Bester Kinderfahrradhelm 2017 – 7 coole und sichere Kinderhelme

Kinderfahrradhelm Test„Einen Kinderfahrradhelm tragen? So ein Unsinn!“

Manchmal wundere ich mich mit gleichaltrigen Freunden darüber, dass wir unsere Kindheit und Jugend überhaupt überlebt haben.

Fahrrad fahren ohne Kinderhelm. Unsere Kinderwagen hatten eine Spanplatte als Unterlage. Wir fuhren damals Rollschuhe (was sind Inline-Skates?), dann BMX und später auch Skateboard ohne jeglichen Schutz.

Und mir stehen heute noch schier die Haare zu Berge, wenn ich an die ganzen abenteuerlichen Ideen denke, die wir hatten…- und viele Kinder vor uns, man denke nur an „Das fliegende Klassenzimmer“.

Wir hatten definitiv Schutzengel und unsere Narben belegen das deutlich. Und die meisten Narben meiner Freunde waren am Kinn und Stirn vom Klassiker, ich nenne ihn einmal „Köpper über den Fahrradlenker“.

Da unsere Kleine so langsam in das Alter kommt, wo sie selbst Fahrrad fahren kann, wird es Zeit Kinderfahrradhelm Tests zu studieren und uns einige gute Kinderfahrradhelme anzuschauen.

Hier sind meine Favoriten:

Bester Kinderfahrradhelm – Uvex Viva 2 
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Günstiger Kinderfahrradhelm – Cratoni Pacer 
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Cooler Skaterhelm – Nutcase Gen3
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Bester Kinderfahrradhelm im Vergleich

Wie gut, dass unsere Gesellschaft offensichtlich nicht nur überlebt, sondern auch etwas daraus gelernt hat. Mittlerweile gibt es viel Schutzbekleidung für unsere lieben Kleinen.

Und manche Artikel, wie ein sicherer Kinderfahrradhelm, gehören mittlerweile einfach selbstverständlich zum Fahrradfahren, wie Katzenaugen, Fahrradschlösser oder Fahrradlampe.

1. Empfehlung – Uvex Fahrradhelm Viva 2

Uvex Viva 2 Kinderfahrradhelm Test

  • Größe: 52-57, 56-62 cm (Schulkinder und Jugendliche)
  • Anwendung: Fahrradhelm
  • Flexibilität und Justierbarkeit: herausnehmbare Inlays, IAS-Verstellsystem
  • Konstruktion: Komposit oder In-mold
  • Verschlusstyp: spezieller Uvex-Schließmechanismus
  • Schirm: abnehmbare Blende
  • Zertifikate: TÜV
  • besondere Merkmale: 15 Belüftungsöffnungen
  • Preis: EUR 50,61

Die Firma Uvex, ein deutsches Traditionsunternehmen mit Sitz in Fürth, stellt Schutzbekleidung her. Das weckt viel Vertrauen.

Kann es auch: Natürlich sind UVEX-Helme TÜV-zertifiziert. Zudem hat Uvex einige innovative Details für ihre Helme entwickelt, unter anderen den Verschluss (dazu später mehr).

Dennoch gibt es in diesem Fall Abzüge vor allem beim Verstellsystem, dass den Sitz nur in der Breite justiert.

Vorteile

+ In-mold-Konstruktion
+ Verschluss

Nachteile

– nur für ältere Kinder
– nur in der Breite anpassbar
– Blende abnehmbar

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2. Günstig – Cratoni Pacer

Günstiger Kinderfahrradhelm Test

  • Größe: 49-55 cm, 54-58 cm
  • Anwendung: Fahrradhelm
  • Flexibilität und Justierbarkeit: 3-fach Radjustierung
  • Konstruktion: Komposit/In-mold
  • Verschlusstyp:  Steplock mit Polsterung am Kinn
  • Schirm: Plastik, abnehmbar
  • Besonderheit: 20 Belüftungsöffnungen
  • Preis: EUR 40,89

Kommen wir zu einer spitzen Alternative zum Uvex Helm oben. Der Cratoni Pacer ist leider nur in zwei Größen zu haben, und ich ziehe auch etwas für die Plastikblende ab. Aber ansonsten bekommt man angesichts des Preises das beste Produkt.

