Morakniv Garberg im Test – Das erste Mora Messer mit Full-Tang

morakniv garberg test, mora garberg testDarauf haben wir lange warten müssen: Mora hat mit dem Morakniv Garberg sein erstes Full Tang Messer herausgebracht. Das Mora Garberg macht mich neugierig, wie sich meine Lieblingsmarke gegen bekannte Outdoormesser wie das Mora Bushcraft oder Fällkniven F1 behauptet.

Beim Debüt verlangte Mora noch 100 Euro, inzwischen hat sich der erste Hype (oder Schreck) gelegt und der Preis um 70 Euro eingependelt.

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Als mir neulich jemand dieses Mora Garberg in die Hand drückte und sagte „Hey, könntest du einmal dieses neue Bushcraft-Messer testen“, habe ich die Chance genutzt.

Morakniv Multi Mount Gürtelmesser Garberg

Batoning mit dem Morakniv Garberg

Batoning mit dem Morakniv Garberg

  • Gesamtlänge: 23 cm
  • Klingenlänge: 10,8 cm
  • Klingenstahl: 14C28N Edelstahl
  • Klingenstärke: 3,2 mm
  • Gewicht 169 g
  • Griff: 12,2 cm, Synthetik
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Mora ist bekannt für sehr preiswerte und einfache, aber grundsolide Arbeitsmesser. Doch in ihrer Outdoor Reihe führen sie auch Premiummesser.

Dazu gehört auch das Mora Garberg.

Beim Garberg wirkt die Verarbeitung hochwertig, was sich (wen wundert es?) in für Mora Messer ungewohnt hoher Preisgestaltung bemerkbar macht.

Es fließen alle Elemente ein, die Bushcraft-Messern zum Erfolg verholfen haben.

Die wichtigste Neuerung ist ein schöner, breiter Full Tang, der anstelle der üblichen Steckangel den gesamten Griff durchzieht.

Der erste Eindruck

Das Messer kommt in einer einfachen Pappbox, was mir schon einmal viel besser gefällt als aufwendige Blister.

Es ist deutlich schwerer, als man von anderen Mora-Messern gewohnt ist, aber gerade dieses satte Gefühl in der Hand ist sehr vertrauenserweckend.

Multi Mount

Eine Köcherscheide mit Zubehör für variable Befestigung liegt dem Messer bei: Multi Mount = Mehrfachmontage. Dieses Puzzle wäre mit einer Anleitung sicherlich leichter zu lösen!

Mora hat einen guten Ruf für solide Verarbeitungsqualität, die das Garberg mit einer kräftig dimensionierten Klinge zeigt.

Die 3,2 mm starke Klinge hat einen knackigen 90-Grad-Rücken, der zum Funkenschlagen mit dem Feuerstahl genau so gut taugt, wie zum Abschaben von Zunder.

Die bissige, aber nicht zu steil abfallende Clip Point Spitze macht einen guten Anfang beim Batoning, Feuerholz spalten ist ja die Grunddisziplin jedes anständigen Bushcraft-Messers.

Der Stahl – Hochwertigerer Sandvik 14C28N

Zum ersten Mal verwendet Mora rostfreien Sandvik 14C28N anstelle des billigeren 12C27-Stahls.

Obwohl dies kein “Superstahl” ist, bringen 56 – 58 Rockwell respektable Schnitthaltigkeit für einen nicht pulvermetallurgischen Stahl hervor.

Die satinierte Textur ist ein schönes Finish.

Der Anschliff – Neu mit Sekundärfase

Dieser neue Sandvik Stahl nimmt feine Schärfe an, und das Messer wird mit guter Schärfe geliefert. Mora bewirbt das Garberg mit dem bekannten Scandi-Anschliff, doch wer genau hinsieht, erkennt eine Sekundärfase.

Das ist eigentlich unüblich beim Scandi-Schliff, wo allein der Schneidwinkel geschärft wird. Also ist es genau genommen ein “Säbelschliff”.

