Rennrad Sattel einstellen in 4 Schritten – So geht’s am einfachsten

rennradsattel einstellen

Die richtige Sattelhöhe am Rennrad bestimmt das grundlegende Fahrgefühl: Angefangen von Knieschmerzen bis zur persönlichen Bestzeit am Berg steht und fällt die Leistung mit dem Abstand von Sitz, Lenker und den Tretlagern zueinander.

Finden Sie anhand bewährter Methoden und Formeln die optimale Sattelhöhe des Rennradsattels – wie Sie Ihren Rennrad Sattel einstellen, erklären wir Ihnen im Beitrag!


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Schritt 1 – Die Ferse auf’s Pedal stellen

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Die bekannteste Methode, wonach die meisten neuen Hobby-Radsportler ihre Sattelhöhe einstellen, ist das statische Abmessen mithilfe der eigenen Beinlänge. Hierfür kommen Sie ohne besonderes Werkzeug und eine mathematische Formel aus.

Setzen Sie sich auf das Rad und drehen mit einer aufgesetzten Ferse das Pedal rückwärts auf die 6-Uhr-Position. Das Bein zeigt nun senkrecht nach unten und das Knie sollte durchgedrückt sein.

Falls das Knie noch etwas angewinkelt ist, stellen Sie den Sattel minimal höher ein. Erreicht die Ferse das Pedal nicht mehr, stellen Sie den Sattel so weit niedriger, bis ihre individuelle Sitzposition erreicht ist.

Diese “Ferse-Pedal-Einstellung” ist sehr einfach und bringt Sie in eine vorteilhafte Körperhaltung. Obwohl hier beispielsweise die Position der Schuhplatten nicht zur Einstellung des Sattels berücksichtigt sind, reicht diese Art für den Anfang aus.

Allgemein bedienen sich Profifahrer mehrere Methoden, um eine möglichst genaue Justierung zu erzielen.


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Schritt 2 – Die LeMond Methode

Die zweite Methode, womit sich die Sattelhöhe am Rennrad berechnen lässt, erhielt ihren Namen nach dem mehrmaligen Tour de France Sieger Greg LeMond. Der Radprofi und sein Coach entwickelten in den 1980er Jahren ein eigenes System, das international viel Beachtung findet.

Die LeMond Methode nutzt ebenfalls die Beinlänge als Parameter zur Einstellung der richtigen Sattelhöhe.

Dazu bestimmen Sie die innere Beinlänge vom Schritt bis zum Boden:

  1. Klemmen Sie ein Buch mit ein wenig Druck am Schritt so zwischen die Beine, als wenn Sie auf dem Sattel sitzen.
  2. Messen Sie nun vom Buchrücken bis zum Boden. Brauchbare Ergebnisse messen Sie nur, ohne Schuhe zu tragen.
  3. Multiplizieren Sie nun die ermittelte Beinlänge mit 0,883, ergibt das Resultat den Abstand vom Zentrum des Tretlagers zur Oberkante des Sattels.
Ehrlich gesagt ist diese Messung nicht wirklich das Ei des Kolumbus. Im Ergebnis bleiben körperliche Eigenheiten unberücksichtigt: Beispielsweise ist die LeMond Methode ungeeignet bei Menschen mit besonders langen Beinen im Verhältnis zum Oberkörper.

Weiterentwicklung der LeMond Methode – Die 109% Formel

109 prozent methode

Später brachte eine Weiterentwicklung der LeMond Messung die sogenannte 109%-Formel hervor. Hierbei wird die Beininnenlänge mit 109 multipliziert. Die Ergebniszahl benennt den Abstand zwischen der Pedalachse und der Sattelnase.

Individuelle Anpassung kann in einem Fachgeschäft durchgeführt werden. Beim Pedalieren fließt der Beugewinkel des Knies mit in die Kalkulation ein. Im Gegensatz zur “statischen” Einstellung ermöglicht der “dynamische” Ablauf die exakte Einstellung der Sattelhöhe.

Alternativ können Sie die korrekte Berechnung mit einer Bike Fit App oder in speziellen
online Angeboten der Radbranche ermitteln.


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Schritt 3 – Die Längseinstellung des Rennradsattels

Sattelposition einstellen

Sattelposition einstellen

Wie wir anfangs bereits angemerkt haben, ergeben erst mehrere Faktoren zusammen die optimale Sitzhöhe.

Gehören Sie zu den Fahrern, die nur die Fußspitzen aufsetzen?

Dieser Fahrstil erfordert, den Sattel deutlich höher einzustellen, als bei einem Radler, der mit den Fersen in die Pedalen tritt.