Am besten gefällt mir die 3-fache Verstellbarkeit, also auch Höhenverstellbarkeit. Und der Kinnriemen mit der einfachen Polsterung (im Gegensatz zu einem starren Kinnschutz überzeugt mich auch.

Vorteil

+ Preis
+ 3-fach Verstellbarkeit

Nachteil

– nur zwei Größen

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3. KED Meggy Helmet Kids Green Stars 2017

KED Meggy Kinderhelm Test

  • Größe: verschiedene Größen, von XS/44 cm (Baby/Kleinkind) bis 58 cm (Jugendlicher)
  • Anwendung: Fahrradhelm
  • Flexibilität und Justierbarkeit: 3-fache Radjustierung
  • Konstruktion: Komposit
  • Verschlusstyp: Quick-Stopp
  • Schirm: nicht vorhanden
  • Zertifikate: TÜV
  • Besonderheit: Blinklichter
  • Preis: EUR 29,70

Im Gegensatz zum Uvex Viva 2 ist die dreifache Verstellbarkeit der kunterbunten Ked Meggy Originals Helme ein großes Plus. Man kann den Helm in der Höhe, Breite und Umfang dem Kopf ganz einfach anpassen.

Den Helm gibt es praktisch in allen Größen und es gibt weitere Details, die den KED Meggy zu einem sehr guten Helm für Babies und Kleinkinder machen.

Und hier haben wir schon die Einschränkung, denn als Fahrradhelm für Schulkinder und Jugendliche ist der Hinterkopf zu stark abgeflacht.

Vorteile

+ sehr gutes Verstellsystem
+ Blinklichter

Nachteile

– kein Sonnenschirm
– abgeflachter Hinterkopf eher für Babies und Kleinkinder geeignet

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4. Abus Kinder Fahrradhelm Anuky

Abus Kinder Fahrradhelm Test

  • Größe: 46-52 am, 52-57 cm
  • Anwendung: Fahrradhelm
  • Flexibilität und Justierbarkeit: Radjustierung
  • Konstruktion: Komposit/In-mold
  • Verschlusstyp: Klickverschluss mit asymmetrischen Schnallen
  • Schirm: kaum vorhanden
  • Besonderheit: LED Licht im Verstellrad, Kinnschutz
  • Preis: EUR 33,83

Der Kinderhelm von Abus bietet einige schöne Details für Größen, die von Kleinkindern bis zu Schulkindern passen sollen – ich formuliere das deshalb so vorsichtig, da es nur zwei statt normalerweise drei Größen für die ganze Bandbreite gibt.

Also Obacht, dass dieser Helm auch wirklich passt und im Sitz gut verstellt werden kann. Die Radjustierung verspricht zumindest eine Größenanpassung, aber sicher nur im Umfang.

Positiv hervorzuheben sind das LED Licht am Hinterkopf und der Kinnschutz (auch dieser sollte natürlich perfekt passen, was bei zwei Größen eher schwierig sein könnte).

Auch der Klickverschluss ist herkömmlich, aber es ist positiv hervorzuheben, dass die Verstellschnallen etwas asymmetrisch sind, der Kinngurt sich also schlechter von allen lösen kann.

Vorteile

+ LED Licht
+ In-mold-Konstruktion

Nachteile

– zwei Größen für alle
– kaum Sonnenblende
– einfache Innenjustierung

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5. Casco Active 2 Fahrradhelm für Kinder

  • Größe: 46-52 am, 52-57 cm
  • Anwendung: Fahrradhelm
  • Flexibilität und Justierbarkeit: in Höhe und Weite verstellbar
  • Konstruktion: Komposit/In-mold
  • Verschlusstyp: Einhand, Klick
  • Schirm: abnehmbar
  • Besonderheit: Reflektorstreifen
  • Preis: EUR 78,50

Der Casco Active 2 Helm ist definitiv etwas für größere Kinder.

