Wie lange hält ein E-Bike Motor? Daten und Statistiken (2022)

Wie lange hält ein E-Bike Motor

Wie lange hält ein E-Bike Motor von Shimano, Bosch, Yamaha, Brose oder Bafang? Inzwischen blicken wir auf über 10 Jahre Erfahrung mit elektrischen Fahrrädern zurück. Zeichnen sich typische Werte zur Lebensdauer ab und welche Faktoren spielen dabei mit?

Die Lebensdauer von Heckmotoren ist mit Mittelmotoren vergleichbar. Mit regelmäßiger Wartung und schonender Fahrweise liegt die Erwartung bei 10.000 bis 40.000 Fahrkilometer.

Die 3 E-Bike Motor Typen und deren Einsatzgebiet

E-Bikes sind mit einem Frontmotor, einem Mittelmotor oder einem Heckmotor ausgestattet. Jedes System hat seine eigenen Charakteristiken, die sich für unterschiedliche Fahrprofile eignen:

  1. Der Frontmotor ist in günstigen Basismodellen bei City-Bikes verbaut. Er eignet sich für kurze Wege ohne die Notwendigkeit, sportlich zu fahren.
  2. Der Mittelmotor ist die am häufigsten verbaute Variante. Sein tiefer Schwerpunkt genau unter dem Fahrer kommt dem früheren Radfahrgefühl am nächsten.
  3. Der Heckmotor befindet sich in der Nabe des Hinterrads. Seine Anfahrleistung hat den meisten Biss, weshalb er von Radsportlern im Gelände gefahren und in hochpreisigen E-Bikes der Premiumklasse zum Einsatz kommt.

Falls Sie vor dem Kauf Ihres ersten E-Bikes stehen, empfehle ich meinen Artikel zu E-Bike Motoren und die Beratung bei einem Fachhändler. Nutzen Sie die Möglichkeit zu ausgiebigen Probefahrten, um ein Gefühl für das E-Bike zu bekommen.

Wie viele km hält ein E-Bike Mittelmotor?

Bei guter Pflege und sorgfältigem Umgang beim Fahren liegt die durchschnittliche Laufleistung zwischen 10.000 km bis weit über 20.000 km. Damit erweist sich für Berufspendler ein E-Bike als zuverlässige Alternative zu Pkw, Bus und Bahn.

Interessant ist auch die Verteilung der Marktanteile bei Mittelmotoren unter den Marken (1):

  • Bosch 59,7 % mit 3,29 Mio. Kilometer
  • Panasonic 11,9 % mit 559.000 Kilometer
  • Yamaha 10,3 % mit 428.000 Kilometer
  • Impulse 6,7 % mit 402.000 Kilometer
  • Shimano 6,1 % mit 346.000 Kilometer
  • Brose 6,1 % mit 346.000 Kilometer

Einzig der Motor von Impulse fällt durch erhöhte Störanfälligkeit auf. Über dieses bei Kalkhoff verbaute Fabrikat gibt es Meldungen über Ausfälle nach 4.000 bis 5.000 Kilometer Laufleistung (dazu später mehr).

Wie viele Jahre beträgt die Lebensdauer eines Mittelmotors ungefähr?

Die meisten Mittelmotoren haben eine Nutzungsdauer von fünf bis zehn Jahren.

Voraussetzung dafür ist der Service des Herstellers, der über den gesamten Zeitraum Ersatzteile für die Steuerung, den Akku und den Motor bereitstellt und natürlich Updates liefert.

Häufige Defekte und Probleme bei E-Bike Mittelmotoren verschiedener Hersteller

Bosch

Bei Bosch Motoren liegt der Schwachpunkt auf Tretlagerschäden, die üblicherweise nach rund 20.000 gefahrenen Kilometern auftreten. Weitere bekannte Mängel bei Bosch-Mittelmotoren sind:

  • Durchtreten mit Knack-Geräuschen bei einem Freilauf weist auf defekte Sperrklinken hin
  • Wenn es im Motor richtig laut kracht und dieser ruckartig blockiert, ist im Innern wohl ein Zahnrad gebrochen.
  • Mahlende Geräusche auf der rechten Seite erzeugt ein defektes Hauptlager
  • Knarzende Geräusche entstehen durch lockere Motorschrauben
  • Falls die Unterstützung ausbleibt, kontrollieren Sie die Platine des Drehmoment-Sensors, ob sich darauf Schmierfett angesammelt hat.

Panasonic

Ältere Panasonic-Antriebe fallen durch schnell verbrauchte Antriebsritzel und die Kette auf. Schonendes Anfahren in niedrigen Gängen und mit geringer Unterstützung verlängert die Lebensdauer. Vereinzelt fiel der Drehmoment-Sensor aus und Fahrer bemerkten permanente Motorgeräusche. Es kamen erhöhte Vibrationen und Lagerspiel vor.

