Welche Taschenmesser sind verboten? Das Waffenrecht 2020

Welche Taschenmesser sind verboten

Welche Taschenmesser sind verboten, welche erlaubt? Das klassische Klappmesser begleitet uns von Kindheit an, Angelsport, Jagd und Camping ohne scharfe Klingen sind undenkbar. Wer denkt dabei schon an das Waffengesetz oder Trageverbot?

Vielen Nutzern sind gesetzliche Vorschriften hinsichtlich Messern schlicht unbekannt. Bei einer Polizeikontrolle fällt derjenige dann jäh aus allen Wolken, wenn sein kleiner Helfer konfisziert wird.

Aufgrund zahlreicher Leseranfragen soll dieser Beitrag Klarheit in den Paragrafendschungel bringen.


Beliebte, nicht verbotene Taschenmesser:

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Welche Taschenmesser sind nicht verboten? Zweihandmesser

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Welche Taschenmesser sind laut Waffengesetz verboten?

Der Gesetzgeber definiert bestimmte Messer als Waffe, andere Klingen werden als Werkzeug eingestuft. Bei einem Taschenmesser entscheidet vorrangig seine Funktionsweise über “Führen oder nicht führen”:

  • Mitnehmen dürfen Sie Klappmesser beliebiger Klingenlänge mit Klingenarretierung
  • ODER solche, die sich mit einer Hand öffnen lassen (siehe § 42a WaffG).

Treffen beide Merkmale zu, sieht die Rechtslage so aus:

Einhändiges Öffnen UND Arretierung: Der Besitz des Taschenmessers ist erlaubt, Führen in der Öffentlichkeit ist verboten.

Einhandmesser – Führungsverbot in der Öffentlichkeit

Wenn beide vormals genannte Merkmale zutreffen, wird das Taschenmesser zu einem “Einhandmesser”. Es kann sich um ein winziges Neckknife, ein Tauchermesser, ein einfaches Teppichmesser oder ein wertvolles Sammlerstück handeln.

Die Klingenlänge und ihre Form sind nicht relevant.

Diese Bauart unterliegt in Deutschland dem Führungsverbot in der Öffentlichkeit, der Besitz und die Benutzung auf Privatgelände ist erlaubt.

Das Mitführen sogenannter Einhandmesser stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Die Polizei beschlagnahmt das Messer und verhängt eine empfindliche Geldbuße bis zu 10.000 Euro.

Bei Unsicherheit, ob das Taschenmesser benutzt werden darf, entscheidet nach § 2.5 WaffG die zuständige Behörde. Als Erwerber oder Besitzer eines Taschenmessers bei dem Zweifel haben, ob Sie es führen dürfen, können Sie einen einen Antrag an die zuständigen Behörden des Bundes und der Länder stellen.

Verbotene Taschenmesser

Bestimmte Messertypen fallen unter das Waffengesetz Anlage 1, Unterabschnitt 2.

Der Gesetzestext gibt eine genaue Definition dazu:

“1. Tragbare Gegenstände
Tragbare Gegenstände nach § 1 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe a sind insbesondere
1.1
Hieb- und Stoßwaffen (Gegenstände, die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, unter unmittelbarer Ausnutzung der Muskelkraft durch Hieb, Stoß, Stich, Schlag oder Wurf Verletzungen beizubringen).

[…]

2.
Tragbare Gegenstände im Sinne des § 1 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe b sind
2.1
Messer,
2.1.1
deren Klingen auf Knopf- oder Hebeldruck hervorschnellen und hierdurch oder beim Loslassen der Sperrvorrichtung festgestellt werden können (Springmesser),
2.1.2
deren Klingen beim Lösen einer Sperrvorrichtung durch ihre Schwerkraft oder durch eine Schleuderbewegung aus dem Griff hervorschnellen und selbsttätig oder beim Loslassen der Sperrvorrichtung festgestellt werden (Fallmesser),
2.1.3
mit einem quer zur feststehenden oder feststellbaren Klinge verlaufenden Griff, die bestimmungsgemäß in der geschlossenen Faust geführt oder eingesetzt werden (Faustmesser),
2.1.4
Faltmesser mit zweigeteilten, schwenkbaren Griffen (Butterflymesser)”.

Ferner sind laut Waffengesetz (WaffG) Anlage 2 / 1.4.1 Springmesser mit seitlich aufschnappender Klinge (OTS) verboten, wenn:

  • die Klingenlänge mehr als 8,5 cm beträgt
  • ODER die Klinge an beiden Seiten angeschliffen ist

Trifft auch nur eines der beiden Merkmale zu, ist das Taschenmesser ein verbotener Gegenstand.

Wer ein grundsätzlich verbotenes Messer besitzt, muss mit bis zu drei Jahren Gefängnisstrafe oder einer Geldstrafe rechnen (§52 III Nr.1 WaffG).

Messer, die nicht wörtlich im Gesetzestext erwähnt werden, jedoch aufgrund ihrer Beschaffenheit als Waffe eingestuft werden, benennt das Bundeskriminalamt (BKA) in Feststellungsbescheiden.

Fazit zum Thema „Welche Taschenmesser sind verboten“

Mit unseren Infos zum Führungsverbot und absolutem Verbot kommen Sie nicht mit dem Gesetz in Konflikt, wenn Sie ein Taschenmesser mitnehmen.


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Was manche Zeitgenossen als Gängelung empfinden, dient allein zur Erhöhung der Sicherheit im öffentlichen Raum – wovon wir alle profitieren.

Disclaimer: Dieser Artikel stellt keine rechtliche Beratung dar.

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