Eine luftig-leichte Konstruktion, die über eine Sonnenblende verfügt. Diese kann man allerdings abnehmen, was für mich eher von Nachteil ist (warum, erkläre ich weiter unten genauer).

Sehr positiv ist der solide und gut verarbeitete, komfortable Kinnriemen, der einhändig geöffnet werden kann.

Vorteil

+ Kinnriemen

Nachteile

– eher für Jugendliche und Erwachsene geeignet
– nur zweidimensional verstellbar

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6. Alpina Kinder Radhelm Ximo Flash

  • Größe: 45-49 am, 47-51 cm,  49-54 cm
  • Anwendung: Fahrradhelm
  • Flexibilität und Justierbarkeit: Radjustierung
  • Konstruktion: Komposit/In-mold
  • Verschlusstyp:  rastet ein, Druckknopf
  • Schirm: nicht vorhanden
  • Besonderheit: Licht, Reflektoren
  • Preis: EUR 39,02

Im Gegensatz dazu richtet sich der Alpina Ximo Flash Kinderhelm eher an die Kleinen, sowohl, was das Design angeht, als auch die Form und Größe. Farbenfroge Designs für Fahrradhelm Mädchen, sowie Jungen sind beide vertreten.

Details sind bei diesem Kinderhelm äußerst interessant. Zum einen lassen sich die Größe und Sitz gut anpassen. Die Schnallen zur Kinnriemenverstellung sind zwar nicht asymmetrisch, können aber festgestellt werden. Und beim Verschluss kann auch so leicht keine Haut eingeklemmt werden.

Auch ist der Helm so abgeflacht, dass die Kinder sich bequem im Kindersitz oder Fahrradanhänger anlehnen können.

Vorteil

+ Kinnriemen (sowohl Schnallen, als auch Verschluss)

Nachteil

– in der Größe und Form auf Kleinkinder beschränkt

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7. Melon Urban Active Stripe Tease Fahrradhelm Kind

  • Größe: die ganze Bandbreite, von 46-52 bis 58-63 cm.
  • Anwendung: Skaterhelm
  • Flexibilität und Justierbarkeit: Inlays und Radjustierung
  • Konstruktion: Hardshell plus In-mold
  • Verschlusstyp:  patentierter Magnetverschluss
  • Schirm: nicht vorhanden
  • Besonderheit: Reflektoren
  • Preis: EUR 53,00

Kommen wir nun noch zu zwei Kombihelmen, dass heißt also Skaterhelme, die man auch zum Fahrradfahren benutzen kann, wenn sie denn dafür auch zertifiziert sind.

Nun ist Melon schon fast so etwas wie ein moderner Klassiker, was meiner Meinung nach vor allem am Design liegt. Aber auch die Qualität und Sicherheitsdetails sowie die technischen Innovationen wie der patentierte Verschluss können bei Melon durchaus überzeugen.

Die Coolness gepaart mit der Multifunktion macht diesen Helm sicherlich für ältere Schulkinder und Jugendliche attraktiv. Doch mir gefällt der Nutcase Helm, den ich gleich vorstelle, besser, und sei es nur, weil der Nutcase einen Schirm hat.

