E-Bike Akku lädt nicht voll – Soforthilfe mit 10 Maßnahmen

E Bike Akku lädt nicht voll - Soforthilfe

Der E-Bike Akku lädt nicht voll? Das ist nicht nur ärgerlich, sondern bereitet dem Besitzer Sorgen, dass die teure Batterie womöglich defekt ist. In den meisten Fällen liegt jedoch ‘nur‘ eine Fehlfunktion vor, die sich reparieren lässt: Tipps, was Sie tun können, erfahren Sie im Beitrag!

E-Bike Akku lädt nicht voll – Soforthilfe mit 10 Maßnahmen

Moderne Akkus weisen bis zu 5 Jahren Lebensdauer auf und sollen mindestens 1000 volle Ladezyklen absolvieren können, verspricht der Hersteller. Doch bereits lange vor dem Lebensende lässt sich der Akku nicht mehr auf 100 % Kapazität laden – was tun?

1. Ladefehler durch alte Software

Nehmen Sie den Akku zum Laden aus dem E-Bike heraus und laden ihn dann am Ladegerät. Dann sollte sich die Kapazität bis 100 % füllen. Der Fehler ist bekannt und liegt in einer nicht mehr aktuellen Software. Schildern Sie dem Fahrradhändler das Problem, damit er die aktuelle Version aufspielt, womit voll laden möglich ist.

2. Defekt am Ladegerät

Das Ladegerät könnte defekt sein. Schließen Sie ein anderes identisches Ladegerät an und prüfen, ob der E-Bike Akku auch diesmal nicht voll lädt. Falls kein geeigneter Charger zur Hand ist, lassen Sie die Kreuzprobe mit Ladegerät bei Ihrem Fahrradhändler ausführen. Schauen Sie auch nach, ob alle Kontakte und Stecker korrekt sitzen.

Achten Sie darauf, das Original Laderät des Herstellers, zu verwenden: Bosch E-Bike Akkus laden Sie mit einem Bosch Ladegerät auf:

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3. Bedienungsfehler

Manche Ladegeräte, wie das von Giant, besitzen eine zweite Funktion, die den Akku zwecks Einlagerung in der Winterpause nur bis 60 % lädt. Möglicherweise haben Sie diese Taste betätigt, ohne es zu bemerken.

4. Ein Kurzschluss im Akku

Falls die Kontakte nur minimal nass geworden sind und in der Elektronik ein Kurzschluss entstanden ist, brennt durch zu hohen Stromfluss im Akku eine Sicherung durch, um eine kritische Erhitzung der Zellen auszuschließen.

Die Sicherung dürfen Sie ersetzen, ohne Garantieverlust zu riskieren. Die Daten zur Austauschsicherung finden Sie in der Betriebsanleitung.

5. Überladung

Als zweites Sicherungselement begrenzt das Current Interrupt Device (CID) den Stromfluss. Bei einer Überladung bildet sich innerhalb der Zellen ein Gas, das den Druck im Akku so lange erhöht, bis ein Sicherheitsventil auslöst und den Stromfluss unterbricht. Der Akku kann weder Strom abgeben, noch Ladestrom aufnehmen. Schildern Sie den Fall Ihrer Werkstatt, die den Akku einschicken.

6. Die Spannung prüfen

Messen Sie mit einem Multimeter die Spannung am Akku ein Mal nach der Entnahme aus dem Ladegerät und dann noch ein Mal ins E-Bike eingesetzt aktiviert, in stehendem Zustand. Ein Akku mit 36 Volt Nennspannung leistet bei 100 % Ladung rund 42 Volt.

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Im Bereich der Lade-Endspannung entspricht 1 Volt im Leerlauf etwa 10 % der Kapazität. Wenn Sie jetzt 41 Volt oder 40 Volt messen, entspricht dies 90 % bzw. 80 % Ladestand.

7. Tiefentladung

Vergessen Sie, den Akku in der Winterpause nachzuladen, sinkt die Spannung unter einen bestimmten Grenzwert. Die Entlade-Schlussspannung gibt an, wann der Akku keinen Strom mehr liefern kann. Auch ein fehlerhaftes Batterie-Management-System kann Tiefenentladung verursachen.

Messen Sie zuerst die Spannung. Wenn zwischen 2,5 und 4,2 Volt vorhanden sind, kann ein Fachmann den Akku durch Stromimpulse reparieren. Bei geringerer Spannung sind die Zellen zerstört, der Akku lädt nicht mehr und die Batterie muss ersetzt werden.

8. Den Akku resetten

Das Batterie-Management-System kann verschiedene Fehler verursachen, so auch eine Begrenzung der Kapazität. Hier hilft in den meisten Fällen neues Kalibrieren und ein Reset, wenn ansonsten kein Defekt bekannt ist. Fahren Sie den Akku drei Mal leer und laden ihn neu. Bei Bosch Akkus und anderen Fabrikaten befindet sich ein Druckknopf unter den Ladestandanzeigen.

Halten Sie den Resetknopf mindestens 10 Sekunden gedrückt. Der RAM-Arbeitsspeicher der Platine wird mitsamt ihren Fehlern gelöscht und der Akku synchronisiert sich mit dem Display. Jetzt sollten Sie die Kapazität voll laden können.

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9. Altersbedingter Verlust der Kapazität

Jedes Jahr verliert ein E-Bike Akku 5 – 8 % seiner Kapazität, was ein normaler Vorgang ist. Die Lebensdauer benennt Bosch mit 1000 kompletten Ladezyklen, die nach vier bis sechs Jahren Nutzungsdauer erreicht sind. Danach ist noch zwischen 70 % und 80 % Kapazität ladbar. Falls dies auf Ihren Akku zutrifft, steht demnächst der Austausch an.

10. Übermäßige Sonneneinstrahlung und Kälte

Häufige Erhitzung durch langes Abstellen in praller Sonne zersetzt die Elektrolyten in den Zellen, wodurch sich die Kapazität vermindert. Lassen Sie es nicht so weit kommen: Parken Sie das E-Bike im Schatten, lagern den herausgenommenen Akku bei hohen Temperaturen nicht im Pkw.

Können E-Bike Akkus durch Hitzeeinwirkung auslaufen? Nein, das ist unmöglich, da die Zellen keine Batteriesäure enthalten.

Bei Kälte wird die Elektrolytflüssigkeit zäher und der Akku bringt weniger Leistung. Bei extremer Kälte um Minus 20 Grad Celsius kann diese Flüssigkeit einfrieren und den Akku (beim Ladevorgang) beschädigen.

Fazit

Ich hoffe, dass Sie mit meinen Hinweisen den Fehler finden konnten und sich der Akku wieder vollständig laden lässt. Öffnen Sie die Batterie keinesfalls selbst, sondern bringen den Akku im Zweifelsfall zum Händler. Das Auslesen mit dem Diagnose-Tool entscheidet darüber, ob eine Reparatur oder ein Austausch sinnvoll ist.

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