Fahrradhelm mit MIPS oder nicht – Lohnt es für den Normal-Fall?

Fahrradhelm mit MIPS oder nicht

Braucht ein Fahrradhelm MIPS oder nicht? Immer häufiger werben Hersteller mit dem besonderen Sicherheitssystem, das bei einem Sturz entstehende Rotationskräfte mindern soll. Wie funktioniert das MIPS System und wie gut schützt es Radfahrer?


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Was ist MIPS?

Fünf Wissenschaftler der Königlich Technischen Hochschule in Stockholm stellten nach jahrelangen Forschungen 2007 den ersten MIPS Helm vor. Hintergrund der Entwicklung ist die Tatsache, dass die herkömmlichen Helme bei seitlich schrägem Aufschlagen nur unzureichend schützen.

Die Buchstaben MIPS bedeuten “Multi Directional Impact Protection System”, was sinngemäß übersetzt ein Schutz-System ist, dass Aufprallenergie aus unterschiedlichen Bewegungsrichtungen absorbieren soll.

Herkömmliche Fahrradhelme absorbieren am besten den geraden Aufschlag im 90-Grad-Winkel ohne Rotationskraft. Das wäre der Fall, wenn ein Radler direkt von vorn auf eine Motorhaube trifft.

Im Normalfall kommt so eine Situation höchstens bei einem Falschfahrer in einer Einbahnstraße vor, also eher unwahrscheinlich.

Wie ist MIPS aufgebaut?

Das MIPS System bildet vom Prinzip her die Aufgabe der Gehirnflüssigkeit nach. Diese Flüssigkeit befindet sich zwischen Gehirn und Schädelknochen. Bei einem Schlag auf den Kopf bewegt sich die Flüssigkeit minimal, wodurch sich die Kräfte nicht auf das Gehirn fortpflanzen.

Das MIPS System besteht aus einer beweglichen Schale im Helm, die direkt auf dem Kopf liegt. Bei einem Aufprall kann sich der Kopf im Helm 10 – 15 mm in alle Richtungen bewegen.

Eine reibungsarme Schicht auf der Oberseite der MIPS-Schale verringert sowohl die Aufprallenergie auf den Schädel als auch die Rotationskraft.

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Fahrradhelme im Test

Das Schwedische Technische Forschungslabor SP führte an Fahrradhelmen mit und ohne MIPS System Belastungstests nach dem gesetzlichen Standard SS-EN 1078 durch.

Wie bei den ADAC-Tests wurden gleiche Helmmodelle mit und ohne MIPS auf Kopfmodellen angebracht und mit etwa 20 km/h auf eine horizontale und eine 45 Grad geneigte Fläche fallengelassen, um den genauen Vergleich ziehen zu können. Jede Simulation wurde bei -20 °C und bei 50 °C durchgeführt.

Bei dem Vorgang haben Techniker die Translationsbeschleunigung, genannt g-Wert, gemessen.

Die gesetzliche Höchstgrenze liegt bei 250 g. Sensoren in dem Crash-Dummy messen die Kopfbewegungen beim Aufprall.

Aus den gesammelten Daten errechnet sich die Schädigung des Gehirns durch die Dehnbelastung des Gewebes. Je größer die Gewebedehnung ausfällt, umso ernster ist die Verletzung.

Die Ergebnisse

Die Testergebnisse für das MIPS Schutzsystem fallen insgesamt positiv aus. Unterschiede in der Schutzwirkung ergeben sich grundsätzlich aus der Helmkonstruktion:

Der schwere Abus Scraper V2 beispielsweise birgt im Vergleich zum Giro Trinity MIPS viermal höheres Risiko einer Gehirnerschütterung (1). Das MIPS System lässt sich in jede Helmart integrieren. Es wird weltweit bisher von rund 80 Helmmarken angeboten.

Für wen eignet sich ein MIPS Helm?


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Das System empfiehlt sich für jeden, der unter dem Helm besonders effektiv geschützt sein möchte:

  • Radsport, Pedelecs, E-Bikes
  • Reitsport
  • Wintersport
  • Motorradfahren
  • Bergsteigen, Felsklettern

Lesenswert: E-Bike oder Motorrad – 10 Vorteile des E-Bikes

Zurzeit testen verschiedene Profisportler MIPS-Helme, doch die bekannten Helmmarken erweitern ihr Angebot für Freizeitradler und E-Biker kontinuierlich.

Das kompakte System bietet für alle Radsportarten, Erwachsene, Kinder und Brillenträger uneingeschränkte Einsatzmöglichkeiten.

Gibt es beim Kauf etwas zu beachten?

Wählen Sie einen Helm mit MIPS System nach den gleichen Kriterien, wie sonst auch: Eine perfekte Passform ist wie bei einem herkömmlichen Fahrradhelm entscheidend.

Die Ausstattung mit Extras, wie beispielsweise Ohr-Pads oder Größeneinstellung, sind bei MIPS Modellen identisch. Auch für Kinder empfiehlt sich dieser Helm, da er mitwächst.

Hat MIPS Nachteile?

  • Generell gibt es nur sehr unwesentliche Kritik an diesem effektiven Schutzsystem.
  • Die gelbe Schale erhöht das Helmgewicht um 50 bis 100 g, was meiner Meinung nach gegenüber dem Sicherheits-Plus akzeptabel ist.
  • Da die Technologie noch relativ jung ist, liegt der Preis entsprechend höher.

Gesetzliche Vorgaben für Hersteller

Die Hersteller von Fahrradhelmen müssen bei der Konstruktion gesetzliche Vorgaben erfüllen. Obwohl bereits seit den 1950er Jahren die schädigenden Folgen der Rotationskräfte auf den Kopf bekannt sind, stand bisher die stoßdämpfende Wirkung bei statischen (senkrechten) Aufschlägen im Fokus.

Bisher gibt es keine Grenzwerte oder Höchstgrenzen hinsichtlich der Schutzwirkung von Helmen gegenüber Rotationskräften. Experten sind davon überzeugt, dass MIPS in naher Zukunft eine eigene Zertifizierung erhält.

Wie wirken Rotationskräfte?

Da die meisten Helmträger im Schläfenbereich und in einem Winkel aufschlagen, leitet sich die Aufprallenergie nach dem Vektorenprinzip nicht linear, sondern in mehrere Richtungen ab.

Der dabei entstehende Rotationseffekt absorbiert die Schlagenergie. Dadurch schlägt das Gehirn an die Schädeldecke, wodurch der Fahrer Gehirnerschütterungen oder Frakturen erleiden kann.

Fazit

Fahrradhelme mit MIPS bieten zukunftsweisende Schutzwirkung bei frontalen und seitlichen Aufprallen. Mehr Sicherheit beim Radeln spricht für das schwedische System, das unsichtbar und ohne Komfortverlust unser wichtigstes Organ schützt: das Gehirn.

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