Vorteil

+ Verschluss
+ Größen

Nachteil

– kein Schirm

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7. Nutcase Gen3 Bike und Skate Helm

  • Größe: ab 52 cm
  • Anwendung: Skate- und Fahrradhelm
  • Flexibilität und Justierbarkeit: Radjustierung
  • Konstruktion: Hardshell
  • Verschlusstyp:  Druckknopf
  • Schirm: abnehmbar
  • Besonderheit: Kinnpolsterung
  • Preis: EUR 73,28

Zu Guter letzt noch mein Designfavorit, den ich mir selbst zugelegt Und das verweist gleich auf ein entscheidendes Merkmal: den Nutcase Kombihelm gibt es nur in größeren Größen. Meiner Meinung macht das auch Sinn, denn als Fahrradhelm für ein Schulkind ist dieser Helm weniger geeignet.

Die Firma Nutcase wirbt mit dem Slogan, „I love my brain“ – der schwarze Humor dürfte für den einen oder anderen vielleicht etwas geschmacklos sein, aber wichtig ist, dass die Helme von Nutcase versprechen, vor schweren Kopfverletzungen zu schützen.

Das tun sie auch dank ihrer Hartshell und EPS-Kombination – ich gehe weiter unten auf die Unterschiede in den Konstruktionen ein. Auch ist der Helm sehr angenehm zu tragen, dann der Kinnpolsterung unter anderem, allerdings hätte ich mir auch noch etwas mehr Belüftung gewünscht.

Für mich der perfekte Skate- und Scooterhelm, aber für den Junior vielleicht dem einen oder anderen zu teuer.

Vorteil

+ Design
+ Schirm

Nachteil

– Preis

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Der beste Fahrradhelm für Kinder

Nun kommen wir zur großen Auswertung. Wie ich gleich im Detail ausführen werde, gibt es grundsätzlich acht Kriterien und Qualitätsmerkmale bei Kinderfahrradhelmen.

Wenn es nur um Design geht, dann schlägt mein Herz sicher für den Nutcase (hier ansehen), der auch noch multifunktional ist.

Aber ich will kein schlechtes Vorbild sein (nein, Kinder, Aussehen ist nicht alles, ich sag’s Euch…).

Bester Kinderfahrradhelm – Uvex Viva 2 
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Günstiger Kinderfahrradhelm – Cratoni Pacer 
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Cooler Kinderfahrradhelm – Nutcase Gen3
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Nimmt man also alle Kriterien zusammen ist der Sieger unseres Vergleichs ist mit Abstand der Uvex Viva 2 für größere Kinder und KED Meggy für kleinere Kinder.

Muss man auf den Preis schauen, ohne fahrlässig sein zu wollen, empfehle ich guten Gewissens den Cratoni Pacer für große, und wieder den KED Meggy für kleinere Kinder.

Radhelme für Kinder – die 8 wichtigsten Kriterien

Es gibt eine ganze Reihe von Kriterien, nach denen ich die Helme oben bewertet habe. Von Größe bis Sicherheitsmerkmalen werde ich nun genauer im Detail darauf eingehen, worauf es beim Kauf eines Kinderhelms wirklich ankommt.

Kinderhelme – Was muss ich beachten?

Viele Leute wählen nach Farbe oder Design aus – Kinderhelme gleichen einander wie ein Ei dem anderen?

Weit gefehlt, denn es gibt horrende Unterschiede in den Details, die sich allesamt auf die Sicherheit des Helms auswirken können. Grundsätzlich kann man diese Aspekte unterteilen in acht Kategorien.

  1. Größe,
  2. Anwendung,
  3. Flexibilität und Verstellbarkeit,
  4. Konstruktion,
  5. Verschlusstyp,
  6. Schirme,
  7. Sicherheitstechnologie und
  8. Zertifikate.

1. Kinderfahrradhelm Größentabelle

Es ist natürlich zunächst einmal wichtig, dass der Helm gut passt. Am besten bemisst man mit einem Maßband den Kopfumfang des Kindes in der Mitte der Stirn, dort, wo der Kopfumfang am größten ist.

In der folgenden Größentabelle kann man dann nachschlagen, welche Größe man braucht. Ein Kinderhelm ist definitiv kein One-Size-Fits-All!