Bafang

An Bafang MaxDrive waren die Sperrklinken gebrochen, es trat Lagerschaden auf und der Freilauf war defekt. Ferner hört man von sporadischen Aussetzern mit Leistungsverlust, der im Display durch Fehler Nr.7 angezeigt wird.

Bafang Mittelmotor 48V 750W Umbausatz
ANSEHEN*

Stromer

Montieren Sie eine nicht kompatible Lampe oder belegen die Kabel für die Beleuchtung falsch, kann dies einen Defekt im Controller verursachen. Da der Controller im Nabenmotor (ST1) integriert ist, funktioniert der gesamte Motor nicht mehr und muss ausgetauscht werden.

Biontex

Biontex-Motoren werden in E-Bikes der Marke Grace verbaut. Trennen Sie bei eingeschaltetem Motor das Stromkabel vom Display und schließen es erneut an, entsteht ein Kurzschluss. Der Motor ist damit unwiederbringlich zerstört. Bei diesem Modell lieber einen Fachmann beauftragen.

Yamaha

Von Yamaha sind bekannte Störungen Kratzgeräusche bei schnellem Pedalieren, Lagerschäden, an der Kurbel 2 mm Lagerspiel und häufige Defekte am Freilauf. Der Motor hat sich in einigen Fällen sporadisch ausgestellt.

Brose

Viele Nutzer berichten von einem gerissenen Zahnriemen oder die Spannrolle war defekt. Motor-Aussetzer sind ebenfalls öfter vorgekommen.

Impulse

  • Leistungsverlust
  • Sperrklinken rasten nicht ein
  • Häufige Aussetzer und keine Unterstützung
  • Festgefahrener Motor
  • Motor blockiert beim Anfahren und Stoppen
  • Knacken und keine Unterstützung
  • Laute Geräusche, Gehäusebruch
  • Schwergängiges Getriebe
  • heftige Vibrationen beim Treten, metallische Klimpergeräusche
  • Durchrutschen oder Freilauf klemmt

Die Lebensdauer von Heckmotoren

Design Pedelecs, motorisierte Gravel- und Liegeräder, ultraleichte Sport-, Touren- und City-E-Bikes statten die Hersteller vorzugsweise mit leichten Heckmotoren aus.

Bekannte Fabrikate heißen Bafang, Alber und Lansmann.

Einen interessanten Nabenmotor ohne Getriebe liefert der Schweizer Anbieter Stromer mit seinem ‘GoSwissDrive’, der auch in schnellen S-Pedelecs verbaut wird.

Ein Heckmotor ist gewöhnlich leichter als ein Mittelmotor. Das System lässt sich leichter einbauen und es ermöglicht je nach Ausführung sogenannte Rekuperation, also die Energie-Rückgewinnung beim Bergab fahren und Bremsen. Der verkapselte Antrieb am Hinterrad ist wartungsarm und lautlos.

Da die Kräfte ohne Verluste durch Kette, Riemen, Kurbel oder Ritzel direkt auf die Achse wirken, sorgen bereits geringere Trittfrequenzen von 30 bis 50 Nm für kraftvollen Schub. Die Kehrseite der Medaille äußert sich in der Neigung der Heckmotoren zu Überhitzung. Der kompakte Antrieb leidet speziell unter der Belastung bei langsamen Bergauffahrten.

Tipp: Lassen Sie kurz vor Ablauf der zweijährigen Hersteller Garantie das E-Bike durchchecken und bei ersten Verschleißerscheinungen auf Garantie kostenlos einen Austauschmotor einbauen. Mit etwas Verhandlungsgeschick und Kulanz des Händlers verdoppeln Sie damit die Nutzungsdauer Ihres Pedelecs.

7 kurze Tipps um die Haltbarkeit des E-Bike Motors zu verlängern

In zahlreichen Forenbeiträgen und auf der Info-Seite Pedelecmonitor (2), wo E-Biker Fahrdaten, Schadensmeldungen, Laufzeiten und Kilometerleistungen registrieren können, werden aufgetretene Störungen beschrieben. Der Hintergrund: Der Betreiber der Seite war innerhalb eines Jahres fünf Mal mit seinem Impulse-Motor liegen geblieben und entschloss sich, Fahrerdaten zu sammeln.

Der Impulse-Motor wird inzwischen nicht mehr verbaut, doch die E-Bike-Plattform besteht weiter. Sie ist nicht repräsentativ, doch es lassen sich durchaus Rückschlüsse ziehen.