Vorteil der Sekundärfase ist eine stärkere Schneidekante, woraus bei hartem Holz weniger schnell Scharten entstehen.

Griff – Auch wieder hochwertig

mora garsberg knauf

Das Griffmaterial fühlt sich im Vergleich zu anderen Mora-Messern relativ hart an, aber keinesfalls billig.

Von der Haptik her liegt das ballistische Nylon zwischen hartem G10 und gummiähnlichem Kraton.

Der dickere Griff stellt eine enorme Verbesserung dar.

Seine symmetrische Form liegt auch Linkshändern bei allen Greifvarianten ergonomisch in der Hand.

Wie erwartet, wiegt das Garberg mehr als ein durchschnittliches Mora-Messer, aber es ist sehr gut ausbalanciert.

Der hervorstehende Knauf ist an seinen Kanten ebenfalls winkelig, womit Sie einen Feuerstahl anreißen, Rinde abschaben oder Walnüsse knacken können.

Eine weitere Verbesserung ist das Lanyardloch. Es ist eckig, ohne Öse, aber etwas klein geraten.

Scheide

Das modulare Tragesystem besteht grundlegend und wie gewohnt aus einem Hartplastik-Köcher, in dem das Messer fest einrastet. Wahlweise kann daran eine Lederschlaufe oder eine Gürtelschlaufe befestigt werden.

An Gürtelschlaufe sitzt das Messer allerdings so tief, dass es bei jedem Schritt baumelt, das ist ziemlich nervig.

Tipp

Abhilfe schafft, wenn Sie durch die Abflusslöcher an der Köcherspitze eine Schnur durchfädeln und die Messerspitze fixieren.

Mithilfe eines durchgezogenen Schlüsselrings plus Karabiner können Sie die Scheide auch tip-up am Rucksack anbringen.

Mora gibt noch eine weitere Befestigungsart in Form einer Kunststoffschiene dazu, woran die Scheide mit Klettgurten befestigt wird. Drei Bohrungen dienen zur festen Montage an einer Wand zu Hause – praktisch!

Wer sich gar nicht mit der Kunststoff-System anfreunden mag, kann das Mora Garberg mit Lederscheide bestellen.

Lesenswert: Die besten Mora Messer

Die Aufgaben

Für die Essenszubereitung auf Outdoor-Level eignet sich die Klinge gut.

Für Outdoorküche wohlbemerkt – das möchte ich nochmal hervorheben.

Die Schneidengeometrie ist akzeptabel, wenn es nicht um ganz feine und empfindliche Speisen geht.

Stichwort: Tomatentest oder Schälen von Gemüse. Dafür ist die Klinge einfach zu dick. Und das ist verständlich.

Holzarbeiten hingegen sind die Spezialität des Garberg.

Seine Schneide schnitzt Äste fedrig und spaltet dickeres Feuerholz, soviel die Klingenlänge hergibt. Ziehen sie beim Löcherbohren unbedingt Arbeitshandschuhe an, die scharfkantige Hammerfläche drückt arg – aber die starke Spitze trotzt dafür allen Torsionskräften.

Heimische Testreihen mit Kienholz, Nylonschnur, Styropor und Karton hat es mit Bravour bestanden, die Werbeprospekte hat es am Schluss nicht mehr so ganz sauber geschlitzt.

Aber die kommen in der Wildnis eh seltener vor.

Vorteile

+ ein vielseitiges Allzweckmesser
+ optimiertes Design
+ zum Batoning geeignet

Nachteile

– Schliff endet kurz vor dem Griff
– keine Anleitung für das Multi Mount System
– scharfkantiger Knauf schmerzt beim Bohren in der Hand

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Mora of Sweden wird Morakniv

Die Messermarke Mora of Sweden entstand 2005 aus dem Zusammenschluss der beiden Traditionsfirmen KJ Eriksson und Frosts Messer Fabrik.

2016 änderten die Partner ihren Namen in Morakniv und wanderten von günstigen Gebrauchsmessern zu hochwertigen Outdoormessern.