Selbst wenn man ihn verstellen kann. Also bitte genau messen.

  • Baby – 9-18 Monate, 44-49 cm.
  • Kleinkind – 1,5 – 3 Jahre, 46-52 cm.
  • Kinder – 3-5 Jahre, 48-55 cm.
  • Schulkinder – 5-12 Jahre, 50-57 cm.

2. Anwendung

Man sollte auch unterscheiden, ob es sich um einen reinen Kinderfahrradhelm handelt oder der Helm für mehrere Sportarten gleichermaßen geeignet sein soll, zum Beispiel zum Skaten und zum Radfahren.

Fährt ihr Kind hauptsächlich Fahrrad, dann wählen Sie einen Fahrradhelm. Doch wenn es auch regelmäßig Roller, Inline-Skates oder Skateboard fährt, sollte man einen mehrfach zertifizierten Helm wählen.

Jede Art von Helm hat natürlich jeweils ihre Vor- und Nachteile.

Fahrradhelme

+ Fahrradhelme sind leichter,
+ mehr Belüftungslöcher oder -schlitze
+ justierbar

– nur für das Fahrradfahren zertifiziert
– passen oft nicht auf alle Kopfformen

Skater-Helme

+ decken eine größere Fläche des Kopfes ab
+ oft mehrfach zertifiziert
+ alle möglichen Kopfformen

– generell schwerer
– haben oft keinen Schirm
– lassen die Luft nicht gut zirkulieren
– eher keine interne Verstellbarkeit (unsere obigen Beispiele von Melon und Nutcase sind Ausnahmen).

3. Flexibilität und Verstellbarkeit

Sobald man die richtige Größe gefunden hat, sollte man den Helm gut anpassen können. Das ist so wichtig wie die Frage, ob man überhaupt einen Helm trägt oder nicht.

Ein schlecht sitzender Helm kann herunterfallen oder verrutschen. Abgesehen davon, dass ein Helm so die Sicht einschränken könnte, verringert das natürlich auch die Schutzfunktion des Helms.

Der Helm sollte gerade auf dem Kopf sitzen, also weder in die Stirn noch nach hinten rutschen können. Lassen Sie das Kind den Kopf schütteln, um sicherzustellen, dass der Helm auch bei Bewegung sicher sitzt.

Kinnriemen

Natürlich sorgt der richtige Kinnriemen auch für einen sicheren Sitz.

Die Riemen sollten unter dem Ohr des Kindes V-artig zusammenlaufen. Man sollte darauf achten, dass der Verschluss unter dem Ohr sitzt, damit der Helm weder vor- noch zurückrutschen kann.

Auch die Verschlüsse und die Art der Justierung sind hier zu beachten. Denn auch hier gibt es verschiedene Arten. Zum Beispiel hat KED Meggy eine verschließbare Schnalle, dass sich der Riemen nicht durch Bewegung von alleine lockert.

Aber die meisten haben nur einfache Schnallen, doch dann sollte man solche auswählen, die asymmetrisch angeschrägt sind, so dass die Schnalle nicht so leicht verrutschen kann.

Unterschiedliche Kopfformen

Soweit, so logisch. Nun kommen wir aber zu den enormen Unterschieden bei den internen Justierungen.

Abgesehen vom Kinnriemen verfügen viele Helme auch über justierbare Innenkonstruktionen. Damit sollen die unterschiedlichen Kopfformen der Kinder berücksichtigt werden können, so dass die Radhelme noch sicherer sitzen. Denn wieder gilt es: selbst die richtige Größe passt nicht auf alle Köpfe.

Es gibt verschiedene Arten von internen Anpassungsvorrichtungen, aber wichtig ist vor allem, dass der Helm über eine solche verfügt. Viele günstigere Helme sparen leider an diesem Feature.

