Eingeschlafene Hände beim Radfahren – Die 5 häufigsten Ursachen

Eingeschlafene und taube Hände beim Radfahren

Taube oder eingeschlafene Hände beim Radfahren kennt fast jeder Radler, der längere Strecken fährt. Nach einer Stunde auf dem Bike beginnen einzelne Finger zu kribbeln ein oder schlimmstenfalls die ganze Hand.

Wie entstehen eingeschlafene Hände beim Radfahren und was kann man vorbeugend tun? Holen Sie sich Soforthilfe im Beitrag!

Eingeschlafene Hände – Radfahren „geht auf die Nerven“

Vor allem bei Cross- und MTB Fahrern lösen starke Erschütterungen und Vibrationen bei den Geländefahrten Beschwerden aus.

Durch eingeschlafene Hände beim Radfahren entstehen gefährliche Situationen:

  • Beim Downhill können Sportler die Bremsen nicht schnell genug ziehen
  • oder der Lenker fliegt dem Fahrer aus der kraftlosen Hand.

1. Ursache: Kompression der Nerven

In den meisten Fällen erzeugt dauerhafter starker Druck auf bestimmte Nerven Taubheitsgefühle in den Händen. Durch den Unterarm verlaufen zwei Hauptnerven:

  1. Der Medianus-Nerv versorgt Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger. Vielfahrer können durch die Nervenquetschung ein Karpaltunnel-Symptom erwerben. Die Nervenbahnen laufen vom Unterarm durch den Karpaltunnel ins Handgelenk, um die Hand zu versorgen. Anfangs treten die Beschwerden nur beim Fahren auf. Wenn Sie nichts dagegen unternehmen, entstehen chronische Druckschäden der Nerven, die sich auch ohne Belastung durch schmerzhaftes Stechen bemerkbar machen. Die Schmerzen treten oft nachts auf, weshalb der Biker keinen Schlaf findet.
  2. Durch ein Taubheitsgefühl am kleinen Finger und am Ringfinger meldet sich der überlastete Ulnarnerv. Von der Einschränkung des Ellennervs sind aufgrund der gestreckten Sitzposition hauptsächlich Rennradfahrer betroffen.

Lösung:

Ändern Sie die Griffpositionen so oft wie möglich und machen in Fahrpausen Lockerungsübungen:

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2. Ursache: Die Lenkerform

Die Lenkergeometrie beeinflusst Taubheitsgefühle in den Fingern und vorzeitige Ermüdung der Arme entscheidend.

Ein gerader Lenker, wie ihn viele Leistungsfahrer bevorzugen, zwingt die Handgelenke zu extrem abgewinkelter Haltung.

Lösung:

Bei einer Lenkerbiegung von mindestens 14° bis 18° setzt das Handgelenk in einer geraden Linie den Unterarm fort. So haben die Nerven genügend Raum und die Hände werden gut versorgt.

Falls Sie dauerhaft eingeschlafene Hände vermeiden möchten, wäre ein neuer Lenker eine gute Idee.

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Wer auf das coole Design eines 60 cm breiten geraden MTB Lenkers verzichten kann, investiert in seine zukünftige Gesundheit. Fällen Sie die richtige Entscheidung, indem Sie Prioritäten setzen.

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3. Ursache: Die Lenkerhöhe

Die eingestellte Lenkerhöhe beeinflusst die Sitzhaltung und den Winkel, den die Arme zum Oberkörper bilden.

  • Je aufrechter der Fahrer sitzt, desto weniger Gewicht lagert auf den Armen und Händen.
  • Ein tiefer Rennradlenker gleicht den erhöhten Druck auf die Handgelenke durch ergonomisches Griffdesign aus.

Bei tauben Fingern bewirkt eine ungünstige Lenkerneigung abgeknickte Handgelenke.

Weitere Übeltäter können die Abmessungen des Vorbaus und die Länge des Gabelrohrs sein, die bestimmte Greifpositionen erlauben.

Lösung:

Drehen Sie den Lenker in eine günstige Neigung oder montieren einen anderen Lenker mit passender Geometrie, der höhere Greifpositionen ermöglicht. So können Sie das Niveau bis zu 10 cm variieren.

Falls Sie einen Ahead Vorbau fahren, tauschen Sie die Spacer aus, um die Lenkerhöhe zu verändern.

Bestenfalls machen Sie einen Termin zum Bike Fitting, um die Sitzposition von einem Fachmann einstellen zu lassen.

4. Ursache: Die Griffe

Fahrradgriffe erzeugen eingeschlafene Hände, da sie die Nerven komprimieren. Dieser entsteht durch eine ungünstige Handstellung und eine zu geringe Auflagefläche, worauf hohes Gewicht durch vorgebeugte Sitzhaltung lastet.

Lösung:

Montieren Sie ergonomische Griffe mit großer Auflagefläche, wie sie von SQlab, Ergon, WTB, Humpert, KCNC, Velmia, Specialised, Lycaon oder Aaron angeboten werden.

Zudem sollte die Größe der Griffe zu Ihren Händen passen. Griffe mit Hörnchen entlasten die Hände durch viele Greifvarianten.

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Teilweise lässt sich ungünstige Lenker Ergonomie ausgleichen. Einige der oben genannten Hersteller haben auch einzelne Anbau-Hörnchen im Angebot.

5. Ursache: Nackte Hände

Unsere Hände sind kaum gepolstert, da die Finger durch Sehnen bewegt werden, die im Unterarm verlaufen. Der Druck auf die Handballen schneidet die Versorgung mit Blut und Sauerstoff ab, es kribbelt.

Lösung:

Tragen Sie Fahrradhandschuhe.

  • In den Handflächen integrierte Polster verringern den Druck.
  • Achten Sie auf festes Polstermaterial, da günstiger Schaumstoff schnell platt drückt.
  • Achten Sie auf die abgestimmte Größe der Fahrradgriffe, ansonsten wirkt der Griffumfang durch dick gepolsterte Handschuhe plötzlich zu dick.

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Fazit

Eingeschlafene Hände beim Radfahren entstehen durch zu viel Druck auf die Nerven. Die besten Gegenmaßnahmen sind ein Lenker mit günstiger Neigung, dazu ergonomische Griffe und gut gepolsterte Fahrradhandschuhe.

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