So punkten E-Bikes der Marke Flyer mit integriertem Panasonic-Motor mit besonders hoher Kilometerleistung. Defekte treten nach Fahrerberichten erst um die 23.000 km Laufleistung ein.

1. Hohe Belastungen vermeiden

Steile Aufstiege, die der Fahrer aggressiv schnell bewältigen will, fördern den Verschleiß. Der Erfahrung nach hat die Wahl der Fahrmodi wie Turbo, Eco oder Sport keine Auswirkungen auf die Lebensdauer von E-Bike-Motoren.

2. Ökonomische Trittfrequenz einhalten

Mit einer Trittfrequenz über 60 Nm läuft der Motor optimal. Langsames Pedalieren schont den Motor nicht und hat daher keine Auswirkungen auf die Haltbarkeit. Nur die Kniegelenke werden über Gebühr belastet.

3. Möglichst festen Untergrund befahren

Häufiges Durchqueren von Schlamm und tiefen Pfützen im Gelände verkürzt die Lebensdauer bei E-MTB-Bikes.

4. An ungünstigen Passagen Schalten vermeiden

Schalten unter hohem Krafteinsatz beim Bergauffahren, wenn das Getriebe bereits unter starker Belastung arbeitet, belastet die Bauteile und die Hand des Fahrers.

5. Reinigung mit Schwamm und Wasser

Entfernen von Schmutz mit dem Hochdruckreiniger aus kurzer Entfernung sollten Sie unbedingt unterlassen. Es ist aufgrund der Verwendung von Steckverbindungen und Sensoren noch nicht gelungen, E-Bike Motoren sicher abzudichten.

Ein kräftiger Regenguss macht den spritzwassergeschützen Komponenten auf kurze Sicht nichts aus, sodass eine Regenabdeckung überflüssig ist, jedoch der hohe Wasserdruck einer Reinigerdüse durchdringt Dichtungen spielend. Auch eine Waschbürste ist ungeeignet.

6. Jeden Defekt frühzeitig beheben

Beim Auftreten von Tretlagerschäden die Reparatur immer weiter hinauszuschieben, begünstigt weitaus kostspieligere Folgeschäden am Motor.

Erste Anzeichen eines Lagerschadens machen sich durch klackernde, mahlende oder schleifende Geräusche bemerkbar, wie es weiter oben die E-Biker erlebt haben. Für diesen Fall stellt Bosch Reparatur-Sets für Lagerschäden zur Verfügung. Den Austausch und eine Überholung des Motors führen Werkstätten für niedrige dreistellige Summen durch.

Nach einer zu hohen Zahl von Garantiefällen an Brose-Motoren änderte der Hersteller für die neuen Modelle deren Software, die Belastungsspitzen besser ausgleichen. Anstelle von Ritzeln sorgen carbonverstärkten Zahnriemen für die Übersetzung.

7. Tiefentladung und Kälte vermeiden

Die Lebenserwartung von E-Bike-Akkus liegt bei rund 4 Jahren. Nach einer gewissen Anzahl von Ladezyklen müssen die Akkus getauscht werden. Nehmen Sie die Komponente stets mit ins Warme, um Ladezyklen zu sparen, denn Kälte zieht den Akku leer.

Wichtig: Laden Sie niemals den Akku bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

Ohne Kapazitätsverlust hält eine Akkuladung bei günstigen Voraussetzungen bis zu 60 Fahrkilometer. Nach 500 oder gar 1000 Ladezyklen können Sie den ausrangierten oder defekten Akku beim Händler abgeben, der ihn dem Recyclingsystem zuführt.

Vielleicht haben Sie gehört, dass sich die Kapazität verbrauchter Akkus bis zu 80 oder 90 Prozent auffrischen lässt. Zu dieser Technologie gibt es derzeit noch keine aussagekräftigen Erfahrungswerte, weil erst wenige Firmen diesen Service anbieten.

Abzuraten ist vom eigenständigen Austausch defekter Akkuzellen durch sogenanntes ‘Refreshen’. Sie wissen nicht, ob die Monteure zueinander passende Komponenten einbauen, wodurch akute Explosionsgefahr besteht.

Wie lange hält ein E-Bike?

Die Haltbarkeit eines E-Bikes lässt sich nicht verallgemeinern. Zu viele und verschiedene Faktoren beeinflussen die Lebensdauer langfristig. Der Wunsch vieler Käufer, dass Ihr E-Bike 15 Jahre lang hält, erfüllt sich eher nicht.

Rechnen Sie mit fünf bis zehn Jahren Nutzungsdauer, bei einem gewissen Wertverlust, bei einem Anbieter, der Updates und Ersatzteile für den Motor, die Steuerung und den Akku anbietet. Mit dem Shimano Steps-System sind Sie immer auf dem aktuellen Stand, auch Bosch, Brose und die anderen großen Hersteller konkurrieren mit Verbesserungen und Innovationen.