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Systeme

  1. Das von der Firma Lazer entwickelte „Self-Adjust“-System ist sehr zu empfehlen, das sich dem Kopf des Kindes automatisch anpasst. Das klingt nach High-Tech, ist aber im Gegenteil kann einfach mit Gummizügen geregelt. So passt der Helm immer. Selbst dann, wenn das Kind ihn selbst aufsetzt.
  2. Weit verbreitet hingegen ist die Sicherung per Radjustierung am Helm. Man justiert an der Rückseite des Helms die innere Konstruktion. Im Gegensatz zum Gummi-basierten System ist diese Justierung begrenzt einstellbar, man muss also unbedingt wieder auf die richtige Größe achten.
  3. Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, den Helm mit verschiedenen Inlays anzupassen. Das ist oft der Fall bei Skaterhelmen oder günstigeren Radhelmen. Oft wird es aber versäumt, die richtigen Einlagen auszuwählen oder auszutauschen und so sitzen diese Helme oft schlechter.

4. Konstruktion

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Konstruktionen, einen so genannten Hardshell Helm und einen Komposithelm oder In-mold Helm. Beide gewährleisten ausreichend Schutz, variieren aber in Sachen Widerstandsfähigkeit, Anzahl der Belüftungslöcher und im Stil.

Der größte Unterschied besteht darin, wie die äußere Plastikschicht an der Schaumschicht angebracht ist.

In-mold oder Komposit

Komposithelme verschmelzen die harte Plastikschale mit dem Hartschaum. So kann die Außenschale weder auf- noch abbrechen. Bei diesem Prozess kann man leichter Belüftungsschlitze oder Löcher integrieren.  Auch sind diese Helme typischerweise insgesamt leichter.

Doch diese Helme können nicht als Skatehelme zertifiziert werden, so dass die meisten High-End Kinderfahrradhelme aus dieser Kompositkonstruktion gemacht sind, aber nur wenige Skate-Helme.

Melon Helme sind eine Ausnahme, jedenfalls, was die Form angeht. Es handelt sich um Kompositkonstruktionen, die allerdings in den USA zum Beispiel nicht als Skate-Helme (trotz des Looks) zertifiziert wurden.

Hardshell

Hardshell Helme unterscheiden sich wiederum grundsätzlich darin, ob es sich um Skater-Helme oder um günstige Fahrradhelme handelt.

Bei Skateboard-Helmen zum Beispiel ist die harte Plastikschale auf den Hartschaum geklebt. Da die Plastikschale dicker ist als bei Komposithelmen, erhöht sie die Widerstandsfähigkeit.

Bei Billighelmen ist die Plastikschale dünner und leider nur mit Klebeband befestigt. Diese Helme dellen leichter ein, brechen und sind insgesamt wenig robust.

5. Verschlusstyp

Für den Kinnriemen gibt es verschiedene Verschlusstypen. Wie beim Haare waschen, wo das Shampoo in den Augen brennen kann, verursachen einige Verschlüsse den Kleinen Ungemach und ein Kampf bei jedem Aufsetzen des Helms ist vorprogrammiert. Oder noch schlimmer, wenn allein gelassen macht das Kind den Verschluss gar nicht erst zu.

Und wie bei den Shampoos gibt es eine Lösung: Verschlusstypen wie die von  Melon „ziepen“ nicht, dass heißt, hier wird nicht aus Versehen Haut eingeklemmt, da diese Verschlüsse mit Magneten funktionieren. Auch Uvex hat eine gute Lösung mit ihrem ganz eigenen Verschluss gefunden.

6. Schirm

Kommen wir zum Sonnenschutz oder besser zum Schirm.

Warum es sehr praktisch sein kann, gerade im Straßenverkehr sollte jedem Autofahrer einleuchten. Ich jedenfalls kann beim Fahren keine Sonnenbrille tragen und freue mich regelmäßig über meine mehrfach verstellbaren Sonnenblenden.

Während die meisten Skate-Helme keinen Schirm haben (es gibt offensichtlich Ausnahmen), haben die meisten Kinderhelme zum Radfahren kleine Schirme.