Nachdem Sie die richtige Sattelhöhe justiert haben, ist die Längseinstellung an der Reihe. Diese Einstellung nimmt großen Einfluss auf die Kraftübertragung auf die Pedale und die Ausdauer bei stundenlangen Fahrten.

Damit auf Dauer Zerrungen und andere Überlastungen der Muskulatur vermieden werden, darf diese augenscheinlich winzige Einstellung in keinem Falle vernachlässigt werden.

Wenn die Sitzposition beim Fahren zu weit hinter dem Tretlager liegt, schieben Sie die Pedale voraus, anstatt sie mit dem Körpergewicht herunterzudrücken.

Idealerweise befindet sich der Schwerpunkt des Körpers exakt über dem Tretlager. Benutzen Sie das Knie-Lot zur Ausrichtung der korrekten Sattelposition. Die gedachte lotrechte Linie verläuft bei waagrechter Position der Pedale (¼ vor 3 Stellung) von der Spitze der Kniescheibe senkrecht zum Gelenk des großen Zehs.

Rennrad Sattel richtig einstellen

Die lotrechte Linie verläuft von der Spitze der Kniescheibe senkrecht zum Gelenk des großen Zehs.

Nehmen Sie ein langes Maßband oder eine Schnur zur Hand und bewegen den Sattel vor oder zurück, bis die senkrechte Linie genau wie beschrieben verläuft. Ein unpassend eingestellter Sattel ist die häufigste Ursache von Knieschmerzen.

Schritt 4 – Die Länge der Kurbelarme berücksichtigen

Auch die Abstände der Pedale zum Tretlager beeinflussen die richtige Sattelhöhe.

Man kann die Wechselwirkung beider Faktoren so verdeutlichen:

„Ein Radfahrer, der seinen Sattel niedrig einstellt und mit relativ langen Kurbelarmen fährt, muss die Pedale in einem großen Kreis bewegen.“

Viele Sportler denken an eine größere Übersetzung durch die längeren Kurbelarme. Diese Annahme wurde allerdings in der Praxis widerlegt:

Bei Fahrern mit hohem Sattel und kürzeren Kurbelarmen war kein Unterschied in der Kraftübertragung erkennbar.

Trotzdem ist jedem Fahrer selbst überlassen, mit welcher Kurbellänge er selbst am besten klarkommt – ein Nachteil bei dieser oder jener Länge ist jedenfalls nicht zu befürchten.

Die Länge der Kurbelarme lässt sich allerdings effektiv einsetzen, um andere Faktoren zu begünstigen. Beispielsweise ändert sich die Hüftbewegung beim Fahren: Kurze Kurbelarme führen zu einer weiteren Spreizung, wodurch das Verletzungsrisiko zurückgeht.

Kurbelarmlänge und Sattelhöhe

Kurbelarmlänge und Sattelhöhe spielen bei jedem Rad anders zusammen. Dies ist zu beachten, wenn mehrere Räder benutzt werden: Alle Sättel auf die gleiche Höhe einzustellen, ist nicht sinnvoll.

Auch wenn der Unterschied nur wenige Millimeter beträgt, Sie werden den Unterschied beim Fahren spüren.

Die meisten Hobby-Radler belassen einfach die Kurbelarme am Rad, die beim Kauf bereits anmontiert waren. Ein Austausch der Kurbelarme erscheint den meisten Fahrern als unnötige Geldausgabe, da ja alles funktioniert.

Ambitionierte Fahrer kennen die Zusammenhänge.

Dabei geht es noch weiter ins Detail:

  • Keile unter den Stollen und die Art der Schuhplatten erhöhen die Pedalen.
  • Selbst beim Kauf neuer Schuhe kann sich der Beugewinkel der Kniegelenke verändern.

Kann man die richtige Rennrad Sattelhöhe an einer Tabelle ablesen?

Es gibt etliche Tabellen, womit Sie den passenden Rahmen zu Ihrem Körperbau finden. Die Sattelhöhe ist und bleibt allerdings eine individuelle Einstellungssache.

Im Vorfeld eines Rennradkaufs können Sie die Rahmengröße und die Sattelhöhe rein rechnerisch mit folgenden Formeln ermitteln:

Rahmengröße = Schrittlänge x 0,70

Sattelhöhe = Innere Schrittlänge x 0,885

Fazit

Sattelhöhe, Kurbelarme und Längseinstellung ergeben in richtiger Konstellation die optimale Kraftübertragung.


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Tasten Sie sich beim Fahren an die Feineinstellung des Sattels heran: Nur so spüren Sie, wie sich angenehmes Fahrgefühl bemerkbar macht.

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