Wer sollte sich das Morakniv Garberg kaufen?

Das Morakniv Garberg ist das bisher stärkste Mora Messer. Ein waschechter Bushcrafter mit dicker, pflegeleichter Klinge, die Batoning genau so präzise “kann”, wie feinste Feathersticks schnitzen.

Für Survivalfreaks und Camper, die ein vielseitiges, aber nicht zu klobiges Messer wollen, empfiehlt sich das Morakniv Garberg mit hochfunktionellem Multi Mount Tragesystem.

Mora Garberg oder Kansbol?

Mora Garberg oder Kansbol

Morakniv Kansbol Gürtelmesser

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Das Kansbol ist sozusagen der kleine Bruder des Garberg. Bis auf die Griff-Farbe unterscheiden sich nur die Klingen, die beim Kansbol 2 mm dick ist und in einer Steckangel endet.

Kein Full Tang also.

Empfehlung

Mit zur Spitze sichtbar verjüngten Klinge eignet sich das 70 g leichtere Kansbo für feine Arbeiten.

Lesenswert: Morakniv Kansbol im Test – Wirklich besser als das Mora 2000?

Mora Garberg oder Fällkniven F1?

Mora Garberg oder Fällkniven F1

Fällkniven F1 Jagdmesser

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Beide Schweden sind von den Abmessungen ähnlich, doch die Unterschiede beginnen schon beim Klingenstahl. Beide weisen zwar 59 Rockwell Härtegrade auf, doch Fällkniven konstruiert Laminatstahl mit VG10-Kern.

Balliger F1-Schliff steht Moras Sekundärfase gegenüber. Gut, die neue Mora-Scheide lässt sich weitaus variabler verwenden als die Zytel-Düse von Fällkniven.

Allerdings nutzt die Schwedische Luftwaffe das F1 als Überlebensmesser, diesen Vorsprung holt so schnell kein anderes Messer ein.

Empfehlung

Wer vorher Mora-Messer besaß, wird im neuen Garberg das Nonplusultra finden. Ansonsten muss man sagen, das F1 spielt in einer höheren Klasse und ist doppelt so teuer.

Lesenswert: Fällkniven F1 Survivalmesser im Test

Mora Bushcraft oder Garberg?

Mora Bushcraft oder Garberg

Mora Bushcraft Messer

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Das Mora Bushcraft ist entweder mit schwarz beschichteter Kohlenstoffklinge mit oder mit orangem Griff und Sandvik 12C27 Edelstahlklinge zu haben.

Da gibt es keine Gemeinsamkeit zur Garsberg-Klinge aus modernerem 14C28N Edelstahl.

Vor allem ein starkes Innenleben macht ein gutes Outdoormesser aus: Der Full Tang beim Garsberg ist dem ¾ Tang der Bushcraft Messer weit überlegen.

Der Pluspunkt für die Handhabung bucht das Bushcraft wiederum für sich: Sein ergonomischer Gummigriff mit Fingermulde und Handschutz sitzt sehr gut in der Hand.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist der harte Garsberg-Polyamidgriff.

Übliche Bushcrafting Aufgaben leisten beide Klingen souverän mit durchgehen 3,2 mm dicken Klingen, die bissigen Clip Point Spitzen öffnen auch schon einmal unkonventionell eine Dose Eintopf.

Empfehlung

Bleibt nur noch der Preisvergleich: Für ein Garberg erhalten Sie momentan zwei Bushcraft Messer. Warten wir einmal ab, wie das ein Jahr später aussieht.

Lesenswert: Mora Bushcraft Survival – Ein Outdoor-Superstar

Fazit

Das Mora Garberg war längst überfällig im Mora Messer-Sortiment. Obwohl es ein sehr schlichtes Design hat, setzt es sich durch den neuen Sandvik Stahl und den Full Tang von den anderen Modellen ab.

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Es will kein Rambo Messer sein, sondern in seiner Liga das bestmögliche bieten – und dazu ist es auf gutem Wege.

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