Diese sind entweder Teil der Konstruktion oder abnehmbar. Aber letztere sind weniger zu empfehlen, da sie den Schutz bei einem Unfall einschränken oder sogar noch die Verletzungsgefahr erhöhen können.

7. Spezielle Sicherungen, z.B. MIPS

Und wo wir schon von Unfall- und Verletzungsgefahr sprechen: gute Helme haben zusätzlich noch bestimmte Sicherheitsfeature, auf die ich auch kurz eingehen möchte.

Das MIPS oder auch Multi-directional Impact Protection System verteilt die Kraft eines Schlags intelligent auf den gesamten Helm, egal, aus welcher Richtung der Schlag kommt. Studien zufolge soll dieses System Kopfverletzungen wie Gehirnerschütterungen enorm abmildern.

8. Zertifizierungen

Zu guter Letzt ein etwas allgemeinerer Rat – es lohnt sich meiner Meinung nach immer, erst recht bei persönlicher Schutzausrüstung, auf die TÜV-Prüfung zu achten.

Der TÜV Süd zum Beispiel informiert detailliert darüber, wie ein Kinderfahrradhelm Test vonstatten ging und worauf sie achten (Quelle).

Aber falls Sie sich nicht für Details interessieren, kurzum: das TÜV-Siegel ist definitiv immer ein Gütesiegel.

Besonderheiten

Nachdem ich nun ganz allgemein auf die acht verschiedenen Kriterien eingegangen bin, möchte ich Sie nun noch kurz auf spezielle Aspekte aufmerksam machen, die je nach Altersgruppe variieren und gegebenenfalls für Sie relevant sein könnten.

Fahrradhelm für Baby und Kleinkinder

Abgesehen von den Größen, die oben angegeben sind, gilt vor allem: leicht sollen die Helme für die Kleinsten sein. Und: Bei Baby Fahrradhelmen wie bei Fahrradhelmen für Kleinkinder sollte man auf die richtige Form achten.

Die typischen nach hinten spitz zulaufenden Helme sind nicht geeignet für Babies und Kinder in Kindersitzen und Kinderanhängern, da die Kinder sich bequem anlehnen sollen. Also wählen Sie am besten einen Helm, der am Hinterkopf abgeflacht ist.

Diese Helme eignen sich auch noch für Dreiräder oder Fahrräder mit Stützrädern.

Es empfehlen sich selbstjustierende Helme oder Radjustierungen.

Kinderhelme

Für jüngere Kinder im Vorschulalter sollte man vor allem auf eine robuste Kompositkonstruktion achten, denn bevor „der Ernst des Lebens“ beginnt und sie als Schulkinder sofort ganz vernünftig werden (ja, klar…), sind diese kleinen Rowdies nicht zimperlich.

Von wegen ein Wunder, dass wir überlebt haben: In dem Zusammenhang muss immer an meinen Freund denken, der unter anderem in dem Alter sowohl mit seinem BMX über einen alten Kanalschacht oder einmal mit dem Skateboard vom Bungalow-Dach springen wollte. Hat er auch gemacht, und das Ergebnis kann man sich jeweils vorstellen.

Wir alle kennen solchen Leute.

Will sagen: Kinder kommen auf die schlechtesten Ideen, also wählen sie gerade für kleine Rowdies die robustesten und sichersten Helme, dass heißt in diesem Fall Komposithelm mit Radjustierung und sicherem Kinnriemen.

Jugendliche

Gott sei Dank sind Teenager ja insgesamt weniger wild und viel berechenbarer… oder auch nicht. Natürlich gilt das gleiche, was ich auch bei Kinderhelmen geschrieben habe.

