-Einstellung.

2. Das Fahrgebiet

Fahrten entlang der Mosel in den Weinbergen sind eine ganz andere Hausnummer, als wenn Sie sich gemütlich durch die flache Lüneburger Heide bewegen.

Asphalt erzeugt weniger Rollwiderstand, als unbefestigte Naturpfade.

Letztendlich mindert auch kräftiger Gegenwind die Reichweite.

3. Das Gesamtgewicht

Hohes Gewicht des Fahrers plus Zuladung verkürzen die Akku-Laufzeit. Bei der Wahl der Akku-Kapazität sollten Sie die gefahrenen Strecken berücksichtigen, denn ein leistungsstarker Stromspeicher wiegt schwerer, als eine kompakte Ausführung.

Falls Sie überwiegend Kurztouren in der Stadt zurücklegen, empfiehlt sich ein kleiner leichter Akku.

Ansonsten können Sie versuchen, die Zuladung möglichst gering zu halten und beispielsweise leere Packtaschen nur bei Einkaufstouren anzubauen.

4. Temperatur und Reifendruck

  • Ähnlich wie Sie es vom Smartphone kennen, zieht Kälte den Stromspeicher leer. Dies trifft auch auf den E-Bike-Akku zu. Die ideale Außentemperatur für die längste Reichweite liegt um die 20 Grad. Daher ist es sinnvoll, den Akku im Winter mit in die warme Wohnung mitzunehmen.
  • Achten Sie auf den optimalen Reifendruck. Ist die Füllung zu ‘weich’, verursacht der erhöhte Rollwiderstand mehr Stromverbrauch. Zudem nutzen sich die Reifen bei zu wenig Druck schneller ab. Gute Anhaltspunkte zum individuellen Stromverbrauch vermittelt der Bosch E-Bike Reichweiten-Assistent.

Was passiert, wenn das E-Bike zu wenig Watt hat?

was passiert wenn ein e-bike zu wenig watt hat

Falls der Akku vor Erreichen des Ziels leer wird, können Sie trotzdem weiterfahren. Bestenfalls haben Sie einen Reserve-Akku mitgenommen, den Sie schnell tauschen können. Falls das nicht zutrifft, fällt einfach nur die Motor-Unterstützung weg.

Sie fahren wie ein herkömmliches Fahrrad mit Pedalbetrieb plus 10 kg Gepäck, denn so viel wiegt der Antrieb höchstenfalls. Das E-Bike hat so gesehen eine unbegrenzte Reichweite.

Welche Akku-Typen werden in E-Bikes verbaut?

Momentan sind Nickel, Blei-Gel und Lithium-Ionen-Akkus verbaut. Die unterschiedliche Energiedichte schlägt sich in der Reichweite und im Verkaufspreis nieder.

 NickelBlei-GelLi-Ion-Akku
Ladewirkungsgrad70 %60-70 %90 %
Energiedichte60-110 Wh/kg30 Wh/kg120-210 Wh/kg
EigenschaftenMemory Effekt, Überladung möglich, teuerGiftig, geringe Selbstentladung, schweres Gewichtkeine Über- und Unterspannung, kein Memory-Effekt, lange Lebensdauer, keine Überhitzung

Die Ladezeit des Akkus hängt von der Kapazität und der vorhandenen Restenergie ab. Je nach Hersteller und Fabrikat liegen die Ladezeiten an einer normalen Haushaltssteckdose zwischen 1- 10 Stunden.

Sie können Ihr altes E-Bike auch mit einem leistungsstärkeren Akku nachrüsten.

Wie erhöhe ich die Akku-Reichweite?

  • Es ist empfehlenswert, den Akku nach jeder Fahrt aufzuladen. Wenn Sie den Ladestand eines modernen Li-Ion-Akkus zwischen 20 % und 80 % halten, dankt es ihnen dieser unabhängig von der Watt-Leistung mit einer längeren Lebensdauer.
  • Während der Wintersaison, wenn Sie das E-Bike eingelagert haben, sollten Sie den Akku regelmäßig auf den Ladestand überprüfen und entsprechend nachladen. Eine Lagertemperatur zwischen 5 und 15 Grad bewirkt die geringste Entladung.
  • Um die Watt-Leistung wirtschaftlich ausnutzen, können Sie möglichst oft in einer niedrigen Unterstützungsstufe sowie mit einem niedrigen Gang und erhöhter Trittfrequenz fahren. So setzt die Motorunterstützung weniger ein und es ist mehr Reserve übrig, wenn Ihre körperlichen Kräfte nachlassen.

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