Was sind typische Verschleißteile?

Regelmäßigen Austausch etwa alle 3.000 bis 4.000 Kilometer erfordern die Kette und die Kassette. Diese Intervalle sind mit einem Fahrrad mit Kettenschaltung gleichzusetzen. Aufgrund der höheren Krafteinwirkung und des E-Bike-Gewichts sind sie relativ häufig, etwa alle 2.000 Kilometer sind neue Bremsbeläge fällig und alle 10.000 Kilometer sind die Bremsscheiben verbraucht.

Das teuerste Verschleißteil an einem Pedelec ist der Akku. Die Alterung und damit einhergehende Ladeverluste können Sie mit einer Analysesoftware grob im Auge behalten. Als den entscheidenden Faktor der Lebensdauer kann man das Wasser bezeichnen, was bis zur Kurbelwelle vordringt.

Schönwetter-Fahrer genießen die längste Fahrzeit mit einem Motor in bestem Zustand, während E-Mountainbiker in jeder freien Minute den Morast durchpflügen und dann Ihre Maschine mit dem Schlauch abspritzen. Dann hält ein E-MTB höchstens 3.000 Kilometer. Der Bosch-Motor der 4. Generation ist schon robuster, aber das Grundproblem bleibt bestehen.

Die Lebenserwartung eines E-Bike-Motors lässt sich nicht eingrenzen, denn es kann immer ein Defekt eintreten. Auch wenn E-Motoren pflegeleicht sind, ist einmal jährliche Wartung durch eine Fachwerkstatt empfehlenswert. Der Servicepartner prüft mit seinem professionellen Analyse-Tool den Motor auf Herz und Nieren, wodurch frühzeitig Verschleiß und Defekte zutage kommen.

Wie sind Ihre Erfahrungen zu E-Bike-Motoren? Hinterlassen Sie gern einen Kommentar und helfen anderen Käufern bei der Entscheidungsfindung.

3 Gedanken zu „Wie lange hält ein E-Bike Motor? Daten und Statistiken (2022)“

  1. Werte E-Bike Gemeinde,
    ich fahre seit 2018 ein Cube E-Bike mit Bosch Performance CX Motor und Power Pack Akku mit 500 Wh und habe nun die Marke von 10.000 km ohne Probleme überschritten. In Vorbereitung meiner nächsten Alpenüberquerung durch die Schweiz stelle ich fest, dass meine Reichweite des Akkus nur noch für ca. 50 km reicht. Bis zum letzten Sommer waren es 100 km und mehr. Bei einigen Testfahrten bei ca. 4-6 °C stelle ich fest, dass der höchste Reichweitenverbrauch von ca. 30 km auf den ersten 10 km auftritt. Danach pendelt sich der Reichweitenverbrauch für 10 bzw. 20 km Fahrstrecke auf 10 bzw. 20 km Reichweitenverbrauch ein. Da mir weder meine Werkstatt noch der Boschservice dieses Phänomen erklären kann habe ich die Frage: Ist die Motorleistung von der Außentemperatur bei ca. 5°C und 20-25 °C abhängig? Muss man den Motor erst warmfahren wie z.B. beim Auto oder Motorrad? Wer kennt eine Antwort?

    Antworten
    • Ein E-Motor funktioniert bei -20 Grad wie bei +30 Grad. Eingeschränkt ist jedoch die Leistungsfähigkeit als auch die maximale Kapazität von kalten Batterien. Durch Erwärmen erreichen sie wieder ihre volle Kapazität und Leistungsfähigkeit.
      Die Reichweitenanzeige von Bosch funktioniert nicht besonders gut, scheint eher nur kurzfristig die letzten wenigen Minuten zu berücksichtigen.
      Wenn sich die Frage auf die Balken- oder Prozentdarstellung bezieht: Ein durchaus üblicher Effekt bei (älteren) Batterien ist, dass tatsächlich weniger Energie abgegeben wird von 100 auf 80% als von 50 auf 30%. Ist bei Smartphones und E-Autos auch zu beobachten.

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  2. Ich fahre einen Stromer st 1. Bj. 2011. Anfänglich hatte Stromer grosse Probleme mit den Motoren. 2012 und 2013 wurde der Motor auf Garantie gewechselt. Der letzte Motor hat gehalten. Habe meinen Original Akku von 2011 . Reichweite mit den ersten Akku immerhin noch 25 km. Brauche ihn heute noch. Km ca 15000.- gefahren. Ist ein sehr günstiges bike da ich fast alles selber repariere. Lebensdauer hat viele Faktoren wie Service , Akku Pflege, einstellen des bike in einer Garage etc.

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