Aber es gibt schon zwei Besonderheiten:

  • je älter das Kind, desto weniger will es einen Kinderfahrradhelm tragen (vor allem, weil sie ja glauben, keine Kinder mehr zu sein).
  • Es ist also eine gute Idee, den jungen Menschen unbedingt selbst über Stil und Design entscheiden zu lassen, damit die Variante gewählt wird, die am wenigsten „voll peinlich!“ ist.

Die Skater-Helme sind eher populär, und hier könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn je älter das Kind, desto wahrscheinlicher, dass der junge Mensch auch noch andere Sportarten mit diesem Helm verfolgen möchte.

Wählen Sie also einen Helm, der sowohl für das Fahrrad wie auch für´s Skaten geeignet ist.

Lesenswert: Der beste Fahrradhelm für Erwachsene

Helmpflicht?

In Deutschland gibt es nach wie vor keine Helmpflicht, noch nicht einmal für Kinder, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern im europäischen und internationalen Ausland. Man mag dazu stehen wie man will – und wir können (und wollen) hier keine juristische Argumentation vorbringen.

Dennoch sind die traurigen Statistiken recht aussagekräftig: auf deutschen Straßen sind nach wie vor besonders Kinder und ältere Menschen gefährdet.

Die Zahl der Unfälle mit Todesfolge ist laut Deutschem Verkehrssicherheitsrat bei Kindern bis 15 Jahren nach einem Einbruch 2013 sogar wieder gestiegen (Quelle).

Doch das gilt nicht für das Fahrradfahren. Zwar verunglücken die meisten Kinder im Alter zwischen 10 und 15 Jahren mit dem Fahrrad, doch die meisten Todesfälle passieren im Auto, gefolgt von Kindern, die als Fußgänger unterwegs sind. Das besagt die Statistik der Deutschen Verkehrswacht (Quelle).

Auch gute Kinderfahrradhelme können keine Unfälle verhindern, dass ist klar. Aber die Helme können bei leichten und mittelschweren Unfällen definitiv schlimmeres vermeiden und das, denke ich zumindest, belegen eben diese Statistiken.

Zusätzlich kann man auch noch eine Studie des Universitätsklinikum Münsters aus dem Jahr 2014 heranziehen, die im Auftrag des UDV durchgeführt wurde und die genau das belegt (Quelle).

Ein Cooler Kinderfahrradhelm? Aber sicher!

Ich wünschte, ich hätte früher einen coolen Skaterhelm wie einen Nutcase gehabt.

Als Kind hätte ich den ganzen Tag damit herumlaufen können bzw. sollen: Schenkt man den Geschichten meiner Mutter glauben, bin ich permanent mit dem Kopf gegen alles gerannt, was mir in die Quere kam.

Tischecken, Türklingen, Geländer usw.

Gott sei Dank hinterließ das zwar keinen bleibenden Schaden (das glaube ich zumindest), aber gut kann das trotzdem nicht sein.

Erst recht nicht, wenn das Kind Roller oder Fahrrad fährt und das ist wohl so ziemlich jedes Kind. Dann kann eine Kopfverletzung schnell schwere Folgen nach sich ziehen.

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Und für das eigene Kind möchte mal die sicherste und beste Auswahl treffen. Wir hoffe, wir konnten Sie mit unserer Auswahl an Verlgeichshelmen inspirieren und Ihnen mit unseren Kaufkriterien weiterhelfen.

Das Wichtigste lässt sich schlussendlich so zusammenfassen:

Der Preis sollte in diesem Fall die letzte Erwägung sein. Egal ob bunt oder uni, cooler Skaterhelm oder leichter Kinderfahrradhelm, patentierter Verschluss oder was auch immer – das wichtigste bleibt die Sicherheit, die zum einen durch das Verstellsystem und zum anderen durch die Konstruktion gewährleistet wird.

Und dieses technische Know-How und Materialqualität haben ihren Preis.

Welcher Kinderfahrradhelm oder Skaterhelm ist Ihr Favorit? Haben Sie Erfahrungen mit UVEX-Helmen oder anderen Herstellern?

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